gibt es bislang nicht, nur Impfstoffe (gegen einigen Viren, z. B. Tollwut). Der Artikel unten beschreibt die Arbeit des MIT-Forschers Todd Rider. Der Amerikaner hat ein Konzept entwickelt für Pillen, die Viren ähnlich wirksam bekämpfen können wie Antibiotika Bakterien. D.h. Schnupfen- und Grippewellen gäbe es nicht mehr, auch gegen den in Brasilien und USA grassierenden Zika-Virus, der zu Schädelmissbildungen bei Neugeborenen führt, könnten die Pillen wirken. Freilich nach weiteren zehn Jahren Entwicklungszeit und viel weiterer Forschung.
Antibiotika gibt es bereits seit den 1950ern. Sie wirken allerdings nur gegen Einzeller (Bakterien), nicht gegen Viren. Viren sind Ketten von RNA-Bausteinen (Nukleotiden) ohne eigene Zellhülle und eigentlich auch ohne Leben - ein reines Stück genetischer Code. Viren können Jahrhunderte in Höhlen schlummern (ohne Wasser, Licht etc.), um sich dann bei nächstbester Gelegenheit auf das nächste Opfer (Höhenforscher, Bär) zu stürzen. Viren programmieren menschliche Zellen so um, dass sie fortan zu Virenfabriken werden. Das Immunsystem hat große Probleme, Viren zu erkennen (und zu bekämpfen), weil sie im Innern von körpereigenen Zellen arbeiten. Das Immunssystem kann sie daher, anders als bakterielle Einzeller, die im Blut schwimmen, nicht ohne weiteres als körperfremd zu erkennen.
Das sog. DRACO-Projekt von Riders scheitert bislang an mangelnder finanzieller Unterstützung. Pharafirmen reicht das bisherige, mit Staatsmitteln (US-Gesundheitsbehörde N.I.H.) erarbeitete "Proof-of-concept" (durchgeführt mit Schnupfenviren) nicht aus, um im großen Stil teure und unsichere klinische Studien zu wagen. Daher setzt Rider nun - mit einigem Erfolg - auf Crowdfounding, dass die finanzielle Lücke schließen soll.
https://www.inverse.com/article/...cured-most-of-the-viruses-on-earth
Hier auch kostenpflichtig in "SPON-Plus": www.spiegel.de/spiegel/virenforscher-todd-rider-a-1105755.html (bitte nicht als Werbung missverstehen, ich mag pay content im Internet nicht) |