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Die alternde Bevölkerung in Europa




14.11.23 13:40
fairesearch

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die gegenwärtigen geopolitischen Turbulenzen zeigen deutlich: Die Bedeutung und der Einfluss Europas in der Welt sinken, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Die arbeitende Bevölkerung nehme in den meisten Ländern hier ab. Daran ändere auch die hohe Zahl von Immigranten nichts, die in ihren Heimatländern keine Zukunft mehr sehen würden. Die Sozialleistungen besonders in Deutschland würden auf sie wie ein Magnet wirken.

Die Kohortenanalyse erinnere an das Ende des römischen Imperiums. Die Zahl der Neugeborenen sei geringer als die Zahl der Sterbefälle. Die Bevölkerung werde im Durchschnitt immer älter, besonders der Anteil der arbeitenden.

Kurzfristig erhalte die Konjunkturerholung in Westeuropa einen Anstoß durch die gestiegenen Löhne und Gehälter. Doch in Ländern, in denen der Anteil der arbeitenden Bevölkerung abnehme, könnten die politischen Entscheidungsträger bald vor neuen Heraus-forderungen stehen. Kurzzeitiger Lohndruck könnte sich mit längerfristigen Verengungen auf den Arbeitsmärkten verbinden und dadurch einen Inflationsdruck schüren.

Die sich aufbauenden Spannungen würden verstärkt durch die von den Tarifpartnern vereinbarten Verkürzungen der Wochenarbeitszeit. Meist verbinde sich hiermit sogar noch ein voller Lohnausgleich. Nicht nur vermindere sich die Zahl der arbeitenden Bevölkerung, sondern die gesamte Wochenarbeit.

Nach zwei Jahren sinkender Kaufkraft sei es nicht verwunderlich, dass Europas Arbeitnehmer auf mehr Lohn drängen würden. Die Nominallöhne seien in der Eurozone um 4,5% und in anderen Teilen Europas in der ersten Hälfte dieses Jahres um mehr als 10% gestiegen. Höhere Löhne würden dazu beitragen, die Lebenshaltungskosten zu verringern und die wirtschaftliche Expansion zu unterstützen.

Demografie und kürzere Arbeitswochen würden bedeuten, dass die Arbeitgeber einem harten Wettbewerb ausgesetzt seien, um qualifizierte Arbeitskräfte zu finden, und mehr zahlen müssten, um sie zu behalten.

Nach Ansicht des IWF könnte das Arbeitsangebot in den nächsten fünf Jahren um 0,1 Prozent jährlich sinken, wenn die Bevölkerung altere, sich das Bevölkerungswachstum verlangsame und die Arbeitszeitverkürzung andauere. Im Gegensatz dazu werde erwartet, dass das US-Arbeitsangebot um 0,2 Prozent wachsen werde, da die Einwanderung und längere Arbeitszeiten die Verschlechterung der Demografie mehr als kompensieren würden.

Es gebe auch wenig Spielraum, um die durchschnittlichen Arbeitszeiten zu erhöhen, da kürzere Arbeitswochen an Popularität gewinnen würden.

Folgerung: Es gebe einen schmalen Grat zwischen der Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung und dem Kampf gegen eine hartnäckig hohe Inflation. Die Zentralbanken müssten auf die Aufwärtsrisiken für die Inflation achten und die Lohnabrechnungen und ihre Konsistenz mit Produktivitätstrends genau überwachen. Eine deutliche Divergenz wäre besorgniserregend. Die Mischung aus Geld- und Fiskalpolitik sollte angemessen eng bleiben, um die Inflation wieder ins Ziel zu bringen.

Disposition: Auf angemessen hohen Liquiditätsgrad achten. Längerfristig dürfte sich ein Anteil von Gold und Goldminen positiv entwickeln. (14.11.2023/ac/a/m)








 
 
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