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Zürich (www.aktiencheck.de) - Von den großen Notenbanken wird die FED wohl als letzte den Zinssenkungspfad einschlagen, so die Experten von Swisscanto.
Die Zinssenkungen der EZB für Juni seien dagegen eingepreist und die Experten würden mit einer "falkenhaften" Zinssenkung rechnen. Das heiße, sie werde vom Mantra "higher for longer" begleitet werden und daher kein Feuerwerk am Aktienmarkt entfachen. Aufgrund des makroökonomischen Datenkranzes würden die Experten von einer marktfreundlichen Konjunkturdynamik und einem volatilen Abwärtstrend der Inflation ausgehen.
Die erhöhte Inflation und die restriktive Geldpolitik würden zwar für eine anhaltend positive Korrelation zwischen Aktien- und Anleihenkursen sorgen. Dabei stütze das robuste Wirtschaftswachstum die Unternehmensgewinne und Aktienmärkte aber stärker als das Kurspotenzial der Anleihen, das von einer Konjunkturaufhellung eher gebremst werde.
Die Verbesserung der Konjunkturdaten in Europa und die abnehmende Dynamik in den USA würden sich in der Aktienperformance widerspiegeln. Europa übertreffe die USA allerdings nur, wenn die Marktkonzentration des Technologiesektors aus dem US-Markt herausgerechnet werde. An der Dominanz des US-Technologiesektors sei aufgrund der hohen Marktanteile und des technologischen Vorsprungs nicht zu rütteln, und das Gewinnwachstum der führenden Unternehmen werde relativ betrachtet mittelfristig stärker ausfallen. Allerdings lohne sich hier der Blick auf die zweite Ableitung.
Die Gewinndynamik im Technologiesektor dürfte stärker abnehmen. Gleichzeitig nehme diejenige der konjunktursensitiveren Sektoren im Sog der konjunkturellen Aufhellung - vor allem in Europa - zu. Das eröffne Chancen für die zyklischeren und günstiger bewerteten Aktien in Europa. Zudem würden die Zinssenkungen der EZB die Risikoprämie der Aktienmärkte im alten Kontinent verbessern. In einem Umfeld mit tiefen Risikoprämien und einer restriktiven Geldpolitik rücke die Bewertung wieder in den Vordergrund - und Europa sei günstiger bewertet.
Zu den Haupttreibern der relativen Aktienmarktentwicklung würden seit Längerem die Erwartungen in Bezug auf die Geldpolitik der einzelnen Volkswirtschaften zählen. Während die Experten in Japan mit Zinserhöhungen rechnen würden, würden sie für Kanada von einer ersten Senkung im Juni ausgehen. Dies dürfte den Kanadischen Dollar tendenziell schwächen, was in Kombination mit stabilen oder, wie von den Experten erwartet, leicht steigenden Rohstoffpreisen zu einer Verbesserung der Gewinne führen sollte. Kanadas Aktien hätten dadurch wieder mehr Potenzial.
Den japanischen Unternehmen habe der seit über drei Jahren schwächelnde Yen bereits Rückenwind verliehen. Mittlerweile bewege er sich allerdings auf einem sehr tiefen Niveau, das bei Volkswirten und Investoren nicht mehr einseitig als unterstützend erachtet werde. Auch die Bank of Japan habe bereits am Devisenmarkt interveniert. Der Yen dürfte kurz- bis mittelfristig ein Unsicherheitsfaktor bleiben. Insofern würden die Experten den japanischen Aktienmarkt weiterhin in einer Konsolidierungsphase sehen.
Seit dem Aktienmarkttief nach dem Corona-Ausbruch im März 2020 hätten sich bis auf die Schwellenländer alle in der Anlagepolitik der Experten enthaltenen Märkte besser entwickelt als die Schweiz. Dies gelte sowohl in lokaler Währung als auch in Schweizer Franken. Der wesentliche Grund dafür liege in einer relativ schwachen Gewinnentwicklung. Dazu beigetragen habe unter anderem die Aufwertung des Frankens, die Produkte aus der Schweiz für ausländische Käufer teurer mache. Hinzugekommen sei die wirtschaftliche Schwäche in wichtigen Absatzmärkten wie China oder der Eurozone.
