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Die Enttäuschung der Goldinvestoren




27.09.22 15:55
fairesearch

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Wochen und Monate lang sind die internationalen Wertpapierinvestoren mit dem Problem hoher und weiter steigender Inflationsraten konfrontiert, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Es sei anzunehmen, dass sie ihre Dispositionen entsprechend getroffen hätten. Umso mehr seien sie jetzt enttäuscht, dass die Erwartungen ausgerechnet in Gold (ISIN: XC0009655157, WKN: 965515) als resistent gegen Inflation geltende Anlage nicht eingetroffen seien, zumindest bisher nicht!

Ein besonders großer Unsicherheitsfaktor sei die gegenwärtige Inflationsentwicklung. In 13 von 15 Ländern würden 2-stellige Inflationsraten gemeldet. In den OECD-Ländern insgesamt liege die Inflation Anfang September bei 10,2%. Die Eurozone berichte von einem Preisanstieg von 8,9%. In der G 20 bleibe die jährliche Inflationsrate bei 9,2%. Für Deutschland befürchte die Bundesbank eine Teuerungsrate von 10% und mehr.

Doch der Goldpreis in Dollar pro Unze sei nicht unerheblich gefallen. Das drücke jetzt auf die Stimmung an den Edelmetallmärkten. Sie sei wohl selten so schlecht gewesen wie gegenwärtig. Der Rückgang in den letzten sechs Monaten summiere sich jetzt auf -16%. Da sei die Enttäuschung verständlich. Und die Baisse ernähre die Baisse. Doch Stimmungsindikatoren seien kaum brauchbar für die Einschätzung der künftigen Marktentwicklung. Stimmungen seien sehr wandlerisch. Die Nacht sei am schwärzesten kurz vor dem Morgengrauen.

Da lasse sich schon eher die relative Zinsentwicklung und ihr Einfluss auf die Devisenkurse zurate ziehen. Am Markt werde oft die Meinung vertreten, steigende Zinsen seien nicht gut für die zinslosen Goldanlagen. Doch das lasse sich in historischen Vergleichen nicht belegen. Wer werde schon für Geldmarktzinsen von 2% und einer Inflationsrate von 8% sein Gold verkaufen? Einen realen Zins erziele er dadurch überhaupt nicht, und bei längeren Laufzeiten einer Anlage würden eher Kursverluste als ein Zinsertrag drohen.

Die FED habe wegen der Auswirkungen der Coronakrise ebenso wie die anderen wichtigen Zentralbanken der Welt eine ultraexpansive Geldpolitik eingehalten und erst im März 2022 erstmals die Zinsen erhöht, dann aber zügig von 0,25% auf jetzt 3,0%. Die EZB hinke diesem Kurs mit ihrer Geldpolitik hinterher, sodass der Zinsabstand zwischen beiden Währungen immer größer geworden sei. Das habe sich mit einem Rückgang des Eurokurses gegenüber dem USD ausgewirkt.

Ein Goldanleger in Euro habe von dieser Entwicklung insofern profitieren können, als seine Goldanlage um + 6,21% seit Jahresbeginn angestiegen sei, während sie in US-Dollar um - 9,33% gefallen sei. Ein Goldanleger in Euro könne mit einem Gewinn von +6,21% dennoch wenig zufrieden sein, da die Inflationsrate in der Eurozone gegenwärtig über 8% liege.

Da die EZB schon in nächster Zeit ihren Leitzins wegen der Inflationsgefahren weiter erhöhen dürfte, lasse von der Seite des Dollarkurses her der Einfluss auf den Goldpreis nach. Dafür aber stelle sich mit dem Wahlausgang in Italien jetzt ein neues Problem auf. Werde die neue Regierung in Rom eine Haushaltssanierung anstreben oder die Staatsverschuldung weiter kräftig ausbauen? Die Staatsverschuldung nehme schon bald "griechische Verhältnisse" an, doch ihre absolute Größe werde kaum von den Staaten der Eurozone und den supranationalen Institutionen zu tragen sein. Was aber werde dann mit dem Eurokurs?

Was bedeute das alles für die weitere Entwicklung des Goldpreises und der anderen Edelmetalle? Der Markt verlaufe gegenwärtig nicht nach traditionellen Standards. Eine steigende Inflation führe traditionell zu einer Abwertung der USD-Valuta und steigenden Edelmetallpreisen. Doch das sei in diesem Jahr nicht geschehen, stattdessen sei der USD-Kurs kräftig gestiegen und der Goldpreis, wie oben beschrieben, gefallen. Die weitere Entwicklung der Devisenkurse sei nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit vorherzusagen. Sicher dagegen scheine es zu sein, dass die Krisen weiter anhalten und sich noch verschärfen würden. Die geopolitischen Spannungen würden das in eine neue Dimension bringen. Eine Anlage in Gold sei daher als Absicherung unbedingt zu empfehlen. (27.09.2022/ac/a/m)








 
 
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