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Zehn Trends für das Finanzjahr 2021




01.12.20 11:27
Neuberger Berman

New York (www.aktiencheck.de) - Neuberger Berman definiert zum Jahresabschluss zehn Punkte, die das Finanzjahr 2021 maßgeblich bestimmen werden, so die Experten von Neuberger Berman.

Im nachfolgenden Kommentar dazu würden die Spezialisten des unabhängigen US-amerikanischen Vermögensverwalters erläutern, welche Trends Investoren bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen sollten.

Zehn Trends für 2021

Konjunktur: Auch im kommenden Jahr sei eine deutlich höhere Inflation unwahrscheinlich. Langfristig bleibe das Wachstum ohne zusätzliche große Konjunkturprogramme schwach; der Populismus bleibe und internationale Spannungen würden weitherhin für Volatilität sorgen.

Anleihen: Niedrige Renditen und flache Zinsstrukturkurven sowie Ausfall- und Bewertungsrisiken würden nach einem flexiblen, restriktionsfreien Credit-Ansatz verlangen; volatilere Währungen und das Ende der Dollar-Hausse würden eine dynamische Währungsabsicherung interessanter machen.

Aktien: Zu Beginn eines Konjunkturzyklus spreche viel für zyklische Aktien, doch bei einem schwach bleibenden Wirtschaftswachstum würden sich auch Wachstumswerte und Firmen mit langfristigen Geschäftsmodellen empfehlen. Auch thematische Investmentsstrategien sollten vermehrt berücksichtig werden.

Alternative Investments: 2021 würden wir eine ungewöhnliche Kombination aus Früh- und Endphase des Konjunkturzyklus erleben. Für liquide Strategien wie Equity Long/Short oder auch kurzfristige Trading-Strategien seien Volatilität und Unsicherheit stets eine Chance. Dies gelte auch für weniger liquide Strategien wie Sekundärmarktanlagen in Private Equity, Private Debt, Opportunistic Credit und Structured Equity.

Konjunktur: Die Welt nach Corona

1. Ein neuer Konjunkturzyklus aber keine ausgeprägte Reflation

Viele Jahre lang hätten wir uns in der Spätphase des Konjunkturzyklus befunden. Die Pandemie habe eine tiefe Rezession ausgelöst, doch jetzt könne die Erholung beginnen. Einen echten Aufschwung - mit recht starkem BIP- und Gewinnwachstum, fallender Arbeitslosigkeit und extrem niedrigen Zinsen - habe es zuletzt vor zehn Jahren gegeben. Vor 2022 sei auch eine deutlich höhere Inflation unwahrscheinlich. Langfristig bleibe das Wachstum ohne zusätzliche große Konjunkturprogramme aber schwach.

2. Der Populismus bleibe

Mit der Abwahl von Donald Trump sei der Populismus noch nicht passé. An seinen Ursachen habe sich nichts geändert, weder in den USA noch anderswo. Politische Entwicklungen und internationale Spannungen dürften daher weiter für Volatilität sorgen, aber - wichtiger noch - auch für neue Konjunkturprogramme. Die Regierungen könnten versucht sein, mit schuldenfinanzierten Ausgaben auf die Unzufriedenheit zu reagieren, die Populisten stark mache.

3. Die digitale Transformation sei unumkehrbar

In der Coronakrise sei es für viele Menschen und Unternehmen selbstverständlich geworden, von zu Hause zu arbeiten, einzukaufen und Dienstleistungen zu nutzen. Fabriken, Geschäfte, Büros, Wohnungen und Arbeitsplätze seien digitaler geworden. Nicht alles werde nach der Pandemie so fortgesetzt. Dennoch sei davon auszugehen, dass Corona die Digitalisierung nicht nur beschleunige, sondern auch gefestigt habe. 2021 werde die 5G-Konnektivität große Fortschritte machen, ebenso wie das Internet der Dinge und Cloud-Computing.
4. Die Lieferketten würden kürzer und vielfältiger

Eine unsichere Weltlage, populistische Wirtschaftspolitik und die Annäherung von Löhnen und Kosten würden bereits seit über zehn Jahren zu einer Verkürzung der internationalen Lieferketten führen. Corona habe dies weiter beschleunigt. Durch die anhaltende Veränderung der Lieferketten könnten Unternehmen und ganze Branchen weniger störungsanfällig werden, allerdings sei dies mit gewissen Kosten für Investoren und Verbraucher verbunden.

