CH0025536027 - Burckhardt Compression Holding
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neuester Beitrag: 18.04.26 23:53
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| eröffnet am: | 24.03.23 17:34 von: | MrTrillion3 | Anzahl Beiträge: | 8 |
| neuester Beitrag: | 18.04.26 23:53 von: | MrTrillion3 | Leser gesamt: | 6622 |
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"Das Tätigkeitsgebiet von Burckhardt Compression umfasst hauptsächlich die Herstellung von Labyrinthkolben-Kompressoren, Prozessgas-Kompressoren, Hyper-Kompressoren und Brenngas-Kompressoren. Burckhardt Compression ist weltweit der einzige Hersteller, der alle vier Kompressortypen herstellt."
Noch ein paar Infos zum Einstimmen:
Die Aktie ist im Solactive Hydrogen Top Selection Index enthalten:
Zeitpunkt: 25.03.23 15:09
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar: Moderation auf Wunsch des Verfassers
Zeitpunkt: 25.03.23 15:09
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar: Moderation auf Wunsch des Verfassers
Burckhardt Compression Holding ist für mich per 17.4.2026 eine gute, aber nicht billige Qualitätsaktie aus dem Schweizer Industriebereich. Der entscheidende Punkt gleich zu Beginn: Für diesen Stichtag lagen noch keine veröffentlichten Volljahreszahlen für das Geschäftsjahr 2025 vor; belastbar waren daher vor allem der Geschäftsbericht 2024 und der Halbjahresbericht 2025, während der Jahresbericht 2025 erst für den 4.6.2026 angekündigt war. Reuters wies die Aktie am 17.4.2026 bei CHF 543 aus. Auf Basis des 2024er Gewinns je Aktie von CHF 31.20 lag das KGV damit bei rund 17.4; auf Basis der zuletzt beschlossenen Dividende von CHF 18.00 ergab sich eine laufende Rendite von gut 3.3%. (burckhardtcompression.com)
Das Unternehmen selbst ist alles andere als ein kurzfristiger Börsenhype. Burckhardt wurde 1844 in Basel gegründet, entwickelte 1883 den ersten einstufigen trockenlaufenden Kolbenkompressor, brachte 1935 den ersten Labyrinthkolbenkompressor auf den Markt, kam 1969 unter das Dach von Sulzer, wurde 2002 per Management-Buy-out wieder rechtlich eigenständig und ging 2006 an die SIX. Heute deckt die Gruppe nach eigenen Angaben als einziger globaler Anbieter die volle Bandbreite reziproker Kompressortechnologien und Services ab. Eingesetzt werden die Systeme unter anderem in Chemie und Petrochemie, Gastransport und -speicherung, Raffinerie, Industriegasen, Marine, Wasserstoff sowie CCUS-Anwendungen. Genau diese Verbindung aus technischer Tiefe, installierter Basis und Servicegeschäft macht Burckhardt interessant. (burckhardtcompression.com)
Fundamental war das Geschäftsjahr 2024 stark. Der Auftragseingang stieg auf CHF 1’151.2 Mio., der Umsatz auf CHF 1’095.6 Mio., das EBIT auf CHF 140.8 Mio. bei einer Marge von 12.9%, und der Nettogewinn erreichte CHF 105.6 Mio. beziehungsweise CHF 31.20 je Aktie. Die Eigenkapitalquote lag bei 29.1%, die Nettoliquidität bei CHF 69.6 Mio., und der operative Cashflow sprang auf CHF 212.8 Mio. Das klingt exzellent, und das war es auch. Man muss aber dazusagen: Ein Teil dieser Cashflow-Stärke kam aus höheren Kundenanzahlungen. Genau das zeigt, dass Burckhardt operativ stark ist, aber eben trotzdem im Projektgeschäft arbeitet. Wichtig ist außerdem die innere Qualität des Konzerns: Die Services-Division machte 2024 nur rund ein Drittel des Umsatzes, erzielte aber eine EBIT-Marge von 24.7%, während die Systems-Division auf 9.1% kam. Der Ergebniskern sitzt also im Aftermarket und nicht nur im Neumaschinengeschäft. (burckhardtcompression.com)
Im Halbjahr 2025 zeigte sich dann die Schwäche der Aktie sehr klar: nicht bei der Profitabilität, sondern bei der Visibilität. Der Auftragseingang fiel auf CHF 400.7 Mio. und lag damit 34.9% unter dem außergewöhnlich starken Vorjahreswert. Der Umsatz stieg trotzdem noch um 2.8% auf CHF 516.2 Mio., das EBIT lag mit CHF 65.5 Mio. nur leicht unter Vorjahr, die EBIT-Marge blieb mit 12.7% weiter stark, und der Nettogewinn betrug CHF 48.7 Mio. Das Unternehmen begründete die schwächere Bestelltätigkeit vor allem mit geopolitischer Unsicherheit, Währungseffekten und den US-Zollankündigungen; insbesondere neue LDPE- und EVA-Projekte in China wurden laut Bericht strategisch verschoben. Entscheidend ist: Burckhardt bestätigte trotz des schwachen Auftragseingangs die Jahresguidance von rund CHF 1.1 Mrd. Umsatz und einer EBIT-Marge auf ähnlichem Niveau wie 2024. Das spricht für einen weiterhin tragfähigen Auftragsbestand, aber eben auch dafür, dass die Aktie kurzfristig stark vom Timing großer Projekte abhängt. (burckhardtcompression.com)
