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Der Rubel im "Kalten Krieg"




12.11.18 16:12
fairesearch

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der Kurs des russischen Rubel (RUB) orientiert sich weiter an der Entwicklung der Wechselkurse der Schwellenländer, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Hier bestimme der chinesische Yuan (CYN) als Schwergewicht die Tendenz. Der CYN habe gegenüber dem USD den tiefsten Stand der letzten 10 Jahre erreicht. Die Devisenkurse des RUB und des CYN würden gegenwärtig weniger den binnenwirtschaftlichen als den internationalen Einflüssen folgen. Hier würden sich insbesondere die Handelssanktionen und die steigenden amerikanischen Zinsen auswirken. Da der Konflikt mit den USA weiter anhalte und mit Zinserhöhungen in den USA fest zu rechnen sei, müssten bei Dispositionen heftige Schwankungen und Schwächeperioden des RUB einkalkuliert werden.

Der Rubel habe dennoch weniger Kursverluste erlitten als andere Wechselkurse von Schwellenländern. Dies möge an den zwischenzeitlich gestiegenen Preisen für Erdöl liegen, die zuletzt aber wieder nachgegeben hätten. Die Central Bank of Russia habe ihre Geldpolitik wegen der "Stabilisierung der Situation an den Finanzmärkten" unverändert gelassen. Um die Volkswirtschaft gegenüber externen Risiken zumindest teilweise abzusichern, habe die russische Zentralbank in den letzten Jahren kontinuierlich an den Weltmärkten Gold gekauft und damit die Kursschwäche der Edelmetalle zur Aufstockung der offiziellen Goldreserven genutzt. Inzwischen weise sie 2036 Tonnen aus, das seien 16,9% der gesamten Währungsreserven. Russland stehte damit an der 6. Stelle in der Welt, vor China, Japan oder Indien. Keine Zentralbank habe in den letzten Jahren so viel Gold gekauft wie die russische. Bereite sich Russland auf neue Währungsturbulenzen vor?

Die neuen Restriktionen der USA gegen Iran würden bereits wieder neue Unruhen in die Märkte für Rohöl bringen. Verknappungen iranischer Exporte würden preistreibend wirken, doch eine Beruhigung der Weltwirtschaft dürfte die Nachfrage mit gegenteiligen Effekt drosseln.

Die Preise für Rohöl in Brent oder WTI hätten zuletzt keine positive Dynamik aufgebaut. Die US-Lagerbestände seien erheblich höher als sonst um diese Jahreszeit. Die einheimische Produktion in den USA aufe auf vollen Touren. Die Märkte würden zudem erwarten, dass rückläufige iranische Exporte durch verstärkte saudische Produktion ersetzt werden werde. Das spreche gegen eine nennenswerte Erhöhung der Ölpreise, zumindest bis Jahresende.

Folgerung: Die Chancen für eine deutliche Befestigung des Rubel gegen dem USD oder dem EUR seien in nächster Zeit gering. Die geopolitischen Spannungen und Handelssanktionen dürften weiter anhalten. Bei den Ölpreisen sei eine nennenswerte Erhöhung bis Jahresende wenig wahrscheinlich. Die Goldkäufe der Central Bank of Russia dürften weiter anhalten. (12.11.2018/ac/a/m)







 
 
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