Weltweit deutet sich eine Korrektur der Aktienrally an Vor allem das flaue Geschäft an den Börsen deutet darauf hin. Ein niedriges Handelsvolumen stellt Kursgewinne auf wackelige Beine. Wer Aktien kaufen wollte, hat das bereits erledigt. Der Rest wartet auf günstigere Einstandspreise. Die Frage ist im Moment nur, wer zuerst die Nerven verliert. Greifen die Aktienlosen zu, weil sie die Hoffnung auf sinkende Kurse verlässt oder verkaufen die Aktienbesitzer, weil sich der Dax nicht mehr aus der Deckung wagt? Am vergangenen Freitag haben die Aktienlosen noch einmal kräftig zugegriffen. Vieles spricht derzeit trotzdem für die zweite Variante. Je länger die Kurse in Seitwärtsschritten vor sich hin trippeln, desto größer wird die Versuchung, einen Teil der gemachten Gewinne abzuschöpfen. Diese Entwicklung zeigt sich deutlich in der laufenden Bilanzsaison. Anleger reagieren viel heftiger auf positive Überraschungen als auf negative. Wenn ein Unternehmen mit seinen Zahlen enttäuscht, fallen die Kursverluste heftig aus, zum Beispiel bei Apple. Bei Bilanzen, die im Rahmen der Erwartungen oder besser ausfallen, gibt es höchstens kleine Kursgewinne, manchmal sogar Abschläge, wie bei Nokia. Dieser Mechanismus wirkt übrigens nicht nur beim Dax, sondern auch an der Wall Street. Der Leitindex Dow Jones hat kürzlich den höchsten Stand seit fünf Jahren erklommen. Der sehr viel breiter aufgestellte S&P 500-Index steht sogar kurz davor, ein neues Allzeithoch zu markieren. Die Nachrichtenlage ist extrem gut. Der bisherige Verlauf der Bilanzsaison deutet darauf hin, dass die Jahresgewinne der im S&P 500 vertretenen Unternehmen über die Marke von einer Billion Dollar steigen könnten. Das wäre ein Zugewinn um 30 Prozent gegenüber den Schätzungen für 2012. Bei aller Begeisterung dürften viele der guten Nachrichten in die Kurse eingearbeitet sein. Das fördert die Lust auf Verkäufe. Im Grunde genommen wäre eine deutliche Konsolidierung auch gar nicht schlecht. Es würde wieder ein bisschen Bewegung in den Börsenalltag kommen. Viele Anleger würden tiefere Kurse als Einstiegssignal begreifen. Good Trades Quelle: Stefan Wolff |