Quartalszahlen, Hauptversammlung, Dividendensprung — binnen neun Tagen entscheidet sich, ob Adidas die Kursschwäche der vergangenen Monate hinter sich lassen kann. Die Aktie notiert aktuell bei 137,40 Euro, knapp 39 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 223,50 Euro. Das 400-Millionen-Euro-Problem
Den Auftakt macht das Q1-Ergebnis am 29. April. Neun Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 2,67 Euro — elf Prozent mehr als im Vorjahresquartal — bei einem Umsatz von rund 6,3 Milliarden Euro. Entscheidend ist aber die Margenentwicklung.
Denn der Konzern hat bereits eingeräumt, dass US-Zölle und Währungseffekte das operative Ergebnis 2026 mit rund 400 Millionen Euro belasten. Das Management rechnet deshalb nur mit etwa 2,3 Milliarden Euro operativem Gewinn, während Analysten im Konsens 2,72 Milliarden Euro erwartet hatten. Das Ziel einer EBIT-Marge von zehn Prozent ist damit auf 2027 oder 2028 verschoben.
Der strukturelle Kern liegt in Vietnam: 27 Prozent des Beschaffungsvolumens kommen von dort, rund 40 Prozent aller Schuhe entstehen in dem Land. Eine schnelle Verlagerung ist unrealistisch — alternative Standorte in der Region sind ähnlich betroffen. Dividende und Rückkauf als Gegengewicht
Parallel zur Ergebnispräsentation bereitet sich Adidas auf die Hauptversammlung am 7. Mai vor. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von 2,80 Euro je Aktie vor — 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Gesamtausschüttung beläuft sich auf rund 496 Millionen Euro, ausgezahlt werden soll am 12. Mai, Ex-Tag ist der 8. Mai.
Hinzu kommt ein laufendes Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro für das Gesamtjahr 2026, finanziert aus dem erwarteten Cashflow.
Dass Großaktionär Nassef Sawiris Ende März rund 11 Millionen Euro in Adidas-Anteile investierte und Finanzchef Harm Ohlmeyer privat Papiere für gut 330.000 Euro erwarb — beide nahe dem Jahrestief von 130,60 Euro —, wird von Marktbeobachtern als Vertrauenssignal gewertet. WM-Effekt und Analysten-Konsens
Jenseits der Zolldebatte liefert die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 operative Impulse. Das Management rechnet mit einer Milliarde Euro Zusatzumsatz. Die Verkäufe des neuen deutschen Auswärtstrikots übertreffen bereits jene des Heimtrikots zur EM 2024 — allerdings ist 2026 das letzte WM-Turnier mit Adidas als deutschem Nationalteam-Ausrüster, ab 2027 übernimmt Nike.
Von 28 befragten Analysten empfehlen 22 den Kauf der Aktie, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 198,35 Euro. Ein solides Q1-Ergebnis am Dienstag ist die zwingende Voraussetzung, um diesen Abstand zur aktuellen Notiz glaubwürdig zu rechtfertigen. |