Franzi am Druck zerbrochen „Auf dem Startblock habe ich gedacht: Hoffentlich ist die Scheiße bald vorbei" Es sollte der krönende Abschluss ihrer glanzvollen Karriere werden.
Aber das Ende ist so bitter, so traurig...
Franziska van Almsick (26) wollte Gold. Doch sie wurde nur Fünfte. Und das über ihr Paradestrecke, die 200 Meter Freistil.
Als sie die Zeit sah, schwache 1:58,88 Minuten, war ihr Gesicht wie versteinert. „Ihr“ Gold holte die Rumänin Potec (1:58,08).
Und nachdem Franzi ein recht gefasstes TV-Interview gegeben hatte, brachen doch die Gefühle aus. Und sie weinte hemmungslos...
Die größte und schillerndste deutsche Schwimmerin der letzten Jahre tritt ab – mit einem Hauch von Tragik. Sie war Weltmeisterin, sie ist Weltrekordlerin. Aber ihr größter Traum, der Olympia-Sieg, blieb ihr versagt. Franzi ist am Druck zerbrochen. Druck, den sie sich auch selbst gemacht hat. Denn sie hat immer gesagt: „Ich will Gold.“ Doch dann kam alles ganz anders.
Franzi sucht nach Erklärungen: „Ist ja ganz schön, wenn ganz Deutschland vor der Glotze sitzt, aber das war einfach zu viel. Ich bin an dem Erwartungsdruck gescheitert – wieder einmal.“ Und weiter: „Auf dem Startblock habe ich nur gedacht, hoffentlich ist die ganze Scheiße bald vorbei. Dann bist du nicht mehr der Mittelpunkt der Nation. Dann kann ich wieder ich selbst sein.“ Auch ihr Mutter Jutta atmete, mit Tränen in den Augen, auf der Tribüne auf: „Gott sei Dank ist es vorbei. Diese Hatz... Ich bin froh, dass ich meine Tochter nicht mehr leiden sehen muss.“
Das Unternehmen Olympia – es fing gleich schlecht an. Nur mit der sechstbesten Zeit qualifizierte sich Franzi fürs Finale. Auf der undankbaren Bahn 7 war sie nach 100 Metern zwar vorn, brach dann aber ein. 1:58,88 Minuten – ihr Weltrekord liegt bei 1:56,64.
Franzi: „Ich lache über diese Zeit. Das war eine ganz schlechte Vor- stellung. Ich bin stocksauer. Das bin ich in den letzten Wochen in fast jedem Training geschwommen.“ Und dann sucht sie nach Gründen:
„Ich weiß, ich kann viel mehr. Aber alles fällt mir hier so schwer. Ich bin einfach nur kaputt.“
Franzi: „Gold war mein Plan und mein großes Ziel – das habe ich nicht geschafft, und das werde ich auch nicht mehr schaffen. Das waren definitiv meine letzten Olympischen Spiele.“
Franzi geht als tragische Heldin in die Olympia-Geschichte ein...
Quelle: Blöd-Zeitung online
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