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Kaum Besserung der Handelsbilanz durch Sanktionen




19.07.19 09:10
fairesearch

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Seit nunmehr zwölf Monaten versucht die US-Regierung das riesige Defizit in der US-Handelsbilanz (USD 55 Mrd. im Monat Mai) abzubauen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Sie setze dabei auf Importzölle und Handelssanktionen. Nach einer neuerlichen Untersuchung des IWF hätten aber solche Barrieren kaum einen Einfluss auf die bilaterale Handelsbilanz zwischen Handelspartnern.

Die meisten Änderungen im bilateralen Handel könnten in den letzten 20 Jahren durch makroökonomische Faktoren erklärt werden. Diese Faktoren würden Fiskalpolitik, Demographie und Binnennachfrage beinhalten. Bilaterale Zolltarife und Sanktionen seien ineffektiv, um die gesamte Handelsbilanz eines Landes gegenüber allen Handelspartnern zu beeinflussen, da die Konsumenten auf andere Produkte ohne diese Importzölle ausweichen könnten.

Das heiße aber nicht, dass Importzölle überhaupt keinen Einfluss hätten. Solche Importzölle würden der Binnenkonjunktur durch sinkende Produktion und Beschäftigung sowie geringerer Produktivität schaden. Der integrierte Welthandel würde durch allgemeine Zollerhöhungen sehr leiden und das Wachstum der Weltwirtschaft bremsen. Schon jetzt wirke dieser negative Einfluss weltweit, da die beiden größten Volkswirtschaften davon betroffen seien. Allgemeine Zollerhöhungen würden deswegen einen verheerenden Effekt auf die Weltwirtschaft entwickeln.

Ein ähnlicher negativer Effekt gehe von einer aktiven Wechselkurspolitik aus. In den 1990er Jahren sei es in Asien zeitweise zu einem Abwertungswettlauf gekommen. Ein Konkurrent habe den anderen misstrauisch beäugt, ob dieser durch Abwertungen seines Wechselkurses sich keinen Wettbewerbsvorteil verschaffe. Gegenwärtig sei ein ähnliches Verhalten im Handelsstreit zwischen den USA und China zu beobachten.

Vor einem Jahr habe 1 USD etwa Yuan 6,60 gekostet. Zusammen mit den ersten Sanktionen sei die US-Valuta auf fast Yuan 7,00 geklettert. Chinesische Gegenmaßnahmen hätten den Dollar wieder auf Yuan 6,70 gedrückt. Die in Osaka erzielte Übereinkunft auf einen künftigen Abbau der Handelssanktionen habe gleich wieder eine Beruhigung von Yuan 6,95 auf 6,85 gebracht. Diese Volatilität sei noch nicht gravierend, es lasse sich auch nicht feststellen, inwieweit die People‘s Bank of China aktiv in den Devisenmarkt eingreife. Doch eine Abwertung des USD läge ganz im amerikanischen Interesse. Gegenüber dem Euro seien die Schwankungen des USD geringer, der Wechselkurs verharre bei USD 1,12 bis 1,13 je EUR. Da aber auch hier die Ungleichgewichte im gegenseitigen Außenhandel noch nicht abgebaut seien, sei auch dieses Gleichgewicht als äußerst labil einzuschätzen.

Die Ungleichgewichte im Außenhandel würden weiter den Welthandel und das Wachstum der Weltwirtschaft belasten. Eine zeitweise Beruhigung an den Devisenmärkten sei nicht als Entspannungssignal zu bewerten. Für die US-Regierung sei der USD überbewertet. (Ausgabe vom 19.07.2019) (19.07.2019/ac/a/m)







 
 
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