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Den Haag (www.aktiencheck.de) - Die neue Welle von Corona-Fällen in den USA und China führte zu Korrekturen an den weltweiten Aktienmärkten und belastete das positive Umfeld der vergangenen zwei Monate, so die Experten von NN Investment Partners (NN IP).
Der konjunkturelle Rückenwind sei zwar noch nicht gänzlich abgeflaut, doch das Gesamtbild sei uneinheitlich. NN Investment Partners (NN IP) habe zwei Konjunkturszenarien entwickelt, die die möglichen positiven und negativen Grenzbereiche der kommenden 18 Monate beschreiben würden.
Laut Marco Willner, Head of Investment Strategy bei NN Investment Partners, sollte sich die Zukunft irgendwo in der Mitte beider Szenarien abspielen. Sieben unbekannte Faktoren - zwei positive und fünf negative - könnten das Ergebnis beeinflussen.
"Diese Grenzszenarien gehen über die reine Vermutung hinaus, dass "alles gut" und "alles schlecht" endet", so Willner. "Sie berücksichtigen die Abhängigkeiten zwischen den sieben unbekannten Faktoren, die möglicherweise die positiven und negativen Folgen hervorrufen, und helfen uns zu bewerten, welche Zusammenhänge tatsächlich plausibel sind. Daraus entstehen zwei Zukunftsprognosen."
Im Positivszenario einer schnellen Erholung würden sich die jüngsten Konjunkturerholungen der Weltwirtschaft als nachhaltig erweisen. Entlassene Arbeitnehmer würden früher als erwartet auf den Arbeitsmarkt zurückkehren. Die Weltwirtschaft erlebe 2021 einen schnellen Aufschwung nach einer beispiellosen Schrumpfung im Jahr 2020. Im Herbst der Nordhalbkugel komme es weltweit zu einer zweiten Welle der Pandemie, was aber nicht zu größeren Lockdowns führe. In den USA würden die Hilfsprogramme verlängert und die Regierung setze die Konjunkturprogramme nach Bedarf fort. In Europa schaffe die Einrichtung des Wiederaufbaufonds Vertrauen, dass im Notfall Gelder bereitgestellt würden. Insgesamt seien die Renditen überall niedrig und die Aktienmärkte würden trotz gelegentlicher Korrekturen steigen.
Die beiden unbekannten Faktoren, die das Endergebnis zum Positiven wenden könnten, seien zum einen die geldpolitischen Anreize der Zentralbanken und zum anderen die Politik der Regierungen bezüglich Konjunktur- und Lockdown-Maßnahmen. Die Maßnahmen müssten jeweils nach Umfang, Zeitpunkt und Wirksamkeit bewertet werden.
Im Negativszenario eines weitgehenden Stillstands sei die Stabilisierung des Arbeitsmarkts enttäuschend, was zu frustrierten Verbrauchern und Kaufzurückhaltung führe. Branchen, die am stärksten von der Pandemie betroffen gewesen seien, würden die Barmittel ausgehen und viele Unternehmen würden entweder Insolvenz anmelden oder ihre Aktivitäten deutlich reduzieren. Es werde an der Effektivität der geld- und haushaltspolitischen Konjunkturprogramme ebenso gezweifelt wie auch daran, ob sie ihr Geld wert seien. Neue Hilfsprogramme würden hinter den Erwartungen zurückbleiben, was die Erholung noch schleppender und holpriger mache. In diesem Szenario würden die Zinsen für erstklassig bewertete Staatsanleihen niedrig bleiben, während die Spreads risikoreicherer Segmente steigen würden. Die Aktienmärkte würden insgesamt eine Achterbahnfahrt erleben und auf niedrigeren Niveaus enden.
Fünf negative Ereignisse könnten das Ergebnis in Richtung eines weitgehenden Stillstands lenken:
Erstens könnte die Pandemie in Form einer zweiten Welle zurückkehren. Aus Investorensicht werde ein Schlüsselfaktor sein, ob es in den führenden Wirtschaftsnationen wieder zu Lockdowns komme.