Zudem habe die Dominanz defensiver Sektoren für ein weniger dynamisches Indexgewinnwachstum im Rahmen der globalen Konjunkturerholung als in zyklischeren Märkten gesorgt. Auch von Sonderthemen wie "künstliche Intelligenz" oder "Schlankmachermedikamente" hätten andere Märkte stärker profitiert. Allerdings würden sich die Hinweise auf einen wieder besseren Gewinntrend verdichten. So habe der Schweizer Franken seit Jahresbeginn deutlich abgewertet und die Wirtschaft in China und Europa erhole sich langsam. Aktuell sei auch eine leichte relative Gewinnstabilisierung erkennbar. Ob der längere Abwärtstrend tatsächlich umgekehrt werden könne, sei zwar noch offen, aber die Chancen dafür stünden besser als zuvor.
Der Momentum-Stil setze darauf, dass Aktien, die über eine vordefinierte Periode überdurchschnittlich abgeschnitten hätten, sich auch in der näheren Zukunft besser entwickeln würden als der Gesamtmarkt. Seit Jahresanfang sei dieser Stil der bisherige Spitzenreiter unter den Investment-Stilen. Getrieben worden sei der diesjährige Anstieg von den Sektoren Technologie und Kommunikationsdienstleistungen, die bereits 2023 stark gewesen seien und sich deshalb aktuell in den Momentum-Indizes befinden würden.
Seit März zeichne sich jedoch eine Verlangsamung ab. Dafür würden einerseits die US-Geldpolitik, die den Rückenwind für die eher hoch bewerteten Schwergewichte im Momentum-Stil abflauen lasse, sowie die relative Konsolidierung im hoch gewichteten japanischen Markt sorgen. Andererseits hätten die untervertretenen rohstoffnahen Sektoren und Finanzdienstleister aufholen können. Auch die Historie zeige, dass die Überrendite von Momentum überwiegend nicht mit einer Korrektur der vorherigen Spitzenreiter ende, sondern mit einer Verbesserung im Rest des Aktienuniversums. Insofern wäre das Nachlassen der "Momentum-Stärke" ein gutes Zeichen für den Gesamtaktienmarkt.
Erstmals seit 2013 sei der Silberpreis im Mai über die Marke von USD 30 pro Unze geklettert. Damit habe Silber zwar im vergangenen Monat nicht wie Gold und Kupfer ein neues Allzeithoch erreicht, die Rekordmarke liege nach wie vor bei USD 49 aus dem Jahr 2011. Mit dem starken Preisanstieg habe Silber aber die anderen Metalle und Rohstoffe im Jahresanfangsvergleich überflügelt. Der Vergleich von Silber mit Gold und Kupfer komme nicht von ungefähr. So enthalte die Nachfragestruktur bei Silber Elemente beider Metalle. Wie beim fast ausschließlich industriell genutzten Kupfer habe 2023 auch bei Silber mit einem Anteil von 55% die Hauptnachfrage aus der Industrie gerührt. Dabei stelle die Verwendung in der Photovoltaik das am schnellsten wachsende Nachfragesegment dar (+64%).
