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Export bleibt Triebfeder für die Konjunktur in Eurozone




18.03.19 17:05
fairesearch

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - In ihrem neuen Interim Economic Outlook sagt die OECD für die USA noch ein relativ stabiles BIP-Wachstum von 2,6% und 2,2% für 2019 und 2020 voraus, für die Eurozone dagegen deutlich verhaltener von 1,0% und 1,2%, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Deutschland bleibe wegen seiner Exportabhängigkeit mit 0,7% und 1,1% noch unter dem europäischen Durchschnitt. In Italien habe mit -0,2% und +0,5% sogar eine Rezession zu erwarten. Größte Unsicherheit bleibe in Großbritannien mit 0,8% und 0,9% wegen des unsicheren Ausgangs des Brexit.

Die konjunkturellen Frühindikatoren "Geschäftsklima" und "Konsumentenvertrauen", die erfahrungsgemäß dem tatsächlichen Wirtschaftsverlauf sechs bis neun Monate vorauseilen würden, würden sogar noch eine signifikant ungünstigere Entwicklung als diese Projektionen signalisieren. Zu hoffen bleibe daher nur, dass die gegenwärtig ungünstigen, aber erfahrungsgemäß sehr volatilen Stimmungen sich bald wieder etwas aufhellen würden.

Die Auseinandersetzungen im internationalen Handel und die politischen Unsicherheiten würden sich auf die Stimmungen und auf die Personalplanung der Unternehmen auswirken. Am deutlichsten zeige sich dies in Großbritannien, wo zunehmende Arbeitslosigkeit den privaten Konsum belaste. Die Arbeitsmärkte seien zurzeit noch einer der wenigen Pluspunkte in der volkswirtschaftlichen Entwicklung, und die Einkommensentwicklung habe gerade erst einen Aufwärtstrend eingeschlagen.

Für die Europäische Union (EU) sei die Entwicklung des Welthandels ein besonders wichtiger Faktor.

Herausragend für den Welthandel seien insbesondere drei Regionen: die USA, China und der Handel innerhalb der EU. Die OECD weise darauf hin, dass Verwerfungen in diesen Bereichen zu schwereren "Entgleisungen" der volkswirtschaftlichen Entwicklung und insbesondere der internationalen Finanzmärkte führen könnten.

Der internationale Handel bleibe die Triebfeder für die globale Konjunktur. Das Handelswachstum habe sich von 5,25% in 2017 auf 4,0% in 2018 beruhigt. Die inzwischen eingetretenen Handelssanktionen würden sich ungünstig auf das Geschäftsklima und die Investitionspläne der Unternehmen auswirken. Die Frühindikatoren würden ein in nächster Zeit anhaltend schwaches Wachstum des Handels innerhalb und außerhalb der Eurozone signalisieren. Die Industrie melde einen schwachen Ordereingang aus China und einen weiteren Rückgang aus der Eurozone und aus Ostasien.

Folgerung: Frühindikatoren zur Entwicklung der Weltwirtschaft und der der Eurozone würden zur Zurückhaltung mahnen. Eine Entwarnung vor einem Rückgang der Expansionsraten könne nicht erkannt werden. Dies stehe im Gegensatz zu der kräftigen Kurserholung an den Aktienmärkten. Anders als in 2008 seien aber diesmal sowohl der Fiskalpolitik, als auch der Geldpolitik enge Grenzen für Stimulierungsmaßnahmen gesetzt. Deshalb könne auch nicht auf ein schnelles Überwinden der sich abzeichnenden Konjunkturflaute gesetzt werden. An den Aktienmärkten würden die Berichtssaison und die vorsichtige Einschätzungen vieler Unternehmen über ihre künftige Ertragsentwicklung zur Vorsicht mahnen. Das KGV des S & P 500, Leitindex für die globalen Aktienmärkte, sei immer noch bei 21! (18.03.2019/ac/a/m)








 
 
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