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Paris (www.aktiencheck.de) - Das Vertrauen in die chinesische Wirtschaft schwindet und die Regierung hat keinen klaren Plan zur Ankurbelung der Wirtschaft, so Jean-Marie Mercadal, CEO von SYNCICAP Asset Management - Teil von Ofi Invest.
Und das in einer Zeit, in der die drei wichtigsten Faktoren, die Chinas Wirtschaft in den letzten 15 Jahren angetrieben hätten, Anzeichen von Schwäche zeigen würden:
Immobilien: Die von den chinesischen Behörden eingeführten Schutzmaßnahmen hätten eine Stabilisierung des Marktes ermöglicht. Der Sektor werde jedoch nicht länger ein Wachstumsmotor der chinesischen Wirtschaft sein. Die Immobilieninvestitionen seien rückläufig und seit Anfang 2023 um 6,2 Prozent gesunken. Erschwerend komme hinzu, dass die Regierung beschlossen habe, die Immobilienspekulation einzuschränken, um den Zugang zu Wohnraum zu erleichtern.
Exporte: Die Exporttätigkeit mache etwa 20 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Das heiße, China könne sich nicht vom Rest der Welt abkoppeln und sei mit zwei Herausforderungen konfrontiert: Die USA würden einen Handelskrieg mit Zöllen und Embargos gegen China und Europa als auch die USA befinden sich im Wirtschaftsabschwung führen.
Infrastruktur: Nach der Krise von 2008 habe die Regierung die Wirtschaft durch massive Infrastrukturprogramme angekurbelt. Dies sei nun nicht mehr der Fall. Zum einen sei der Bedarf an Infrastruktur geringer und zum anderen seien die Investitionsausgaben beschränkt worden.
Die chinesische Regierung habe das diesjährige Haushaltsdefizit auf 3 Prozent des BIP begrenzt. Denn mit rund 280 Prozent des BIP habe die kumulierte öffentliche und private Verschuldung inzwischen eine ähnliche Größenordnung erreicht wie im Westen. Der Unterschied zu den westlichen Ländern bestehe darin, dass diese Schulden zu einem großen Teil im Inland gehalten würden und das Land über Devisenreserven in Höhe von rund 3.200 Mrd. USD und einen Handelsüberschuss verfüge. Der Aufschwung werde also in erster Linie durch geldpolitische Maßnahmen unterstützt werden.
Der Mindestreservesatz für Finanzinstitute sei mehrmals gesenkt worden und zwar von 11,25 Prozent Anfang 2019 auf derzeit 7,6 Prozent. Der Leitzins für fünfjährige Kredite, die wichtigste Referenz für Hypotheken, sei im Juni von 4,3 Prozent auf 4,2 Prozent gesenkt worden.
Das Wachstumsziel der Regierung von 5 Prozent erscheine daher unsicher. Die Märkte würden die wirtschaftspolitischen Entscheidungen der Regierung aufmerksam verfolgen. Der von Bloomberg erstellte Konsens der Wirtschaftsprognosen habe seine Wachstumserwartungen für 2023 auf 5,5 Prozent nach unten korrigiert.
Aus Sicht könnte die Regierung beschließen, die Unternehmenssteuern für Hightech-Unternehmen zu senken oder gezielte Maßnahmen zugunsten der privaten Haushalte einzuführen, da sich die Regierung auf den Binnenkonsum als wichtigsten Wachstumsmotor der Wirtschaft konzentrieren müsse. Hier bestehe Potenzial, da der Anteil des Binnenkonsums an der Wirtschaft mit rund 38 Prozent im Vergleich zu rund 70 Prozent in den USA immer noch gering sei.
Genauso schätze Ofi Invest, dass China die folgenden Wachstumssektoren fördern werde:
- Technologie, da China bestrebt sei, seine Führungsstärke in der Rüstungsindustrie beizubehalten
- Grüne Energie, da China ein gewisses Maß an Energieunabhängigkeit im Einklang mit seinem Ziel, bis 2060 kohlenstoffneutral zu sein, erreichen wolle
- Freizeit
- Gesundheitswesen, das eine alternde Bevölkerung versorgen müsse
- Online-Glücksspiele
- Kosmetik
Nach dem jüngsten Wirtschaftsabschwung seien die Aktienbewertungen auf dem gesamten Markt gesunken: Chinesische Aktien würden mit einem KGV von 11 für 2023 gehandelt, wobei das prognostizierte Gewinnwachstum zwischen 15 und 20 Prozent liege.
