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Der Halbleiterzyklus nimmt Fahrt auf!




19.02.24 14:19
Neuberger Berman

New York (www.aktiencheck.de) - Der Hype um Künstliche Intelligenz hat der Halbleiterbranche im vergangenen Jahr neuen Schwung beschert. Vieles spricht dafür, dass die Branche auch im Jahr 2024 weiter dynamisch bleibt und am Beginn eines Zyklus steht, so die Experten von Neuberger Berman.

Von welchen Faktoren die Halbleiterindustrie auch neben KI-Anwendungen profitieren wird und warum Investoren bei der Suche nach Anlagemöglichkeit Taiwan im Blick behalten sollten, erläutert Joseph V. Amato, Präsident und CIO bei Neuberger Berman in seinem Marktkommentar.

Technologie sei eines der wichtigsten Investmentthemen im Jahr 2023 gewesen. Halbleiter- und Internetaktien hätten klar vorn gelegen. Getrieben vom Thema Künstliche Intelligenz (KI) seien die Rahmenbedingungen im letzten Jahr für diesen Sektor nahezu perfekt gewesen, zumal die Fundamentaldaten vieler Unternehmen nach überstandenem Tiefpunkt heute ein wesentlich besseres Bild zeigen würden. Doch könne die Branche diesen Weg auch im aktuellen Jahr weitergehen - und würden die beginnenden Gewinnzuwächse auch die hohen Bewertungen rechtfertigen?

"Durchaus, denn vieles spricht dafür, dass wir am Beginn eines Halbleiterzyklus stehen", so Joseph V. Amato. Diese würden meist zwei bis drei Jahre anhalten, sodass das Thema auch in den kommenden Jahren wichtig bleiben dürfte. "Unsere Analysten sehen insbesondere bei den nächsten Entwicklungsschritten der KI großes Potenzial", so Joseph V. Amato. So könnten auf das Training großer Modelle jetzt leistungsfähige Spezialanwendungen und KI-Systeme auf Endgeräten, also Edge AI Anwendungen, folgen.

Der Wachstumstreiber KI dürfte jedoch nicht nur dem Halbleitermarkt ordentlich Schwung verleihen. Auch Cloud-Computing-Firmen, die aktuell massiv in Künstliche Intelligenz investieren würden, sollten in der Lage sein, ihre Umsätze in den nächsten Jahren deutlich zu steigern. Workload-Optimierung dürfte dabei das zentrale Thema bleiben. Eine wesentliche Rolle werde aber auch weiterhin die Regulierung spielen, vor allem von Plattformanbietern. Investoren sollten daher mögliche Untersuchungen der Wettbewerbsbehörden und Veränderungen der Richtlinien genau im Blick behalten.

Und auch über KI hinaus gebe es Impulse, die die Halbleiterbranche beflügeln: Industrieautomatisierung, Elektrifizierung und Konnektivität würden erhebliches Potenzial bieten - auch wenn sich die unterschiedlichen Märkte nicht im gleichen Tempo entwickeln würden. Diejenigen Anbieter, die als ersten von der gerade überstandenen Korrektur betroffen gewesen seien - etwa Chips für PCs, Smartphones und Speicher - könnten 2024 ihre begonnene Erholung fortsetzen. Während es bei Chips für Kommunikationstechnik, Industrieanwendungen und Autos noch bis Mitte des Jahres dauern werde, bis das Momentum Fahrt aufnehmen werde.

Profitieren von diesen Entwicklungen dürften insbesondere Hongkong, Singapur, Südkorea und nicht zuletzt Taiwan. Auf letzteres würden mittlerweile mehr als 60 Prozent der weltweiten Halbleiterproduktion und mehr als 90 Prozent der anspruchsvollsten Chips entfallen, die in der Hochleistungsinformatik und der künstlichen Intelligenz verwendet würden. Ein Beispiel sei TSMC (ISIN US8740391003/ WKN 909800): Mit einer neuen Chipfabrik in Arizona habe das Unternehmen erst kürzlich einen bedeutenden Schritt getan; in Japan erweitere die Tochtergesellschaft JASM ihre Kapazitäten in der Präfektur Kumamoto; und in Europa arbeite TSMC mit Infineon, NXPI und Bosch über ein Joint Venture in Dresden zusammen.

Auch bei der Montage von KI-Servern sei Taiwan führend - ein Markt, für den von 2022 bis 2026 ein jährliches Wachstum von 30 Prozent erwartet werde. Für Investoren lohne es sich in jedem Fall, die Halbleiterbranche bei Investitionsentscheidungen im Blick zu haben - in Südostasien, aber auch Global. Immerhin scheine die Industrie auf einen bedeutenden Aufschwung zuzusteuern, der nach Meinung der Analysten bis 2030 ein Volumen von 1 Billion Dollar erreichen solle. (19.02.2024/ac/a/m)








 
 
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