Erweiterte Funktionen
New York (www.aktiencheck.de) - Die Giganten aus dem Bereich Künstliche Intelligenz (KI) schließen derzeit großvolumige Verträge untereinander ab, so Yan Taw Boon, Head of Thematic Asia bei Neuberger Berman.
Das sorge bei den Investoren für zunehmende Nervosität. Sie würden jedoch einen wichtigen Punkt übersehen: Die Anbieter würden sich damit für die Zukunft wappnen.
Im September habe der KI-Chip-Hersteller NVIDIA eine Vereinbarung unterzeichnet, bis zu 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI zu investieren. Im Gegenzug habe sich OpenAI bereit erklärt, NVIDIAs Chips zu kaufen. Oracle habe Anfang desselben Monats einen fünfjährigen Cloud-Computing-Vertrag im Volumen von 300 Milliarden US-Dollar mit OpenAI und zugleich angekündigt, für viele Milliarden NvVIDIA-Chips zu kaufen. Die Oracle-Aktie sei daraufhin um 43 Prozent geklettert und der Börsenwert des Unternehmens an einem einzigen Tag um 234 Milliarden US-Dollar gestiegen.
Kritiker würden sich fragen, ob diese schwindelerregenden Konstrukte - bei denen ein kleiner Kreis von Unternehmen zugleich Kunden, Lieferanten und Investoren füreinander seien - eine Blase aufblähen oder langfristigen Wert schaffen würden. Was wie ein Geldkarussell im Silicon Valley aussehe, sei aus Sicht von Neuberger Berman eine Reihe strategischer Partnerschaften. Diese sollten sicherstellen, dass die Branche über genügend Rechenleistung verfüge, um die enorme zukünftige Nachfrage nach KI zu bedienen.
Giganten wie Google und Amazon.com würden über riesige Bargeldreserven verfügen und könnten ihre KI-Infrastruktur selbst finanzieren. Viele KI-Start-ups, die schnell skalieren wollten, hätten jedoch kaum eine andere Wahl, als Partnerschaften mit Investoren und Lieferanten einzugehen. Und es seien nicht nur die Entwickler von KI-Modellen, die nach Deals suchen würden, sondern auch klassische Telekommunikationsunternehmen. So habe NVIDIA im Oktober eine Investition in Höhe von einer Milliarde US-Dollar in Nokia bekanntgegeben. Das Unternehmen stelle Basisstationen her, die Funksignale senden und empfangen würden, um mobile Geräte mit Telekommunikationsnetzen zu verbinden. Daraufhin sei die Nokia-Aktie um 22 Prozent gestiegen. Gemeinsam wollten die Unternehmen Mobilfunknetze der nächsten Generation entwickeln, die von Grund auf für KI entworfen würden.
Nach Einschätzung von Neuberger Berman ziele diese Deal-Flut in erster Linie darauf ab, einen Engpass auf der Angebotsseite zu verhindern. Es gehe nicht darum, eine schwache Nachfrage zu kaschieren. Tokens - die Maßeinheit, mit der KI-Modelle ihren Output messen und auf deren Basis die Unternehmen ihre Dienste abrechnen würden - seien das eindeutigste Maß für die Nutzung der Technologie. Die Token-Durchsätze würden weiter zunehmen, da KI zunehmend in den Alltag integriert werde. Dieses Muster ähnele einer klassischen S-Kurve: Die Frühphasenadoption gehe in eine exponentielle Nutzung über, sobald die Infrastruktur stehe.
Beispielsweise habe Googles Gemini/Vertex AI im April 2025 etwa 480 Billionen Tokens verarbeitet - das 50-fache gegenüber 9,7 Billionen im Jahr zuvor. Bei Azure OpenAI seien es im dritten Quartal 2025 über 100 Billionen Tokens gewesen, mit einem monatlichen Spitzenwert von fast 50 Billionen im Juni. Die Nutzung wachse, sobald Kapazitätsengpässe abgebaut würden. Dies stärke wiederum die Nachfrage nach mehrjährigen Vereinbarungen in der Branche.
OpenAI habe einen Multi-Vendor-Ansatz gewählt, um die Risiken zu mindern: Anstatt sich an einen einzelnen Zulieferer zu binden, arbeite das Unternehmen mit mehreren Chip- und Cloud-Anbietern zusammen, um seine Lieferkette zu stärken.
Skeptiker würden warnen, der aktuelle KI-Boom erinnere an die Dotcom-Blase aus dem Jahr 2000. Im Gegensatz zu damals würden Neuberger Berman die Bewertungen und Investitionsausgaben im KI-Sektor jedoch weitgehend diszipliniert und durch die Geschäftsergebnisse gestützt erscheinen.
So habe beispielsweise Googles Cloud-Computing-Sparte im zweiten Quartal Einnahmen in Höhe von 13,6 Milliarden US-Dollar - ein Plus von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum - sowie einen Auftragsbestand im Volumen von 106 Milliarden US-Dollar gemeldet. Ebenso halte Neuberger Berman NVIDIAs Performance durch Chipverkäufe an KI-Rechenzentren und starke Bruttomargen für gut unterstützt. Unterdessen fahre TSMC einen zurückhaltenden Kurs: Der mit Abstand führende Anbieter von Ausrüstung für die Chip-Fertigung steuere seine Produktion im Einklang mit festen Kundenaufträgen und wahre so seine Preissetzungsmacht und Kapitaleffizienz. Aus Sicht von Neuberger Berman gebe es keine Anzeichen dafür, dass sie den Markt mit Kapazitäten überschwemmen würden. Dies könnte die Profitabilität der Branche langfristig stützen.
