Erweiterte Funktionen
Den Haag (www.aktiencheck.de) - Die Entscheidungsträger in China haben die Kontrolle wiedererlangt, die ihnen 2015 zu entgleiten schien, so Maarten-Jan Bakkum, Senior Stratege Emerging Markets bei NN Investment Partners.
Damals habe die Kombination aus rückläufigem Wachstum und einem rapide steigenden Schuldenstand zu einer alarmierenden Kapitalflucht geführt. In den letzten Monaten des Jahres 2015 habe China dann seine Kapitalkontrollen verschärft und ein ehrgeiziges Reformprogramm für Staatsunternehmen gestartet. Dadurch sei es für Unternehmen und Einzelpersonen schwieriger geworden, Kapital ins Ausland zu verlagern, während gleichzeitig aber auch die Ursachen der Kapitalflucht ernsthaft angegangen worden seien.
Bereits nach wenigen Quartalen habe sich eine Verbesserung der Stimmungslage abgezeichnet. Insbesondere hätten sich Chinas Bemühungen um einen Abbau der Überkapazitäten und der rapiden Verschuldung seiner defizitären Staatsunternehmen ausgezahlt. So habe sich die Profitabilität des staatlichen Sektors und damit der Umfang der Neuverschuldung verbessert. Die Kapitalabflüsse seien deutlich zurückgegangen, der Druck auf die Währung sei abgeflaut und die Zuversicht habe sich erholt.
Zugleich hätten die Entspannung am Immobilienmarkt und das kräftige Weltwirtschaftswachstum dafür gesorgt, dass sich die Wachstumsdynamik in China nicht zu sehr verlangsamt habe. Die Angst am Markt, Chinas Wachstumsrate könne binnen weniger Jahre von 7 auf 4 Prozent fallen, habe sich als unbegründet erwiesen. Ökonomen und Investoren seien mittlerweile überwiegend davon überzeugt, dass China auch in den kommenden Jahren ein Wachstum von über 6 Prozent erreichen werde.
Der Konsum über E-Commerce-Kanäle habe sich zum wichtigsten Wachstumstreiber entwickelt. Faktoren wie das anhaltend starke Wachstum der verfügbaren Einkommen, die zunehmende Urbanisierung und die abnehmenden Einkommensunterschiede seit der Krise 2008 hätten dazu geführt, dass der Anteil des Konsums an der Wirtschaftsleistung gegenüber der Investitionstätigkeit steige. Dieser Anteil liege mittlerweile bei über 50 Prozent. Damit sei der Konsum der wichtigste Antriebsfaktor für die Investitionstätigkeit - eine Rolle, die in früheren Jahrzehnten dem Exportsektor zugekommen sei. Die chinesische Regierung tue alles, um das Konsumwachstum weiter anzukurbeln, vor allem über E-Commerce. So sei die Regulierung gelockert und Investitionen in die Infrastruktur vorgenommen worden, um vor allem den Warentransport zwischen und in den Städten zu verbessern.
Im Ergebnis habe sich Chinas Konsumwachstum zu einem der spannendsten Investmentthemen entwickelt. Das zeige sich insbesondere an der überragenden Wertentwicklung der bekannten Internet- und E-Commerce-Aktien. Die Wachstumsaussichten dieses Sektors seien zweifelsohne positiv und möglicherweise noch nicht vollständig eingepreist. Auch für die übrigen Schwellenländer sei dieser Trend äußerst relevant. In der Vergangenheit hätten die Rohstofferzeugerländer vom Bauboom in China profitiert, jetzt seien es vor allem Elektronik- und Verbrauchsgüterhersteller in Asien, die Chinas Konsumboom für sich nutzen könnten. (27.11.2017/ac/a/m)
Damals habe die Kombination aus rückläufigem Wachstum und einem rapide steigenden Schuldenstand zu einer alarmierenden Kapitalflucht geführt. In den letzten Monaten des Jahres 2015 habe China dann seine Kapitalkontrollen verschärft und ein ehrgeiziges Reformprogramm für Staatsunternehmen gestartet. Dadurch sei es für Unternehmen und Einzelpersonen schwieriger geworden, Kapital ins Ausland zu verlagern, während gleichzeitig aber auch die Ursachen der Kapitalflucht ernsthaft angegangen worden seien.
Zugleich hätten die Entspannung am Immobilienmarkt und das kräftige Weltwirtschaftswachstum dafür gesorgt, dass sich die Wachstumsdynamik in China nicht zu sehr verlangsamt habe. Die Angst am Markt, Chinas Wachstumsrate könne binnen weniger Jahre von 7 auf 4 Prozent fallen, habe sich als unbegründet erwiesen. Ökonomen und Investoren seien mittlerweile überwiegend davon überzeugt, dass China auch in den kommenden Jahren ein Wachstum von über 6 Prozent erreichen werde.
Der Konsum über E-Commerce-Kanäle habe sich zum wichtigsten Wachstumstreiber entwickelt. Faktoren wie das anhaltend starke Wachstum der verfügbaren Einkommen, die zunehmende Urbanisierung und die abnehmenden Einkommensunterschiede seit der Krise 2008 hätten dazu geführt, dass der Anteil des Konsums an der Wirtschaftsleistung gegenüber der Investitionstätigkeit steige. Dieser Anteil liege mittlerweile bei über 50 Prozent. Damit sei der Konsum der wichtigste Antriebsfaktor für die Investitionstätigkeit - eine Rolle, die in früheren Jahrzehnten dem Exportsektor zugekommen sei. Die chinesische Regierung tue alles, um das Konsumwachstum weiter anzukurbeln, vor allem über E-Commerce. So sei die Regulierung gelockert und Investitionen in die Infrastruktur vorgenommen worden, um vor allem den Warentransport zwischen und in den Städten zu verbessern.
Im Ergebnis habe sich Chinas Konsumwachstum zu einem der spannendsten Investmentthemen entwickelt. Das zeige sich insbesondere an der überragenden Wertentwicklung der bekannten Internet- und E-Commerce-Aktien. Die Wachstumsaussichten dieses Sektors seien zweifelsohne positiv und möglicherweise noch nicht vollständig eingepreist. Auch für die übrigen Schwellenländer sei dieser Trend äußerst relevant. In der Vergangenheit hätten die Rohstofferzeugerländer vom Bauboom in China profitiert, jetzt seien es vor allem Elektronik- und Verbrauchsgüterhersteller in Asien, die Chinas Konsumboom für sich nutzen könnten. (27.11.2017/ac/a/m)
|








