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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Nach Meinung der Weltbank erhöht sich die globale Konjunkturwachstumsrate in 2021 auf real 5,6%, das stärkste Wachstum nach einer Rezession in den letzten 80 Jahren, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Im Jahr 2020 sei hauptsächlich wegen der Pandemie eine Kontraktion von 3,5% festgestellt worden. Das Wachstum aber bleibe unregelmäßig und betreffe im Wesentlichen die fortgeschrittenen Volkswirtschaften. In vielen Schwellen- und Entwicklungsländern hindere die weiterhin geringe Impfung der Bevölkerung ein stärkeres Wachstum. Das Pro-Kopf-Einkommen werde erst Ende 2022 das Niveau vor der Pandemie erreichen. Die weiteren Aussichten unterlägen stärkeren Risiken wegen möglicher Mutationen des Corona Virus. Auch finanzielle Spannungen und die hohe Verschuldung zähle die Weltbank hier auf. Die Konjunkturerholung benötige weitere Unterstützung. Weiterhin anzustreben seien Preisstabilität und die Finanzierbarkeit der öffentlichen Haushalte.
Hinsichtlich der Preisstabilität seien an den Finanzmärkten in jüngster Zeit Zweifel aufgekommen. Der Anstieg der Konsumentenpreise gehe in den USA und der Eurozone kräftig über das Ziel der Notenbanken von 2% hinaus. Die FED erkläre hierzu, es werde ein Durchschnitt von 2% angestrebt, und da die Raten in letzter Zeit unter diesem Ziel gelegen hätten, könnten jetzt auch eine Zeit lang höhere Raten akzeptiert werden. Zudem halte sie den jüngsten Anstieg für vorübergehend, bis wieder deflationäre Kräfte für eine Beruhigung sorgen würden. Auch die EZB sei für die Eurozone (EA) dieser Ansicht.
Am 23.06.2021 aber habe FED-Präsident Jerome Powell zugegeben, die Inflation sei stärker gestiegen als vorher angenommen. Doch zugleich habe er nochmals betont, dies sei nur "temporär" und "vorübergehend". Die Märkte jedoch würden misstrauisch bleiben. Wer könne garantieren, dass diese Annahme nicht ebenfalls korrigiert werden müsse? Im Mai seien die Konsumentenpreise um 5% nach 4,2% im April nach oben geschnellt. Die Energiepreise würden ebenso wie andere Rohstoffpreise so stark und nachhaltig steigen, dass seine Annahmen infrage gestellt werden müssten. Auf der Angebotsseite würden Engpässe die Produktion behindern und zu Preissteigerungen führen.
Ähnliches gelte für die Eurozone und insbesondere für Deutschland. Wie die Bundesbank feststelle, überwinde die deutsche Wirtschaft die pandemiebedingte Krise und stehe am Beginn eines starken Aufschwungs. Das BIP werde bereits in diesem Sommer sein Vorkrisenniveau wieder erreichen. Die Inflationsrate dürfte 2021 kräftig auf 2,6% statt wie bisher um1,8% anziehen.
Bundesbankpräsident Jens Weidmann habe sich dafür ausgesprochen, die umfangreichen Anleihenkäufe nach der Krise zurückzufahren. Zum Jahresende seien sogar Inflationsraten von vorübergehend um die 4% möglich.
Folgerung: Das monetäre Klima an den Finanzmärkten ändere sich. Die Notenbanken dürften das Geldmengenwachstum etwas einschränken. Das sei aber keine Wende hin zu einer restriktiven Geldpolitik, welche die Trends an den Märkten umkehren könnte. Auch von einer "Normalisierung" der Zinsstruktur, welche weder expansiv noch restriktiv wirke, könne noch nicht gesprochen werden, da der Schuldendienst (Soll-Zinsen + Tilgungen) wegen der Überschuldung aller Sektoren den Konjunkturverlauf dann schnell wieder in eine Rezession bringen würde. Immer noch böten die Finanzmärkte in realer Rechnung nur negative Renditen. Dies dürfte sich wieder ändern.
