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Hochstimmung am Goldmarkt




02.09.24 15:27
Swisscanto

Zürich (www.aktiencheck.de) - Die globalen Konjunkturdaten sind in den vergangenen Wochen erneut schwächer ausgefallen als erwartet, so die Experten von Swisscanto.

Anfang August hätten überraschend schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA bei den Anlegern für ein erneutes Aufflackern der Rezessionsängste gesorgt. Diese hätten sich aber rasch wieder verflüchtigt, weil sich die US-Wirtschaft und vor allem der Privatkonsum erneut als robust erwiesen hätten. Das Beschäftigungswachstum habe sich in den vergangenen Monaten zwar deutlich verlangsamt und die Arbeitslosigkeit habe zugenommen. Aus Sicht der US-Notenbank FED sei diese Abkühlung aber bis zu einem gewissen Grad durchaus erwünscht, damit der Lohn- und Preisdruck weiter abnehme und die Inflation wieder auf den Zielwert von 2% zurückkehre.

Außerdem verlaufe die Abkühlung bisher graduell. Die Arbeitslosenrate sei mit etwas über 4% nach wie vor tief. Gleichzeitig gebe es immer noch viele offene Stellen, während die Zahl der Entlassungen auf niedrigem Niveau verharre. In Kombination mit der rückläufigen Inflation werde damit die Grundlage für eine weniger restriktive Geldpolitik geschaffen. Der Präsident der FED, Jerome Powell, habe Ende August denn auch durchblicken lassen, dass die Notenbank kurz vor ihrer ersten Zinssenkung stehe.

Die Experten würden erwarten, dass der US-Leitzins von derzeit 5,5% bis Mitte 2025 auf ein neutrales Niveau von 3,5% sinken werde. Das entspreche einer Zinssenkung von 25 Basispunkten an jeder kommenden Sitzung des FED. Unter diesen Voraussetzungen stünden die Chancen gut, dass die Wachstumsverlangsamung in den USA auch in Zukunft in geordneten Bahnen verlaufe und eine Rezession verhindert werden könne.

Auch in den anderen Industrieländern würden die Notenbanken weiter an der Zinsschraube drehen. In den Schwellenländern würden die Experten hingegen vor allem in Lateinamerika und Osteuropa nur noch mit einer begrenzten Anzahl an Zinssenkungen rechnen. Allerdings habe die Zinswende in diesen beiden Regionen auch deutlich früher eingesetzt. In den asiatischen Schwellenländern habe der Zinssenkungszyklus indessen gerade erst begonnen. Das deutlich tiefere Zinsniveau sorge jedoch dafür, dass das Potenzial für markante Zinssenkungen begrenzt sei.

In den USA würden die Aufschläge, die für das höhere Risiko von Unternehmensanleihen entschädigen würden, trotz der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten im historischen Vergleich tief bleiben. Die Spreads in den USA lägen deutlich unter dem Median der vergangenen zehn Jahre. Die Kreditaufschläge im Investment-Grade-Bereich seien nur in 11% der Fälle tiefer als aktuell gewesen, während es im High-Yield-Segment sogar nur 4% gewesen seien. Dies spreche gegen ein Engagement in USD-Unternehmensanleihen, denn es gebe einen positiven Zusammenhang zwischen dem Spreadniveau und der realisieren Outperformance gegenüber Staatsanleihen in den darauffolgenden zwölf Monaten: Hohe Spreadniveaus beim Einstieg hätten in der Tendenz jeweils zu einer höheren Outperformance geführt.

Die tiefen Spreads, die aktuell zu beobachten seien, würden also für ein begrenztes Renditepotenzial sprechen. Hinzu komme das Risiko, dass konjunkturelle Sorgen in den USA wieder aufflackern könnten. Auch wenn dies nicht unserem Basisszenario einer Abschwächung der US-Konjunktur in geordneten Bahnen entspricht, bleibt eine stärkere wirtschaftliche Abschwächung ein Risikofaktor, für den man am Unternehmensanleihenmarkt aktuell nicht genügend entschädigt wird, so die Experten von Swisscanto.

Attraktiver würden sich die Kreditaufschläge für Investment-Grade-Anleihen in EUR und in CHF präsentieren. Sie lägen im Bereich des Medians der vergangenen zehn Jahre. Zudem dürften europäische Unternehmensanleihen von der von den Experten erwarteten graduellen Erholung der Konjunktur in Europa und von den weiteren Zinssenkungen der EZB profitieren. Für europäische High-Yield-Anleihen sei das konjunkturelle Bild nach Meinung der Experten aber noch zu fragil.