Zweitens erhöhe der Anstieg der Staats- und Unternehmensverschuldung die Wahrscheinlichkeit einer Schuldenkrise. Länder seien am anfälligsten, wenn sie die Kontrolle über ihre Geldpolitik verlieren würden und sie stark von ausländischen Investoren abhängig seien. Vorerst hätten der geplante EU-Konjunkturfonds und die hohe Liquidität an den globalen Märkten die Investoren an beiden Fronten beruhigt.
Drittens könnte eine neue geopolitische Ordnung zu einer De-Globalisierung führen. Die Pandemie habe zu Grenzschließungen, einem Einbruch des internationalen Reiseverkehrs, einer Unterbrechung der globalen Lieferketten und zur Eskalation des amerikanisch-chinesischen Handelskonflikts geführt. Es bestehe das Risiko, dass der Handel sowie die Bewegungsfreiheit am Ende dieser Krise immer noch beeinträchtigt sein könnten.
Viertens gehe es um die Frage, ob die Weltwirtschaft durch die gegenwärtige Erholung wieder zu dem Wachstumskurs der Vor-Corona-Zeit zurückkehre oder ob es zu einem dauerhaften Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität komme. Mögliche Wegbereiter dafür seien Konkurse, Langzeitarbeitslosigkeit und nachteilige Veränderungen im Verbraucherverhalten.
Das fünfte Risiko bestehe darin, dass die Finanzmärkte wieder in den Krisenmodus von Mitte März fallen würden. Die damaligen Umstände hätten gezeigt, dass die Zentralbanken ausreichend Liquidität bereitstellen müssten, um jeden Zweifel der Investoren zu beseitigen. Sie müssten weiterhin bereit sein, dem Bankensektor zu helfen, sollte es zu mehr notleidenden Kredite kommen.
Die jüngsten Corona-Wellen in den USA und China hätten die Märkte in einen "Risk-Off-Modus" gezwungen. Die Marktstimmung in den kommenden Wochen werde wahrscheinlich von der Eindämmung der Pandemie und dem künftigen Verlauf der Wirtschaftserholung abhängen. Die Fiskal- und Geldpolitik werde weiterhin unterstützend wirken, auch wenn der Umfang neuer Impulse begrenzt sei.
"Das positive Umfeld der vergangenen zwei Monate ist nicht verschwunden, doch es ist komplexer geworden", sage Willner. "Wir beobachten die unbekannten Faktoren ständig und passen unseren Ausblick entsprechend an." (23.06.2020/ac/a/m)
Der konjunkturelle Rückenwind sei zwar noch nicht gänzlich abgeflaut, doch das Gesamtbild sei uneinheitlich. NN Investment Partners (NN IP) habe zwei Konjunkturszenarien entwickelt, die die möglichen positiven und negativen Grenzbereiche der kommenden 18 Monate beschreiben würden.
Laut Marco Willner, Head of Investment Strategy bei NN Investment Partners, sollte sich die Zukunft irgendwo in der Mitte beider Szenarien abspielen. Sieben unbekannte Faktoren - zwei positive und fünf negative - könnten das Ergebnis beeinflussen.
"Diese Grenzszenarien gehen über die reine Vermutung hinaus, dass "alles gut" und "alles schlecht" endet", so Willner. "Sie berücksichtigen die Abhängigkeiten zwischen den sieben unbekannten Faktoren, die möglicherweise die positiven und negativen Folgen hervorrufen, und helfen uns zu bewerten, welche Zusammenhänge tatsächlich plausibel sind. Daraus entstehen zwei Zukunftsprognosen."
Im Positivszenario einer schnellen Erholung würden sich die jüngsten Konjunkturerholungen der Weltwirtschaft als nachhaltig erweisen. Entlassene Arbeitnehmer würden früher als erwartet auf den Arbeitsmarkt zurückkehren. Die Weltwirtschaft erlebe 2021 einen schnellen Aufschwung nach einer beispiellosen Schrumpfung im Jahr 2020. Im Herbst der Nordhalbkugel komme es weltweit zu einer zweiten Welle der Pandemie, was aber nicht zu größeren Lockdowns führe. In den USA würden die Hilfsprogramme verlängert und die Regierung setze die Konjunkturprogramme nach Bedarf fort. In Europa schaffe die Einrichtung des Wiederaufbaufonds Vertrauen, dass im Notfall Gelder bereitgestellt würden. Insgesamt seien die Renditen überall niedrig und die Aktienmärkte würden trotz gelegentlicher Korrekturen steigen.