Fazit: Es gebe einige Gründe, warum internationale Anleger weniger auf chinesische Aktien setzen würden. Es gelte die wirtschaftspolitischen Entscheidungen der chinesischen Regierung weiterhin aufmerksam zu beobachten und die Auswirkungen auf den chinesischen Aktienmarkt zu analysieren. (23.06.2023/ac/a/m)
Und das in einer Zeit, in der die drei wichtigsten Faktoren, die Chinas Wirtschaft in den letzten 15 Jahren angetrieben hätten, Anzeichen von Schwäche zeigen würden:
Immobilien: Die von den chinesischen Behörden eingeführten Schutzmaßnahmen hätten eine Stabilisierung des Marktes ermöglicht. Der Sektor werde jedoch nicht länger ein Wachstumsmotor der chinesischen Wirtschaft sein. Die Immobilieninvestitionen seien rückläufig und seit Anfang 2023 um 6,2 Prozent gesunken. Erschwerend komme hinzu, dass die Regierung beschlossen habe, die Immobilienspekulation einzuschränken, um den Zugang zu Wohnraum zu erleichtern.
Exporte: Die Exporttätigkeit mache etwa 20 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Das heiße, China könne sich nicht vom Rest der Welt abkoppeln und sei mit zwei Herausforderungen konfrontiert: Die USA würden einen Handelskrieg mit Zöllen und Embargos gegen China und Europa als auch die USA befinden sich im Wirtschaftsabschwung führen.
Infrastruktur: Nach der Krise von 2008 habe die Regierung die Wirtschaft durch massive Infrastrukturprogramme angekurbelt. Dies sei nun nicht mehr der Fall. Zum einen sei der Bedarf an Infrastruktur geringer und zum anderen seien die Investitionsausgaben beschränkt worden.
Die chinesische Regierung habe das diesjährige Haushaltsdefizit auf 3 Prozent des BIP begrenzt. Denn mit rund 280 Prozent des BIP habe die kumulierte öffentliche und private Verschuldung inzwischen eine ähnliche Größenordnung erreicht wie im Westen. Der Unterschied zu den westlichen Ländern bestehe darin, dass diese Schulden zu einem großen Teil im Inland gehalten würden und das Land über Devisenreserven in Höhe von rund 3.200 Mrd. USD und einen Handelsüberschuss verfüge. Der Aufschwung werde also in erster Linie durch geldpolitische Maßnahmen unterstützt werden.
Das Wachstumsziel der Regierung von 5 Prozent erscheine daher unsicher. Die Märkte würden die wirtschaftspolitischen Entscheidungen der Regierung aufmerksam verfolgen. Der von Bloomberg erstellte Konsens der Wirtschaftsprognosen habe seine Wachstumserwartungen für 2023 auf 5,5 Prozent nach unten korrigiert.
Aus Sicht könnte die Regierung beschließen, die Unternehmenssteuern für Hightech-Unternehmen zu senken oder gezielte Maßnahmen zugunsten der privaten Haushalte einzuführen, da sich die Regierung auf den Binnenkonsum als wichtigsten Wachstumsmotor der Wirtschaft konzentrieren müsse. Hier bestehe Potenzial, da der Anteil des Binnenkonsums an der Wirtschaft mit rund 38 Prozent im Vergleich zu rund 70 Prozent in den USA immer noch gering sei.
Genauso schätze Ofi Invest, dass China die folgenden Wachstumssektoren fördern werde:
- Technologie, da China bestrebt sei, seine Führungsstärke in der Rüstungsindustrie beizubehalten
- Grüne Energie, da China ein gewisses Maß an Energieunabhängigkeit im Einklang mit seinem Ziel, bis 2060 kohlenstoffneutral zu sein, erreichen wolle
- Freizeit
- Gesundheitswesen, das eine alternde Bevölkerung versorgen müsse
- Online-Glücksspiele
- Kosmetik
Nach dem jüngsten Wirtschaftsabschwung seien die Aktienbewertungen auf dem gesamten Markt gesunken: Chinesische Aktien würden mit einem KGV von 11 für 2023 gehandelt, wobei das prognostizierte Gewinnwachstum zwischen 15 und 20 Prozent liege.
Fazit: Es gebe einige Gründe, warum internationale Anleger weniger auf chinesische Aktien setzen würden. Es gelte die wirtschaftspolitischen Entscheidungen der chinesischen Regierung weiterhin aufmerksam zu beobachten und die Auswirkungen auf den chinesischen Aktienmarkt zu analysieren. (23.06.2023/ac/a/m)
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