Gemäß dem World Silver Survey 2024 werde der Silbermarkt auch im laufenden Jahr in einem Defizit verharren, bereits das vierte Jahr in Folge. Der jüngste Preisanstieg sei deshalb auch als Aufholbewegung vor einem konstruktiven Fundamentalbild zu sehen. Der Ausblick für die weitere Entwicklung des Silberpreises stehe nach Ansicht der Experten wiederum zwischen Kupfer und Gold. Kupfer dürfte weiter von einer Erholung der globalen Industrietätigkeit profitieren, und auf Mehrjahressicht zeichne sich bei dem für die Transition zu einer grüneren Wirtschaft unverzichtbaren Metall eine strukturelle Knappheit ab. Bei Gold würden die Experten aktuell mit einer Konsolidierung rechnen, aber mittel- bis langfristig den Goldpreis nochmals höher sehen. (04.06.2024/ac/a/m)
Die Zinssenkungen der EZB für Juni seien dagegen eingepreist und die Experten würden mit einer "falkenhaften" Zinssenkung rechnen. Das heiße, sie werde vom Mantra "higher for longer" begleitet werden und daher kein Feuerwerk am Aktienmarkt entfachen. Aufgrund des makroökonomischen Datenkranzes würden die Experten von einer marktfreundlichen Konjunkturdynamik und einem volatilen Abwärtstrend der Inflation ausgehen.
Die erhöhte Inflation und die restriktive Geldpolitik würden zwar für eine anhaltend positive Korrelation zwischen Aktien- und Anleihenkursen sorgen. Dabei stütze das robuste Wirtschaftswachstum die Unternehmensgewinne und Aktienmärkte aber stärker als das Kurspotenzial der Anleihen, das von einer Konjunkturaufhellung eher gebremst werde.
Die Verbesserung der Konjunkturdaten in Europa und die abnehmende Dynamik in den USA würden sich in der Aktienperformance widerspiegeln. Europa übertreffe die USA allerdings nur, wenn die Marktkonzentration des Technologiesektors aus dem US-Markt herausgerechnet werde. An der Dominanz des US-Technologiesektors sei aufgrund der hohen Marktanteile und des technologischen Vorsprungs nicht zu rütteln, und das Gewinnwachstum der führenden Unternehmen werde relativ betrachtet mittelfristig stärker ausfallen. Allerdings lohne sich hier der Blick auf die zweite Ableitung.
Die Gewinndynamik im Technologiesektor dürfte stärker abnehmen. Gleichzeitig nehme diejenige der konjunktursensitiveren Sektoren im Sog der konjunkturellen Aufhellung - vor allem in Europa - zu. Das eröffne Chancen für die zyklischeren und günstiger bewerteten Aktien in Europa. Zudem würden die Zinssenkungen der EZB die Risikoprämie der Aktienmärkte im alten Kontinent verbessern. In einem Umfeld mit tiefen Risikoprämien und einer restriktiven Geldpolitik rücke die Bewertung wieder in den Vordergrund - und Europa sei günstiger bewertet.
Zu den Haupttreibern der relativen Aktienmarktentwicklung würden seit Längerem die Erwartungen in Bezug auf die Geldpolitik der einzelnen Volkswirtschaften zählen. Während die Experten in Japan mit Zinserhöhungen rechnen würden, würden sie für Kanada von einer ersten Senkung im Juni ausgehen. Dies dürfte den Kanadischen Dollar tendenziell schwächen, was in Kombination mit stabilen oder, wie von den Experten erwartet, leicht steigenden Rohstoffpreisen zu einer Verbesserung der Gewinne führen sollte. Kanadas Aktien hätten dadurch wieder mehr Potenzial.
Seit dem Aktienmarkttief nach dem Corona-Ausbruch im März 2020 hätten sich bis auf die Schwellenländer alle in der Anlagepolitik der Experten enthaltenen Märkte besser entwickelt als die Schweiz. Dies gelte sowohl in lokaler Währung als auch in Schweizer Franken. Der wesentliche Grund dafür liege in einer relativ schwachen Gewinnentwicklung. Dazu beigetragen habe unter anderem die Aufwertung des Frankens, die Produkte aus der Schweiz für ausländische Käufer teurer mache. Hinzugekommen sei die wirtschaftliche Schwäche in wichtigen Absatzmärkten wie China oder der Eurozone.