Die beiden unbekannten Faktoren, die das Endergebnis zum Positiven wenden könnten, seien zum einen die geldpolitischen Anreize der Zentralbanken und zum anderen die Politik der Regierungen bezüglich Konjunktur- und Lockdown-Maßnahmen. Die Maßnahmen müssten jeweils nach Umfang, Zeitpunkt und Wirksamkeit bewertet werden.
Im Negativszenario eines weitgehenden Stillstands sei die Stabilisierung des Arbeitsmarkts enttäuschend, was zu frustrierten Verbrauchern und Kaufzurückhaltung führe. Branchen, die am stärksten von der Pandemie betroffen gewesen seien, würden die Barmittel ausgehen und viele Unternehmen würden entweder Insolvenz anmelden oder ihre Aktivitäten deutlich reduzieren. Es werde an der Effektivität der geld- und haushaltspolitischen Konjunkturprogramme ebenso gezweifelt wie auch daran, ob sie ihr Geld wert seien. Neue Hilfsprogramme würden hinter den Erwartungen zurückbleiben, was die Erholung noch schleppender und holpriger mache. In diesem Szenario würden die Zinsen für erstklassig bewertete Staatsanleihen niedrig bleiben, während die Spreads risikoreicherer Segmente steigen würden. Die Aktienmärkte würden insgesamt eine Achterbahnfahrt erleben und auf niedrigeren Niveaus enden.
Erstens könnte die Pandemie in Form einer zweiten Welle zurückkehren. Aus Investorensicht werde ein Schlüsselfaktor sein, ob es in den führenden Wirtschaftsnationen wieder zu Lockdowns komme.
Zweitens erhöhe der Anstieg der Staats- und Unternehmensverschuldung die Wahrscheinlichkeit einer Schuldenkrise. Länder seien am anfälligsten, wenn sie die Kontrolle über ihre Geldpolitik verlieren würden und sie stark von ausländischen Investoren abhängig seien. Vorerst hätten der geplante EU-Konjunkturfonds und die hohe Liquidität an den globalen Märkten die Investoren an beiden Fronten beruhigt.
Drittens könnte eine neue geopolitische Ordnung zu einer De-Globalisierung führen. Die Pandemie habe zu Grenzschließungen, einem Einbruch des internationalen Reiseverkehrs, einer Unterbrechung der globalen Lieferketten und zur Eskalation des amerikanisch-chinesischen Handelskonflikts geführt. Es bestehe das Risiko, dass der Handel sowie die Bewegungsfreiheit am Ende dieser Krise immer noch beeinträchtigt sein könnten.
Viertens gehe es um die Frage, ob die Weltwirtschaft durch die gegenwärtige Erholung wieder zu dem Wachstumskurs der Vor-Corona-Zeit zurückkehre oder ob es zu einem dauerhaften Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität komme. Mögliche Wegbereiter dafür seien Konkurse, Langzeitarbeitslosigkeit und nachteilige Veränderungen im Verbraucherverhalten.
Das fünfte Risiko bestehe darin, dass die Finanzmärkte wieder in den Krisenmodus von Mitte März fallen würden. Die damaligen Umstände hätten gezeigt, dass die Zentralbanken ausreichend Liquidität bereitstellen müssten, um jeden Zweifel der Investoren zu beseitigen. Sie müssten weiterhin bereit sein, dem Bankensektor zu helfen, sollte es zu mehr notleidenden Kredite kommen.
Die jüngsten Corona-Wellen in den USA und China hätten die Märkte in einen "Risk-Off-Modus" gezwungen. Die Marktstimmung in den kommenden Wochen werde wahrscheinlich von der Eindämmung der Pandemie und dem künftigen Verlauf der Wirtschaftserholung abhängen. Die Fiskal- und Geldpolitik werde weiterhin unterstützend wirken, auch wenn der Umfang neuer Impulse begrenzt sei.
"Das positive Umfeld der vergangenen zwei Monate ist nicht verschwunden, doch es ist komplexer geworden", sage Willner. "Wir beobachten die unbekannten Faktoren ständig und passen unseren Ausblick entsprechend an." (23.06.2020/ac/a/m)
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