Anleihen: Unveränderte Renditen, volatile Währungen

5. Niedrige Renditen und flache Zinsstrukturkurven würden einen flexiblen Credit-Ansatz verlangen

Wie in jeder Rezession hätten sich Anfang 2020 auch in der Coronakrise die Credit Spreads ausgeweitet. Dank der schnellen und umfassenden Notenbankinterventionen sei dies aber sehr schnell vorbei gewesen. Dennoch sei die Lage für Investoren nicht einfach. Früh- und Spätphase des Marktzyklus würden sich vermischen und es gebe Ausfall- und Bewertungsrisiken. Die Experten von Neuberger Berman würden meinen, dass dies einen flexiblen, restriktionsfreien Credit-Ansatz und umfassendes Know-how erfordere. Investoren müssten die Bewertungen der Anleihenmarktsegmente vergleichen und kluge Einzelfallentscheidungen treffen.

6. Konjunktur spiegele sich in den Wechselkursen wider

Die großen Notenbanken hätten signalisiert, dass die Zinsen noch lange niedrig bleiben sollten - und die Langfristrenditen ebenfalls. Wenn sie nicht mehr schwanken könnten, dürften Wachstums- und Inflationsunterschiede zwischen Ländern vor allem Auswirkungen auf die Wechselkurse haben. Volatilere Währungen und das Ende der Dollar-Hausse würden eine dynamische Währungsabsicherung interessanter machen.

Aktien: Konjunkturelle Chancen, langfristige Themen

7. Strukturelles Wachstum wichtiger als die Konjunktur

Zu Beginn eines Konjunkturzyklus spreche viel für zyklische Aktien, da sich das Wirtschaftswachstum beschleunige. Aber langfristig bleibe es niedrig - ebenso wie Zinsen und Ertragserwartungen. Das spreche für Wachstumswerte und Firmen mit langfristigen Geschäftsmodellen. Dennoch: Wenn uns 2020 eines gelehrt habe, dann sei es Demut. Man müsse unbedingt nach Investmentstilen diversifizieren.

8. Ein Themenansatz helfe, langfristige Wachstumschancen zu finden

In einer wachstumsschwachen Welt könne man mit einem Themenansatz langfristige Chancen finden. Die Coronakrise habe einige Entwicklungen forciert, vor allem die digitale Transformation - und das länder- und sektorübergreifend. Themenbezogenes Investieren heiße für uns, Qualitätsunternehmen zu finden, die von langfristigen Wachstumstrends profitieren würden. Voraussetzung dafür seien sorgfältige Analysen, gerade wenn Large Caps so hoch bewertet seien wie jetzt.

Alternative Investments: Stabile Basis, Mehrwertchancen nutzen

9. Auf stabiles Wachstum setzen - aber das habe seinen Preis

In der Coronakrise hätten Private-Equity-Gesellschaften zunehmend auf stabiles Wachstum und klare Konzepte mit der Aussicht auf Mehrwert gesetzt. Sie hätten daher Firmen aus den Sektoren Software, Technologie und Gesundheit und wachstumsstarke Länder wie China bevorzugt. Das größte Risiko seien nach Ansicht der Experten von Neuberger Berman die Bewertungen. Aber das könnte sich ändern, wenn große strategische und operative Fortschritte das Gewinnwachstum beschleunigen würden.

10. Individuell angepasste Strategien würden vielversprechend bleiben, ob liquide oder nicht

Nächstes Jahr würden wir wohl eine ungewöhnliche Kombination aus Früh- und Endphase des Konjunkturzyklus erleben, bei anhaltender Pandemie und politischen Risiken. Für liquide Strategien wie Equity Long/Short, Distressed oder auch kurzfristige Trading-Strategien seien Volatilität und Unsicherheit stets eine Chance. Für weniger liquide Strategien wie Sekundärmarktanlagen in Private Equity, Private Debt, Opportunistic Credit und Structured Equity seien sie es aber auch. Spezielle und unkorrelierte Strategien wie Insurance-Linked Securities und Macro Trading könnten Portfolios in volatilen Zeiten stabilisieren. (01.12.2020/ac/a/m)







 
 
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