Immer wenn US-Präsidentschaftswahlen anstünden, komme die Frage auf, ob und inwieweit dieses Ereignis den US-Aktienmarkt beeinflusse. Die Experten hätten Tagesdaten für den S&P 500 seit den späten 1920er-Jahren und könnten somit einen Blick auf die letzten 24 Vor- und Nachwahlperioden werfen. Fasse man die Aktienmarktverläufe um den Wahltag (Tag 0) in einer Grafik zusammen, entstehe ein Wimmelbild ohne erkennbares Muster.

Bilde man aus den einzelnen Perioden einen durchschnittlichen Verlauf, könnte man den Schluss ziehen, dass Wahlen dem Aktienmarkt förderlich seien, da er - mit Ausnahme einer schwachen Phase im September und Oktober - tendenziell steige. Interessanterweise ende die Schwächephase aber bereits vor dem Wahltermin, was ein erster Hinweis darauf sei, dass eher andere Faktoren treiben würden. Der Eindruck verstärke sich, wenn man den Durchschnitt der übrigen Jahre bilde. Der Verlauf ähnele dem der Wahljahre; das gelte vor allem für das unmittelbare Umfeld (+/- 60 Tage) der Wahltage.

Der japanische Aktienmarkt habe seit Mitte Juli eine extreme Achterbahnfahrt hinter sich. Auslöser seien die Geldpolitik der Bank of Japan (BoJ) im Verhältnis zu den geldpolitischen Erwartungen für die FED sowie die Stimmungsschwankungen der Investoren in Bezug auf die US-Konjunktur gewesen. Zusammen habe dies zu einer kräftigen und schnellen Aufwertung des Yen gegenüber dem US-Dollar geführt, was den währungssensitivsten Markt in dem Aktienuniversum der Experten durchgeschüttelt habe. In vorherigen Ausgaben hätten die Experten bereits auf dieses Risiko hingewiesen. Aktuell sehe man allerdings, dass der Aktienmarkt überreagiert habe. Da die Gewinnentwicklung der Unternehmen nach wie vor überdurchschnittlich sei, würden die Experten kurzfristig Erholungspotenzial sehen. Die Experten würden aber davon ausgehen, dass sich die Stimmung wieder eintrübe, je näher die BoJ-Sitzung im Oktober rücke, an der sie eine weitere Zinserhöhung erwarten würden.

Der Goldpreis habe im August im Zuge der Schwäche des US-Dollar und sinkender US-Realzinsen erstmals die Marke von USD 2 500 pro Unze übersprungen. Geholfen hätten dabei auch die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten im Nahen Osten. Für eine Fortsetzung der Rally spreche der Beginn des Zinssenkungszyklus in den USA, der zu tieferen Opportunitätskosten bei Gold führen dürfte, auch wenn sich Letztere auf einem erhöhten Niveau befinden würden. Zudem sorge die Nachfrage der Zentralbanken nach Gold weiterhin für strukturelle Unterstützung. Andererseits hätten Zentralbanken in der Vergangenheit auf starke Preisveränderungen reagiert, was dazu führen könnte, dass sie bei dem aktuellen Goldpreisniveau ihre Käufe drosseln würden.

Außerdem zeige sich, dass die Nachfrage chinesischer Privatinvestoren nach Gold beim aktuellen Preisniveau an Grenzen stoße, denn der Aufschlag des Goldpreises für chinesische Privatinvestoren gegenüber dem internationalen Goldpreis habe sich zuletzt gänzlich zurückgebildet. Und gemessen an der Netto-Long-Positionierung sei Euphorie am Markt zu beobachten, was die Gefahr für Rücksetzer erhöhe. Deshalb würden die Experten nur vorsichtig optimistisch für den weiteren Verlauf des Goldpreises bleiben.

Die Zahlen des World Gold Council für das 2. Quartal 2024 hätten eine weiterhin sehr robuste Goldnachfrage gezeigt. Gemessen an der Gesamtnachfrage sei dies sogar das stärkste Frühlingsquartal in der Historie gewesen. Bei der Zusammensetzung sei es allerdings zu deutlichen Verschiebungen gekommen. Der hohe Goldpreis hinterlasse Spuren bei der Schmucknachfrage. Sie sei zwischen April und Juni so tief ausgefallen wie zuletzt im 3. Quartal 2020.

Kompensiert worden sei die schwächere Nachfrage aus der Bijouterie von einer höheren außerbörslichen Nachfrage (OTC). Zentralbanken hätten netto ihre Goldbestände im Vergleich zum Vorjahresquartal gesteigert, den Goldaufbau aber gegenüber dem 1. Quartal 2024 reduziert. Letzteres sei vor allem auf die chinesische Notenbank PBoC zurückzuführen, bei welcher die offiziellen Goldreserven Ende Mai und Juni keine Veränderung gezeigt hätten. Und auch für Juli sei ein unveränderter Goldbestand gemeldet worden. Zweifel bestünden aber, dass die PBoC nach 18-monatigen Zukäufen den Goldaufbau für längere Zeit stoppe. (02.09.2024/ac/a/m)







 
 
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