Weitere Suchergebnisse zu "Gold":
 Indizes      Rohstoffe      Aktien      Fonds      Futures    


Was ist nur mit dem Goldpreis los?




11.01.22 12:00
fairesearch

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Während die Aktienmärkte in 2021 mit einem ordentlichen Plus abgeschlossen haben (DJII und DAX rund +13%), trat der Goldpreis in den letzten acht Monaten auf der Stelle, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Gegenüber dem Ultimo 2020 mit USD 1.900 pro Unze habe er sogar Ende 2021 mit USD 1.829 etwas nachgegeben. Optimistische Hoffnungen seien ebenso enttäuscht worden wie pessimistische Erwartungen. In den letzten fünf Jahren sei er allerdings beeindruckend von USD 1.200 pro Unze gestiegen. Das neue Jahr 2022 habe mit engen Schwankungen um die Linie von USD 1.800 bisher keine Änderung der richtungslosen Tendenz des zweiten Halbjahres 2021 gebracht.

Die Inflationsrate habe diesmal keine sonderliche Beachtung gefunden. Der Konsumentenpreis-Index habe sich in den USA im November um 6,8% und in der Eurozone um 4,9% (Deutschland im Dezember 5,3%) erhöht. Die Märkte würden offensichtlich den Aussagen der Zentralbanken vertrauen, dass im Laufe des Jahres 2022 beim Preisauftrieb wieder eine Beruhigung zu erwarten sei. Doch erhebliche Zweifel an diesen Erwartungen würden angebracht erscheinen. Die Pandemie, Lieferengpässe und der Klimaschutz hätten eine erhebliche Dynamik in den Aufwärtstrend gebracht. In den USA seien wahrscheinlich drei Anhebungen der Leitzinsen zu erwarten. In der Eurozone seien bisher alle Spekulationen diesbezüglich von EZB-Präsidentin Lagarde zurückgewiesen worden. Doch diese Prognose könnte bald geändert werden.

Eine wirkliche Abkehr von der ultra-expansiven Geldpolitik der Zentralbanken hin zu einer "normalen Zinsstruktur" zeichne sich wegen der absurd hohen Verschuldung der Regierungen beiderseits des Atlantiks nicht ab. Doch was sei unter einer "normalen Struktur" zu verstehen? Dies sei eine Geldpolitik, die weder expansiv noch restriktiv wirke. "Normal" wären Geldmarktzinsen von 2 bis 3% und Rentenrenditen von 5 bis 6%. Gegenwärtig lägen die Geldmarktzinsen in den USA und der Eurozone bei rund 0%; die Rentenrenditen für zehnjährige Staatsanleihen seien in den USA rund 1,7% und in der Eurozone leicht im Minus.

Geldmarktzinsen von 1 bis 2% wären bei Teuerungsraten von 4 bis 6% noch immer keine Anlage wert, somit auch keine Alternative zum Goldpreis. Das gelte auch für die längeren Laufzeiten. Folge man der alten Börsenstrategie "kaufen bei Gerüchten und verkaufen beim Eintritt der Erwartungen", dann könne man hinsichtlich der mittelfristigen Entwicklung der Edelmetallpreise optimistisch sein. Die Finanzmärkte seien gegenwärtig auf Zinserhöhungen eingestellt, was den Goldpreis belastet habe. Wenn die FED schließlich die FED Funds Rate leicht anhebe, könne dies daher durchaus ein positives Signal für die Börsen werden. Stärkere Anhebungen der Leitzinsen und ein völliges Ende der quantitativen Lockerungen seien kaum möglich, ohne an den Finanzmärkten und der Konjunktur größere Turbulenzen zu verursachen. Dagegen könne eine Goldanlage eine Versicherung sein.

Skeptiker würden hierauf mit der Frage "warum ist dann der Goldpreis nicht gestiegen?" antworten. Das Gegenargument sei die Frage "warum ist er dann nicht gefallen?". Die gegenwärtigen Dellen scheinen markttechnisch bedingt zu sein und keine grundsätzlichen Änderungen der fundamentalen (Teuerungsrate) oder monetären (Geldpolitik) Daten zu spiegeln. Die Investmentbank Goldmann Sachs halte es in ihrem Ausblick 2022 für "sehr wahrscheinlich", dass Bitcoin Gold als Anlage zurückdrängen werde. J.P. Morgana halte wegen der steigenden FED Funds Rate sogar einen Goldpreis von USD 1.630 pro Unze für möglich.

Der letztlich entscheidende Einflussfaktor bleibe die Entwicklung der Inflationsraten. Dies würden historische Vergleiche über Jahrhunderte zeigen. Die Zentralbanken würden zu optimistisch mit ihren Erwartungen erscheinen, dass sich die Teuerung bald wieder beruhige. Sie könnte länger anhalten und dürfte höher ausfallen als in den vergangenen Jahren. Auch die Angebotsseite von neuem Gold spreche für steigende Notierungen. Das Recycling werde wohl ebenso hoch bleiben wie im vergangenen Jahr. Die Produktion der Goldminen werde immer schwieriger und kostspieliger. Mponeng sei die tiefste Goldmine der Welt und reiche bis 4.000 m unter der Erde. Die Produktionskosten für eine Unze (alle Kosten inklusive) würden seit Jahren steigen.

Wie der WGC ermittelt habe, lägen die Produktionskosten für eine Unze Gold (alle Kosten inbegriffen) im Durchschnitt knapp unter USD 1.200 pro Unze. Die Goldminen würden daher bei einem Verkaufspreis von rund USD 1.800 immer noch ordentlich verdienen und im Durchschnitt regelmäßig eine befriedigende Dividende zahlen.

Von Februar 2020 bis jetzt hätten die fünf großen Zentralbanken (FED, EZB, BoJ, BoE, PBoC) ihre Kredite von USD 20,4 Billionen auf USD 32,5 Billionen inflationär ausgeweitet. In den USA betrage M2 inzwischen 90% des BIP. Das inflationäre Geldmengenwachstum überschreite alle historischen Erfahrungen. Die Preise der Edelmetalle seien bisher diesem Trend nicht gefolgt. Doch das sei nur eine Frage der Zeit. (11.01.2022/ac/a/m)








 
 
Aktien des Tages


hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
4.707,86 $ 4.692,89 $ 14,97 $ +0,32% 24.04./22:44
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XC0009655157 965515 5.594 $ 3.124 $
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
FXCM
4.707,86 $ +0,32%  24.04.26
  = Realtime
Aktien des Tages

Meistgelesene Artikel
Aktuelle Diskussionen
RSS Feeds




Bitte warten...