Dispositionen:
Aktienmärkte: halten, Teilrealisationen am Allzeithoch
Energiemärkte: Neuengagements in erneuerbare Energien und Wasserstoff
Geldmärkte: Entscheidungsfreiheit für künftige Dispositionen bewahren
Rentenmärkte: mittlere und lange Laufzeiten zügig abbauen
Kredite: jetzt in möglichst langen Laufzeiten verschulden
Devisenmärkte: USD-Schwäche sei nur verschoben
Edelmetalle: Kursschwäche zur Verstärkung von Positionen nutzen (Ausgabe vom 25.06.2021) (28.06.2021/ac/a/m)
Im Jahr 2020 sei hauptsächlich wegen der Pandemie eine Kontraktion von 3,5% festgestellt worden. Das Wachstum aber bleibe unregelmäßig und betreffe im Wesentlichen die fortgeschrittenen Volkswirtschaften. In vielen Schwellen- und Entwicklungsländern hindere die weiterhin geringe Impfung der Bevölkerung ein stärkeres Wachstum. Das Pro-Kopf-Einkommen werde erst Ende 2022 das Niveau vor der Pandemie erreichen. Die weiteren Aussichten unterlägen stärkeren Risiken wegen möglicher Mutationen des Corona Virus. Auch finanzielle Spannungen und die hohe Verschuldung zähle die Weltbank hier auf. Die Konjunkturerholung benötige weitere Unterstützung. Weiterhin anzustreben seien Preisstabilität und die Finanzierbarkeit der öffentlichen Haushalte.
Hinsichtlich der Preisstabilität seien an den Finanzmärkten in jüngster Zeit Zweifel aufgekommen. Der Anstieg der Konsumentenpreise gehe in den USA und der Eurozone kräftig über das Ziel der Notenbanken von 2% hinaus. Die FED erkläre hierzu, es werde ein Durchschnitt von 2% angestrebt, und da die Raten in letzter Zeit unter diesem Ziel gelegen hätten, könnten jetzt auch eine Zeit lang höhere Raten akzeptiert werden. Zudem halte sie den jüngsten Anstieg für vorübergehend, bis wieder deflationäre Kräfte für eine Beruhigung sorgen würden. Auch die EZB sei für die Eurozone (EA) dieser Ansicht.
Am 23.06.2021 aber habe FED-Präsident Jerome Powell zugegeben, die Inflation sei stärker gestiegen als vorher angenommen. Doch zugleich habe er nochmals betont, dies sei nur "temporär" und "vorübergehend". Die Märkte jedoch würden misstrauisch bleiben. Wer könne garantieren, dass diese Annahme nicht ebenfalls korrigiert werden müsse? Im Mai seien die Konsumentenpreise um 5% nach 4,2% im April nach oben geschnellt. Die Energiepreise würden ebenso wie andere Rohstoffpreise so stark und nachhaltig steigen, dass seine Annahmen infrage gestellt werden müssten. Auf der Angebotsseite würden Engpässe die Produktion behindern und zu Preissteigerungen führen.
Bundesbankpräsident Jens Weidmann habe sich dafür ausgesprochen, die umfangreichen Anleihenkäufe nach der Krise zurückzufahren. Zum Jahresende seien sogar Inflationsraten von vorübergehend um die 4% möglich.
Folgerung: Das monetäre Klima an den Finanzmärkten ändere sich. Die Notenbanken dürften das Geldmengenwachstum etwas einschränken. Das sei aber keine Wende hin zu einer restriktiven Geldpolitik, welche die Trends an den Märkten umkehren könnte. Auch von einer "Normalisierung" der Zinsstruktur, welche weder expansiv noch restriktiv wirke, könne noch nicht gesprochen werden, da der Schuldendienst (Soll-Zinsen + Tilgungen) wegen der Überschuldung aller Sektoren den Konjunkturverlauf dann schnell wieder in eine Rezession bringen würde. Immer noch böten die Finanzmärkte in realer Rechnung nur negative Renditen. Dies dürfte sich wieder ändern.
Dispositionen:
Aktienmärkte: halten, Teilrealisationen am Allzeithoch
Energiemärkte: Neuengagements in erneuerbare Energien und Wasserstoff
Geldmärkte: Entscheidungsfreiheit für künftige Dispositionen bewahren
Rentenmärkte: mittlere und lange Laufzeiten zügig abbauen
Kredite: jetzt in möglichst langen Laufzeiten verschulden
Devisenmärkte: USD-Schwäche sei nur verschoben
Edelmetalle: Kursschwäche zur Verstärkung von Positionen nutzen (Ausgabe vom 25.06.2021) (28.06.2021/ac/a/m)
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