Zudem habe die Dominanz defensiver Sektoren für ein weniger dynamisches Indexgewinnwachstum im Rahmen der globalen Konjunkturerholung als in zyklischeren Märkten gesorgt. Auch von Sonderthemen wie "künstliche Intelligenz" oder "Schlankmachermedikamente" hätten andere Märkte stärker profitiert. Allerdings würden sich die Hinweise auf einen wieder besseren Gewinntrend verdichten. So habe der Schweizer Franken seit Jahresbeginn deutlich abgewertet und die Wirtschaft in China und Europa erhole sich langsam. Aktuell sei auch eine leichte relative Gewinnstabilisierung erkennbar. Ob der längere Abwärtstrend tatsächlich umgekehrt werden könne, sei zwar noch offen, aber die Chancen dafür stünden besser als zuvor.
Der Momentum-Stil setze darauf, dass Aktien, die über eine vordefinierte Periode überdurchschnittlich abgeschnitten hätten, sich auch in der näheren Zukunft besser entwickeln würden als der Gesamtmarkt. Seit Jahresanfang sei dieser Stil der bisherige Spitzenreiter unter den Investment-Stilen. Getrieben worden sei der diesjährige Anstieg von den Sektoren Technologie und Kommunikationsdienstleistungen, die bereits 2023 stark gewesen seien und sich deshalb aktuell in den Momentum-Indizes befinden würden.
Seit März zeichne sich jedoch eine Verlangsamung ab. Dafür würden einerseits die US-Geldpolitik, die den Rückenwind für die eher hoch bewerteten Schwergewichte im Momentum-Stil abflauen lasse, sowie die relative Konsolidierung im hoch gewichteten japanischen Markt sorgen. Andererseits hätten die untervertretenen rohstoffnahen Sektoren und Finanzdienstleister aufholen können. Auch die Historie zeige, dass die Überrendite von Momentum überwiegend nicht mit einer Korrektur der vorherigen Spitzenreiter ende, sondern mit einer Verbesserung im Rest des Aktienuniversums. Insofern wäre das Nachlassen der "Momentum-Stärke" ein gutes Zeichen für den Gesamtaktienmarkt.
Erstmals seit 2013 sei der Silberpreis im Mai über die Marke von USD 30 pro Unze geklettert. Damit habe Silber zwar im vergangenen Monat nicht wie Gold und Kupfer ein neues Allzeithoch erreicht, die Rekordmarke liege nach wie vor bei USD 49 aus dem Jahr 2011. Mit dem starken Preisanstieg habe Silber aber die anderen Metalle und Rohstoffe im Jahresanfangsvergleich überflügelt. Der Vergleich von Silber mit Gold und Kupfer komme nicht von ungefähr. So enthalte die Nachfragestruktur bei Silber Elemente beider Metalle. Wie beim fast ausschließlich industriell genutzten Kupfer habe 2023 auch bei Silber mit einem Anteil von 55% die Hauptnachfrage aus der Industrie gerührt. Dabei stelle die Verwendung in der Photovoltaik das am schnellsten wachsende Nachfragesegment dar (+64%).
Gemäß dem World Silver Survey 2024 werde der Silbermarkt auch im laufenden Jahr in einem Defizit verharren, bereits das vierte Jahr in Folge. Der jüngste Preisanstieg sei deshalb auch als Aufholbewegung vor einem konstruktiven Fundamentalbild zu sehen. Der Ausblick für die weitere Entwicklung des Silberpreises stehe nach Ansicht der Experten wiederum zwischen Kupfer und Gold. Kupfer dürfte weiter von einer Erholung der globalen Industrietätigkeit profitieren, und auf Mehrjahressicht zeichne sich bei dem für die Transition zu einer grüneren Wirtschaft unverzichtbaren Metall eine strukturelle Knappheit ab. Bei Gold würden die Experten aktuell mit einer Konsolidierung rechnen, aber mittel- bis langfristig den Goldpreis nochmals höher sehen. (04.06.2024/ac/a/m)
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