Was ich an Burckhardt mag, ist der langfristige Kern der Story. Der Investmentcase ist nicht in erster Linie eine Wasserstofffantasie, sondern die Kombination aus installierter Maschinenbasis, Ersatzteilen, Wartung, Diagnostik, Marine/LNG, Industriegasen und klassischer Prozessindustrie. Dazu kommt, dass das Management die Mittelfristziele 2027 bereits auf CHF 1.2 Mrd. Umsatz und 12% bis 15% EBIT-Marge angehoben hat. Gleichzeitig sollen bis 2027 40% des Geschäfts die Energiewende unterstützen. Das ist ambitioniert, aber nicht absurd, weil Burckhardt in LNG, grüner Ammoniak-Logistik, Wasserstoffanwendungen und digitalen Services bereits konkrete Produkte und Projekte hat. Der im März 2026 gemeldete Großauftrag von Hanwha Ocean für sieben LNG-Carrier ist dafür ein gutes Beispiel; ebenso passt die 2025 abgeschlossene ACT-Übernahme in den USA logisch ins Bild, weil sie das lokale Servicegeschäft stärkt und Zollrisiken abfedern kann. (burckhardtcompression.com)
Die Risiken sind trotzdem real. Erstens bleibt das Systems-Geschäft zyklisch und von einzelnen Großprojekten abhängig. Zweitens ist die Visibilität in Petrochemie und China derzeit eingeschränkt. Drittens können Währungen und Zölle die Nachfrage verschieben oder Investitionsentscheidungen verzögern. Viertens ist die Aktie auf dem aktuellen Niveau kein Schnäppchen mehr, wenn das Wachstum nur mittelmäßig ausfällt. Burckhardt kann einen Rückgang der Projektbestellungen dank Servicegeschäft deutlich besser abfedern als viele klassische Maschinenbauer, aber immun ist das Unternehmen nicht. Genau deshalb ist das für mich keine Aktie für blindes Durchhalten zu jedem Preis, sondern ein Qualitätswert, den man nur mit Bewertungsdisziplin kaufen sollte. (burckhardtcompression.com)
Bei der Dividende ist das Bild solide. Die letzte von den Aktionären genehmigte Dividende betrug CHF 18.00 je Aktie; sie wurde an der Generalversammlung im Juli 2025 beschlossen. Für das Geschäftsjahr 2024 entsprach das einer Ausschüttungsquote von 57.7% und lag damit innerhalb der im Mittelfristplan genannten Bandbreite von 50% bis 70%. Für das Geschäftsjahr 2025 gab es per 17.4.2026 noch keinen veröffentlichten Dividendenvorschlag. Meine Einschätzung ist daher: Eine stabile bis leicht steigende Dividende ist plausibel, aber nicht gesichert, solange die Volljahreszahlen 2025 nicht vorliegen. (burckhardtcompression.com)
Meine eigenen Kursziele für die nächsten zwölf Monate liegen bei CHF 480 im vorsichtigen Szenario, CHF 620 im Basisszenario und CHF 740 im optimistischen Szenario. Das vorsichtige Szenario unterstellt, dass die Auftragsschwäche im Systems-Geschäft länger anhält und der Markt dem Titel nur noch eine mittlere Industrie-Bewertung zugesteht. Das Basisszenario unterstellt, dass Burckhardt die bestätigte Guidance ungefähr erreicht, die Servicequalität hoch bleibt und der Markt die Aktie wieder etwas näher an ihrer operativen Güte bewertet. Das optimistische Szenario braucht eine klare Belebung des Auftragseingangs, zusätzliche Marine/LNG-Dynamik und weitere Belege dafür, dass die Services-Expansion in den USA und die Energieübergangs-Anwendungen profitabel wachsen. Für 5 bis 15 Jahre bin ich grundsätzlich positiv, aber ich gebe bewusst kein punktgenaues Langfrist-Kursziel ab. Dafür ist das Unternehmen zu abhängig von Investitionszyklen, Währungen, Zöllen und der tatsächlichen Geschwindigkeit neuer Energiethemen. Die Richtung halte ich dennoch für klar: Gelingt die weitere Verschiebung hin zu mehr Service, mehr Marine/LNG und mehr margenstarken Spezialanwendungen, ist Burckhardt in fünf bis zehn Jahren sehr wahrscheinlich mehr wert als heute. Misslingt das, ist die heutige Bewertung nicht billig genug, um operative Enttäuschungen locker wegzustecken. (burckhardtcompression.com)
Autor: ChatGPT





