Neueste Performax Analyse bestätigt Unterbewertung

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18.04.01 17:53 #1 Neueste Performax Analyse bestätigt Unterbewer.

Emprise: Bereinigung von Verlustbringern

18.04.2001
Aktuelles Urteil: marktneutral (unverändert)
Letztes Update: 14.03.2001

Aktueller Kurs: 3,35 Euro
Marktkapitalisierung: 20,44 Mio. Euro

KGV 2001/02: 16,35 / 10,22
KUV 2001/02: 0,51 / 0,38



Verlustbringer geschlossen

Als letzte Konsequenz aus den anhaltenden Verlusten trennt sich Emprise von ihren Auslandsgesellschaften Visionteam, Dänemark, Edco Group, USA, und
der Emprise Consulting Schweiz. Die drei Gesellschaften hatten im Jahre 2000 bei einem gemeinsamen Umsatz von 10,6 Mio. DM einen Verlust von 10,2 Mio. DM erzielt und waren damit für rund 30% des negativen Konzern-EBIT verantwortlich.

Obwohl es gelang, die Verluste der drei Unternehmen im 1. Quartal 2001 gegenüber dem Vorquartal deutlich zu reduzieren, hat sich Emprise entschlossen, die Tätigkeit in den betreffenden Ländern einzustellen, um das Risiko zu minimieren. Das Leistungsportfolio decken laut Aussage von Emprise die deutschen Gesellschaften des Hamburger Internet-Integrators ab. Beispielsweise soll das SAP-Geschäft in den USA von Deutschland aus betreut werden. Eine Vor-Ort-Präsenz kann diese Vertriebsstrategie allerdings nicht ersetzen. Das Südafrikageschäft der Edco Group bleibt weiter bestehen. Mit der Schließung der schweizerischen und dänischen Niederlassungen hat Emprise den Fokus klar auf den deutschen Markt gelegt. Inwieweit sich der weitgehende Rückzug aus dem europäischen, insbesondere aus dem bedeutenden skandinavischen Markt, auf die Perspektiven von Emprise auswirkt, ist heute schwer zu beurteilen. Der Trend zur Globalisierung ist bei den großen IT-Dienstleistern nach wie vor vorhanden, wenngleich sich das Tempo teilweise verringert hat.
Ohne Berücksichtigung der Tochter Mediascape Communications soll Emprise bereits im 2. Quartal 2001 schwarze Zahlen schreiben. Zum 31. März 2001 sind bereits ca. 60 Mio. DM durch Aufträge abgedeckt, was mehr als 75% des geplanten Jahresumsatzes in Höhe von 79 Mio. DM (ohne Mediascape) entspricht. Der aktuell über Plan liegende Geschäftsverlauf der Inlandsgesellschaften und der Auftragsbestand lassen das Ziel, bereits im 2. Quartal dieses Jahres schwarze Zahlen zu schreiben, realistisch erscheinen. Der derzeitige Geschäftsverlauf der Systemintegration entwickelt sich dabei am stärksten.


Mediascape-Verkauf auf Raten

Im Zuge der Verlustbereinigung wurden 750.000 Aktien der Hamburger an die Kopernikus-Beteiligungsgesellschaft verkauft. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Investoren sind bereit, Verhandlungen mit potentiellen strategischen Partnern zu unterstützen. Zuletzt hielt Emprise 52,4% an der Breitband-Tochter. Durch den Verkauf von 14,6% der Mediascape-Aktien wird die Tochtergesellschaft im Geschäftsjahr 2001 nur noch anteilig konsolidiert. Damit wird das Konzern-EBIT nicht mehr länger durch das Mediascape-Ergebnis belastet. Im letzten Jahr betrug der Mediascape-Anteil am negativen Konzern-EBIT mehr als 30%. Aus dem Verkauf der Anteile fließen der Emprise-Unternehmensgruppe liquide Mittel in erheblichem Umfang zu. Damit ist die Gesellschaft in der Lage, die Verschuldung abzubauen und gleichzeitig das weitere Wachstum in 2001 zu finanzieren. Die genauen aktuellen liquiden Mittel und die geplanten Investitionen für 2001 konnte uns Emprise nicht mitteilen. Laut Aussage des Generalbevollmächtigten Deutschland, Herr Regenbogen, wird aber die kurzfristige Kreditlinie momentan nicht beansprucht und im übrigen sei die Liquiditätssituation als gut zu bezeichnen. Die Geschäftsbereiche Consulting und System-Integration sollen aus dem Cashflow wachsen.

Im Zuge der Neuausrichtung hat das Unternehmen einen kompletten Aufsichtsratswechsel bekanntgegeben und Dr. Detlef Purschke und William P. Schmidt als Mitglied des neuen Kontrollgremiums vorgeschlagen. Mit der Benennung Klaus Kirchberges ist der designierte Aufsichtsrat nun vollständig. Dieser Wechsel wurde mit der neuen strategischen Ausrichtung begründet, die stärkere operative Funktionen im Aufsichtrat erforderlich macht.


Fazit

Ein fairer Wert von 9,33 Euro (siehe Update vom 14.03.2001) weist auf eine klare Unterbewertung hin. Die Emprise Kernkompetenz als Internet-Integrator schlägt sich in einem positiven aktuellen Geschäftsverlauf nieder. Mit der Integration von Systemen für das Internet und Mobile Business befindet sich das Unternehmen in einem äußerst wachstumsstarken E-Business-Segment. Das Erreichen der Gewinnschwelle im 2. Quartal dieses Jahres rückt auch durch den hohen Auftragsbestand in greifbare Nähe.

Einerseits bereinigt Emprise konsequent ihre defizitären Auslandsgesellschaften, anderseits stellt der weitgehende Rückzug aus wichtigen europäischen Märkten, einen Rückschritt gegenüber den Mitbewerbern dar. Aus genannten Gründen belassen wir unser Urteil auf marktneutral.
 

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