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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Nach langem Seitwärtstrend in einer engen Schwankungsbreite ist der US-Dollar plötzlich in eine neue Schwächephase geraten, so Dr. Eberhardt Unger von fairesearch.
Der letzte Kurs habe die Marke von 1,14 Euro erreicht. Das sei ungewöhnlich in Krisenzeiten wie der jetzigen mit Pandemie und internationalen Spannungen, insbesondere mit China. In solchen Krisenzeiten diene die US-Valuta in der Regel als "sicherer Hafen". Von der fundamentalen Seite her sei der USD schon seit längerem überbewertet.
Wie schon in der weltweiten Verschuldungskrise 2008 habe die FED auch diesmal international Notenbanken umfangreiche Kreditlinien eingerichtet, damit sie im Falle von Liquiditätsengpässen im US-Dollar gerüstet seien und handlungsfähig bleiben würden (Quelle: BIZ). Doch diesmal sei der Notfall bisher ausgeblieben.
Von der monetären Seite her betrachtet sei er ebenfalls abwertungsverdächtig, da die US-Notenbank schon seit langem ein viel zu hohes Geldmengenwachstum betreibe. Dies erfolge ausschließlich aus konjunkturellen Gründen. Die Volkswirtschaft stecke mitten in der schwersten Rezession der Nachkriegszeit. Dies hauptsächlich aus Gründen der Pandemie. Doch das Corona-Problem werde nicht so schnell überwunden werden. Die USA würden zurzeit Neuinfektionen von 65.000 täglich erleiden, die Zahl der Toten sei erschreckend. Selbst wenn schon bald ein Gegenmittel gefunden werde, dürfte es noch mehrere Quartale dauern, bis alle geimpft seien. Die FED werde somit ihre ultraexpansive Geldpolitik noch längere Zeit fortsetzen. FEDPräsident Powell habe dies den Finanzmärkten schon gewissermaßen "garantiert". Das Geldvolumen M2 sei seit Juni 2000 von USD 4,7 Billionen auf gegenwärtig USD 18,4 Billionen mit noch nie dagewesener Geschwindigkeit seit dem Frühjahr 2020 gestiegen. Die überschüssige Liquidität führe zu einem Kaufkraftverlust, der USD verliere an Wert. Doch andere Notenbanken würden auch die umlaufende Geldmenge erhöhen, gemessen an M2. Doch mit dem Tempo der USA würden die anderen nicht mithalten.
Der amerikanische Volkswirt Irving Fisher (1867 -1947) sei für eine ganze Reihe wirtschaftswissenschaftlicher Gleichungen berühmt geworden. Nach seiner Quantitätsgleichung sei die in einem Jahr umgesetzte Geldmenge M multipliziert mit der Geldumlaufgeschwindigkeit V gleich der Produktion von Gütern und Leistungen Y multipliziert mit der Teuerungsrate P. Somit: M x V = Y x P. Die monetäre Seite einer Volkswirtschaft spiegele sich in der fundamentalen. Danach seien Geldmenge M und Geldumlaufgeschwindigkeit V direkt proportional zu den konjunkturellen Aktivitäten einer Volkswirtschaft. Nach den Formeln von Irving Fisher wisse man zwar, dass es nicht nur auf die Geldmenge ankomme, die höhere Inflation erzeuge, sondern auf das Produkt aus Geldmenge mal Geldumlaufgeschwindigkeit. Aber das Ausmaß in den USA sprenge alle Größen. Selbst die BoJ oder die EZB würden mit dem US-Ausmaß nicht Schritt halten. Die US-Regierung möge das zwar mit dem Ausmaß der Krise begründen, aber wie solle diese Geldmenge später wieder abgeschöpft werden und wie stehe es mit der Unabhängigkeit der Zentralbank von Regierungsanweisungen? Letztere sei nicht mehr gegeben, sondern stillschweigend aufgelöst und dies sei bisher von den Märkten nur sprachlos zur Kenntnis genommen worden. Was stehe uns da noch bevor?
Folgerung: Langfristig orientierte Investoren sollten der Dollar-Stabilität nicht trauen. (22.07.2020/ac/a/m)
Der letzte Kurs habe die Marke von 1,14 Euro erreicht. Das sei ungewöhnlich in Krisenzeiten wie der jetzigen mit Pandemie und internationalen Spannungen, insbesondere mit China. In solchen Krisenzeiten diene die US-Valuta in der Regel als "sicherer Hafen". Von der fundamentalen Seite her sei der USD schon seit längerem überbewertet.
Von der monetären Seite her betrachtet sei er ebenfalls abwertungsverdächtig, da die US-Notenbank schon seit langem ein viel zu hohes Geldmengenwachstum betreibe. Dies erfolge ausschließlich aus konjunkturellen Gründen. Die Volkswirtschaft stecke mitten in der schwersten Rezession der Nachkriegszeit. Dies hauptsächlich aus Gründen der Pandemie. Doch das Corona-Problem werde nicht so schnell überwunden werden. Die USA würden zurzeit Neuinfektionen von 65.000 täglich erleiden, die Zahl der Toten sei erschreckend. Selbst wenn schon bald ein Gegenmittel gefunden werde, dürfte es noch mehrere Quartale dauern, bis alle geimpft seien. Die FED werde somit ihre ultraexpansive Geldpolitik noch längere Zeit fortsetzen. FEDPräsident Powell habe dies den Finanzmärkten schon gewissermaßen "garantiert". Das Geldvolumen M2 sei seit Juni 2000 von USD 4,7 Billionen auf gegenwärtig USD 18,4 Billionen mit noch nie dagewesener Geschwindigkeit seit dem Frühjahr 2020 gestiegen. Die überschüssige Liquidität führe zu einem Kaufkraftverlust, der USD verliere an Wert. Doch andere Notenbanken würden auch die umlaufende Geldmenge erhöhen, gemessen an M2. Doch mit dem Tempo der USA würden die anderen nicht mithalten.
Der amerikanische Volkswirt Irving Fisher (1867 -1947) sei für eine ganze Reihe wirtschaftswissenschaftlicher Gleichungen berühmt geworden. Nach seiner Quantitätsgleichung sei die in einem Jahr umgesetzte Geldmenge M multipliziert mit der Geldumlaufgeschwindigkeit V gleich der Produktion von Gütern und Leistungen Y multipliziert mit der Teuerungsrate P. Somit: M x V = Y x P. Die monetäre Seite einer Volkswirtschaft spiegele sich in der fundamentalen. Danach seien Geldmenge M und Geldumlaufgeschwindigkeit V direkt proportional zu den konjunkturellen Aktivitäten einer Volkswirtschaft. Nach den Formeln von Irving Fisher wisse man zwar, dass es nicht nur auf die Geldmenge ankomme, die höhere Inflation erzeuge, sondern auf das Produkt aus Geldmenge mal Geldumlaufgeschwindigkeit. Aber das Ausmaß in den USA sprenge alle Größen. Selbst die BoJ oder die EZB würden mit dem US-Ausmaß nicht Schritt halten. Die US-Regierung möge das zwar mit dem Ausmaß der Krise begründen, aber wie solle diese Geldmenge später wieder abgeschöpft werden und wie stehe es mit der Unabhängigkeit der Zentralbank von Regierungsanweisungen? Letztere sei nicht mehr gegeben, sondern stillschweigend aufgelöst und dies sei bisher von den Märkten nur sprachlos zur Kenntnis genommen worden. Was stehe uns da noch bevor?
Folgerung: Langfristig orientierte Investoren sollten der Dollar-Stabilität nicht trauen. (22.07.2020/ac/a/m)
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