Neuberger Berman erkenne die Risiken einer Kapitalkonzentration und zunehmenden Verflechtung unter den wichtigsten KI-Akteuren an. Neuberger Berman denke jedoch, dass Marktnachfrage, Kapazität, Finanzierung und Umsetzung derzeit noch im Gleichgewicht stünden. Es gelte: Die S-Kurve im Auge behalten! (19.11.2025/ac/a/m)
Das sorge bei den Investoren für zunehmende Nervosität. Sie würden jedoch einen wichtigen Punkt übersehen: Die Anbieter würden sich damit für die Zukunft wappnen.
Im September habe der KI-Chip-Hersteller NVIDIA eine Vereinbarung unterzeichnet, bis zu 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI zu investieren. Im Gegenzug habe sich OpenAI bereit erklärt, NVIDIAs Chips zu kaufen. Oracle habe Anfang desselben Monats einen fünfjährigen Cloud-Computing-Vertrag im Volumen von 300 Milliarden US-Dollar mit OpenAI und zugleich angekündigt, für viele Milliarden NvVIDIA-Chips zu kaufen. Die Oracle-Aktie sei daraufhin um 43 Prozent geklettert und der Börsenwert des Unternehmens an einem einzigen Tag um 234 Milliarden US-Dollar gestiegen.
Kritiker würden sich fragen, ob diese schwindelerregenden Konstrukte - bei denen ein kleiner Kreis von Unternehmen zugleich Kunden, Lieferanten und Investoren füreinander seien - eine Blase aufblähen oder langfristigen Wert schaffen würden. Was wie ein Geldkarussell im Silicon Valley aussehe, sei aus Sicht von Neuberger Berman eine Reihe strategischer Partnerschaften. Diese sollten sicherstellen, dass die Branche über genügend Rechenleistung verfüge, um die enorme zukünftige Nachfrage nach KI zu bedienen.
Giganten wie Google und Amazon.com würden über riesige Bargeldreserven verfügen und könnten ihre KI-Infrastruktur selbst finanzieren. Viele KI-Start-ups, die schnell skalieren wollten, hätten jedoch kaum eine andere Wahl, als Partnerschaften mit Investoren und Lieferanten einzugehen. Und es seien nicht nur die Entwickler von KI-Modellen, die nach Deals suchen würden, sondern auch klassische Telekommunikationsunternehmen. So habe NVIDIA im Oktober eine Investition in Höhe von einer Milliarde US-Dollar in Nokia bekanntgegeben. Das Unternehmen stelle Basisstationen her, die Funksignale senden und empfangen würden, um mobile Geräte mit Telekommunikationsnetzen zu verbinden. Daraufhin sei die Nokia-Aktie um 22 Prozent gestiegen. Gemeinsam wollten die Unternehmen Mobilfunknetze der nächsten Generation entwickeln, die von Grund auf für KI entworfen würden.
Beispielsweise habe Googles Gemini/Vertex AI im April 2025 etwa 480 Billionen Tokens verarbeitet - das 50-fache gegenüber 9,7 Billionen im Jahr zuvor. Bei Azure OpenAI seien es im dritten Quartal 2025 über 100 Billionen Tokens gewesen, mit einem monatlichen Spitzenwert von fast 50 Billionen im Juni. Die Nutzung wachse, sobald Kapazitätsengpässe abgebaut würden. Dies stärke wiederum die Nachfrage nach mehrjährigen Vereinbarungen in der Branche.
OpenAI habe einen Multi-Vendor-Ansatz gewählt, um die Risiken zu mindern: Anstatt sich an einen einzelnen Zulieferer zu binden, arbeite das Unternehmen mit mehreren Chip- und Cloud-Anbietern zusammen, um seine Lieferkette zu stärken.
Skeptiker würden warnen, der aktuelle KI-Boom erinnere an die Dotcom-Blase aus dem Jahr 2000. Im Gegensatz zu damals würden Neuberger Berman die Bewertungen und Investitionsausgaben im KI-Sektor jedoch weitgehend diszipliniert und durch die Geschäftsergebnisse gestützt erscheinen.
So habe beispielsweise Googles Cloud-Computing-Sparte im zweiten Quartal Einnahmen in Höhe von 13,6 Milliarden US-Dollar - ein Plus von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum - sowie einen Auftragsbestand im Volumen von 106 Milliarden US-Dollar gemeldet. Ebenso halte Neuberger Berman NVIDIAs Performance durch Chipverkäufe an KI-Rechenzentren und starke Bruttomargen für gut unterstützt. Unterdessen fahre TSMC einen zurückhaltenden Kurs: Der mit Abstand führende Anbieter von Ausrüstung für die Chip-Fertigung steuere seine Produktion im Einklang mit festen Kundenaufträgen und wahre so seine Preissetzungsmacht und Kapitaleffizienz. Aus Sicht von Neuberger Berman gebe es keine Anzeichen dafür, dass sie den Markt mit Kapazitäten überschwemmen würden. Dies könnte die Profitabilität der Branche langfristig stützen.
Neuberger Berman erkenne die Risiken einer Kapitalkonzentration und zunehmenden Verflechtung unter den wichtigsten KI-Akteuren an. Neuberger Berman denke jedoch, dass Marktnachfrage, Kapazität, Finanzierung und Umsetzung derzeit noch im Gleichgewicht stünden. Es gelte: Die S-Kurve im Auge behalten! (19.11.2025/ac/a/m)
|








