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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Supranationale Institute wie die OECD oder der IWF prognostizieren eine Beruhigung der Weltwirtschaft mit nachlassenden Expansionsraten, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
In solchen Konjunkturphasen würden die Rufe nach Stimulierungsmaßnahmen wieder lauter. Nach der weltweiten Krise von 2008 seien hierfür in noch nie da gewesenem Maße das Mittel der Staatsverschuldung sowie die Geldpolitik (ZIRP, NIRP, QE) eingesetzt worden. Der britische Nationalökonom John Maynard Keynes (1883-1946) habe die Meinung vertreten, im Falle einer Konjunkturflaute solle der Staat mit kreditfinanzierten Förderungsprogrammen die Gesamtnachfrage ankurbeln (Deficit Spending). Auch jetzt werde wieder in vielen Ländern nach Möglichkeiten zur Konjunkturstimulierung gesucht. Doch da die öffentlichen Kassen leer seien, gehe das nur über Kreditfinanzierung. Doch wie viel Wirtschaftswachstum bringe eigentlich staatliche Neuverschuldung? In Vergessenheit geraten sei die Forderung von Keynes, in guten Konjunkturzeiten die Staatsverschuldung wieder zurückzuführen.
In absoluten Zahlen gemessen sei die absolute Verschuldung in 2018 auf einen neuen Rekordstand gestiegen. Das Institute of International Finance (IIF) schätze die Verschuldung in über 50 Industrie- und Schwellenländern auf USD 247 Billionen (Stand Frühjahr 2018). Auch die Schuldenquote (Verschuldung in % des Bruttoinlandsprodukts) habe mit 318% des Welt-BIP einen Gipfel erreicht. Besonders stark würden die Schulden in den Schwellenländern zunehmen. Länder mit der höchsten Staatsverschuldung in Prozent des BIP seien Japan, Griechenland, Italien, Portugal und Belgien. In China erreiche die Gesamtverschuldung infolge der Fremdwährungsschulden des Finanzsektors fast 300% des BIP. In dem für die globalen Finanzmärkte ausschlaggebenden US Markt stünden die Gesamtschulden aller Sektoren bei USD 71 Billionen und allein die staatlichen Schulden inzwischen bei USD 22 Billionen.
Trotz dieser Zahlen würden sich die Finanzmärkte relativ unbekümmert geben. An den Devisenmärkten notiere der USD stabil, an den Bundmärkten seien die Zehnjahresrenditen auf knapp 2,7% gesunken, und die Aktienmärkte würden schon auf die Zeit nach der Konjunkturflaute setzen. Der Mainstream sage sich gelassen: "Ein bisschen mehr oder weniger Zinsen, das ist doch unerheblich!" Doch die Realität sei das genaue Gegenteil davon. Der Schuldendienst (Soll-Zinsen + Tilgungen) werde zur untragbaren Belastung.
In den USA würden die Sollzins-Zahlungen stark ansteigen, obwohl die Zinssätze noch immer nahe historischem Tiefstand verharren würden. Würden die staatlichen Schulden von USD 22 Billionen mit einem "normalen" Zinssatz von 5% belastet, dann müssten im Staatshaushalt jedes Jahr USD 1,1 Billionen Soll-Zinsen verbucht werden. Die Fiskalpolitik werde handlungsunfähig. Das werde sie aber auch bei unverändert niedrigen Soll-Zinsen. Das gesamte Budgetdefizit für 2019 schätze das CBO auf USD 900 Mrd. Das reale BIP-Wachstum für 2019 schätze das CBO auf 2,3%. Die Soll-Zinsen würden sich 2019 auf USD 383 Mrd. (+ USD 59 Mrd.) belaufen.
Die Weltwirtschaftskrise in 2008 sei durch eine Überschuldung, insbesondere des Immobiliensektors verursacht worden. Heute seien die Schulden absolut und relativ höher. (Analyse vom 25.03.2019) (26.03.2019/ac/a/m)
In solchen Konjunkturphasen würden die Rufe nach Stimulierungsmaßnahmen wieder lauter. Nach der weltweiten Krise von 2008 seien hierfür in noch nie da gewesenem Maße das Mittel der Staatsverschuldung sowie die Geldpolitik (ZIRP, NIRP, QE) eingesetzt worden. Der britische Nationalökonom John Maynard Keynes (1883-1946) habe die Meinung vertreten, im Falle einer Konjunkturflaute solle der Staat mit kreditfinanzierten Förderungsprogrammen die Gesamtnachfrage ankurbeln (Deficit Spending). Auch jetzt werde wieder in vielen Ländern nach Möglichkeiten zur Konjunkturstimulierung gesucht. Doch da die öffentlichen Kassen leer seien, gehe das nur über Kreditfinanzierung. Doch wie viel Wirtschaftswachstum bringe eigentlich staatliche Neuverschuldung? In Vergessenheit geraten sei die Forderung von Keynes, in guten Konjunkturzeiten die Staatsverschuldung wieder zurückzuführen.
Trotz dieser Zahlen würden sich die Finanzmärkte relativ unbekümmert geben. An den Devisenmärkten notiere der USD stabil, an den Bundmärkten seien die Zehnjahresrenditen auf knapp 2,7% gesunken, und die Aktienmärkte würden schon auf die Zeit nach der Konjunkturflaute setzen. Der Mainstream sage sich gelassen: "Ein bisschen mehr oder weniger Zinsen, das ist doch unerheblich!" Doch die Realität sei das genaue Gegenteil davon. Der Schuldendienst (Soll-Zinsen + Tilgungen) werde zur untragbaren Belastung.
In den USA würden die Sollzins-Zahlungen stark ansteigen, obwohl die Zinssätze noch immer nahe historischem Tiefstand verharren würden. Würden die staatlichen Schulden von USD 22 Billionen mit einem "normalen" Zinssatz von 5% belastet, dann müssten im Staatshaushalt jedes Jahr USD 1,1 Billionen Soll-Zinsen verbucht werden. Die Fiskalpolitik werde handlungsunfähig. Das werde sie aber auch bei unverändert niedrigen Soll-Zinsen. Das gesamte Budgetdefizit für 2019 schätze das CBO auf USD 900 Mrd. Das reale BIP-Wachstum für 2019 schätze das CBO auf 2,3%. Die Soll-Zinsen würden sich 2019 auf USD 383 Mrd. (+ USD 59 Mrd.) belaufen.
Die Weltwirtschaftskrise in 2008 sei durch eine Überschuldung, insbesondere des Immobiliensektors verursacht worden. Heute seien die Schulden absolut und relativ höher. (Analyse vom 25.03.2019) (26.03.2019/ac/a/m)
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