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Konjunktur: Expansion




31.08.21 10:40
fairesearch

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Mit fortschreitender Überwindung der Corona Pandemie nimmt die Weltwirtschaft kräftig Fahrt auf, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Wie die OECD mitteile, sei der Welthandel im Warenaustausch im 2Q21 in USD gemessen auf ein neues Hoch gestiegen. Im Vergleich zum 1Q21 seien die Exporte um 4,1% und die Importe um 6,4% gestiegen. Erste Anzeichen würden auf eine Verlangsamung der Expansion deuten. Im 1Q21 seien die Exporte um 8,6% und die Importe um 8,5% gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Ein großer Teil des Expansionstempos erkläre sich aus den steigenden Rohstoffpreisen. Engpässe bei Vorprodukten wie Halbleitern würden den Preisdruck vergrößern.

Einen besonderen Anstieg der Exporte hätten unter den G 20 Ländern Volkswirtschaften mit hohen Rohstoffausfuhren, wie Australien, Brasilien oder Russland erzielt. In Nordamerika sei der Außenhandel auf einem neuen Rekordhoch in den USA, Kanada und Mexiko. In der Europäischen Union werde von einem Anstieg der Exporte um 2,8% und der Importe um 5,7% berichtet. In China hätten sich die Exporte um 2,5% ermäßigt, während die Importe um 10,9% geklettert seien.

Dass sich dieses Wachstumstempo nicht in die Zukunft fortsetzen könne, zeige die Entwicklung des ifo Geschäftsklima Index für Deutschland, einer führenden Volkswirtschaft im Außenhandel.

Der ifo Geschäftsklimaindex sei im August auf 99,4 Punkte gefallen, nach 100,7 Punkten im Juli. Der Rückgang sei vor allem auf deutlich weniger optimistische Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen gewesen. Insbesondere im Gastgewerbe und im Tourismus würden die Sorgen wachsen. Die aktuelle Lage hätten die Unternehmen hingegen etwas besser als im Vormonat bewertet. Lieferengpässe bei Vorprodukten in der Industrie und Sorgen wegen steigender Infektionszahlen würden die Konjunktur belasten.

Bei aller Genugtuung über die erfolgte Expansion sollte sich jeder klar darüber sein, dass dieses Wachstum über eine kräftige Neuverschuldung finanziert worden sei. Doch Wachstum durch Neuverschuldung sei zwar ein altbekannter Trick, aber führe mit Sicherheit in die nächste Krise. Die alten Schulden könnten zwar durch Umschuldungen refinanziert werden, Nullprozent Soll-Zinsen werde es jedoch kaum wieder geben. In dem Fall steige der Schuldendienst (Soll-Zinsen + Tilgungen) ins Unerträgliche, es sei denn, Regierungen und Notenbanken würden das Ziel von Preisstabilität und ausgeglichenem Haushalt aufgeben.

Noch in diesem Jahr könnte die US-Notenbank mit dem Herunterfahren ihrer milliardenschweren Anleihenkäufe (Tapering) beginnen. Das kündige Federal-Reserve-Chef Jerome Powell auf dem Treffen der Chefs der wichtigsten Zentralbanken in Jackson Hole am 27. August an. Ein genauer Zeitplan sei nicht genannt worden. An den Börsen würde der Beginn des Tapering in den USA als ein Signal für die ganze Welt gedeutet, dass wegen gestiegener Inflationserwartungen die ultra-expansive Geldpolitik überall zu Ende gehe. Doch das könnte sich als zu spät erweisen. Zahlreiche Regierungen hätten bereits kreditfinanzierte Ausgaben zum Klimaschutz beschlossen. Das werde nicht ohne Preissteigerungen möglich sein. Schon jetzt würden die Inflationserwartungen von 2,5% auf 4,7% steigen.

Folgerung: Die Konjunkturerholung setze sich weltweit fort. Doch auch die Teuerungsraten würden steigen. Die Notenbanken würden mit Erhöhungen der Geldmarktzinsen wegen der absurd hohen Verschuldung aller Sektoren zögern. In realer Rechnung würden Zinsen und Rendite negativ bleiben.

Dispositionen: Festverzinsliche mit mittleren bis längeren Laufzeiten abbauen. Aktien aus den Bereichen erneuerbare Energien und Wasserstoff-Technologien bevorzugen. Ansonsten Teilrealisationen. Die derzeitige Schwäche der Edelmetalle für lukrative Zukäufe nutzen. (Ausgabe vom 30.08.2021) (31.08.2021/ac/a/m)








 
 
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