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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die internationalen Finanzmärkte haussieren, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Die Kurse an den Aktien- und Rentenmärkten würden von einem historischen Höchststand zum nächsten springen. Die Aussichten für die Weltwirtschaft würden glänzend erscheinen, und der Himmel hänge voller Geigen. In Euro und Yen gemessen habe auch der Goldpreis ein neues Allzeithoch erreicht. Das gelte ebenso für andere Währungen wie z.B. das Britische Pfund, die Indische Rupie, den Mexikanischen Peso. In US-Dollar gemessen würden die gegenwärtigen Notierungen noch unter dem historischen Höchststand von USD 1.920 vom Oktober 2011 liegen. Das neue Allzeithoch in Euro liege also hauptsächlich an der Befestigung der US-Valuta. Langfristig bestehe zwischen dem USD und dem Goldpreis eine inverse Korrelation. Um die Aussichten für den Goldpreis zu beurteilen, müsse nach dem USD gefragt werden.
Die Stärke des US-Dollars an den Devisenmärkten habe an den volkswirtschaftlichen Daten gemessen keinen fundamentalen Hintergrund. Die amerikanische Konjunktur verlaufe nicht wirklich besser als in anderen wichtigen Regionen. Der Unterschied in den Inflationsraten zeige für die USA keinen Vorteil. Handels- und Leistungsbilanz mit dem Rest der Welt würden dagegen hohe Defizite ausweisen. Die Amerikaner würden gewissermaßen über ihre Verhältnisse leben. Die Defizite würden durch eine immer höhere Verschuldung finanziert. So sei die Netto-Investment Position der USA gegenüber dem Ausland mit USD 11 Billionen im Minus, die weltweit höchste Verschuldung. Auch die Staatsverschuldung der USA liege mit USD 22 Billionen wegen der ständig hohen und sogar steigenden Haushaltsdefizite auf weltweitem und historischem Höchststand. Ein sonderlicher Zinsvorteil der US-Valuta gegenüber dem Euro könne auch nicht als Argument für die Dollarstärke aufgeführt werden.
Der US-Dollar habe aber an den Devisenmärkten noch immer den Ruf eines "stabilen Hafens". Die anhaltenden Währungsturbulenzen und geopolitischen Spannungen, unterstützt durch die Kreditgewährung des Auslandes, würden dem USD eine Stütze geben. Kurzfristig mögen auch die ungewissen Auswirkungen des Corona Virus dazu beitragen. Ein Rückgang des chinesischen BIP-Wachstums von rund 6% auf möglicherweise nur noch 2 bis 3% könnte die ganze Weltwirtschaft belasten und die Handelssanktionen verschärfen. Dann stünden neue Währungsturbulenzen vor der Tür.
Die Rolle des Goldes als Währung habe der ehemalige Präsident der US-Notenbank Alan Greenspan in einem Interview betont: "Remember what we're looking at. Gold is a currency. It is still, by all evidence, the premier currency. No fiat currency, including the dollar, can match it." Der Unterschied zwischen Gold als Devise und dem absurd ausgeweiteten Papiergeld könnte die Nachfrage von Goldinvestoren, die Schutz vor Abwertungen suchen, noch erhöhen. So zeige die Statistik des World Gold Center (WGC) für ETF für Januar ein hohes Kaufinteresse. Vor allem private Anleger suchen sich vor Turbulenzen und globalen Risiken zu schützen, so die Analysten von "fairesearch".
Weltweit seien im Januar in Gold hinterlegte ETFs 61 t oder netto USD 3,1 Mrd. geflossen. Die Nachfrage habe aus allen Regionen und erhöhte den Gesamtbestand auf einen neuen Rekord von 2947 t gestammt. Einschließlich des Anstieges des Goldpreises von nahezu 5% zeige dieses in USD gerechnet einen Zuwachs von 8%.
Bemerkenswert stabil, so der WGC, bleibe vermutlich die Nachfrage der Zentralbanken in 2020. Sie hätten ihren Goldbestand in ihren Devisenreserven in 2019 um 650 t weiter aufgestockt, um diese Reserven zu diversifizieren und nicht von Abwertungen betroffen zu werden. Das zehnte Jahr in Folge hätten sie zugekauft und würden jetzt 34.700 t halten. Mit den kontinuierlichen Zukäufen der Zentralbanken stelle sich die Frage: Würden sie sich bereits auf eine Änderung der Rolle des Goldes im Weltwährungssystem vorbereiten?
Auf der Angebotsseite falle auf, dass die Produktion der Goldminen in 2019 um ein Prozent auf 3.464 t zurückgefallen sei, das erste Minus seit 2008. Die Schließung der Lücke zur Nachfrageseite sei im Wesentlichen durch Recycling erfolgt. Nennenswerte Vorkommen seien in letzter Zeit nicht neu entdeckt worden. Und der Abbau der vorhandenen Vorkommen werde immer teurer.
Die internationalen Finanzmärkte stünden ganz unter dem Einfluss der Geldschwemme infolge der ultra-expansiven Geldpolitik der Notenbanken. Unter fundamentalen Gesichtspunkten sei das Hoch an den Aktienmärkten eine Illusion hinsichtlich der zu erwartenden Unternehmensgewinne. Die Rentenmärkte würden keine Absicherung gegen die heraufziehenden Inflationsgefahren bieten (USA: CPI Januar 2,5%; 10-J Treasuries 1,6%). Dagegen hätten die Edelmetallmärkte als Alternativanlage noch erhebliche Kurschancen. Der Goldpreis könnte im Jahresverlauf wieder sein Allzeithoch von USD 1.900 pro Unze erreichen. Der Silberpreis habe Nachholbedarf. (Ausgabe vom 15.02.2020) (17.02.2020/ac/a/m)
Die Kurse an den Aktien- und Rentenmärkten würden von einem historischen Höchststand zum nächsten springen. Die Aussichten für die Weltwirtschaft würden glänzend erscheinen, und der Himmel hänge voller Geigen. In Euro und Yen gemessen habe auch der Goldpreis ein neues Allzeithoch erreicht. Das gelte ebenso für andere Währungen wie z.B. das Britische Pfund, die Indische Rupie, den Mexikanischen Peso. In US-Dollar gemessen würden die gegenwärtigen Notierungen noch unter dem historischen Höchststand von USD 1.920 vom Oktober 2011 liegen. Das neue Allzeithoch in Euro liege also hauptsächlich an der Befestigung der US-Valuta. Langfristig bestehe zwischen dem USD und dem Goldpreis eine inverse Korrelation. Um die Aussichten für den Goldpreis zu beurteilen, müsse nach dem USD gefragt werden.
Die Stärke des US-Dollars an den Devisenmärkten habe an den volkswirtschaftlichen Daten gemessen keinen fundamentalen Hintergrund. Die amerikanische Konjunktur verlaufe nicht wirklich besser als in anderen wichtigen Regionen. Der Unterschied in den Inflationsraten zeige für die USA keinen Vorteil. Handels- und Leistungsbilanz mit dem Rest der Welt würden dagegen hohe Defizite ausweisen. Die Amerikaner würden gewissermaßen über ihre Verhältnisse leben. Die Defizite würden durch eine immer höhere Verschuldung finanziert. So sei die Netto-Investment Position der USA gegenüber dem Ausland mit USD 11 Billionen im Minus, die weltweit höchste Verschuldung. Auch die Staatsverschuldung der USA liege mit USD 22 Billionen wegen der ständig hohen und sogar steigenden Haushaltsdefizite auf weltweitem und historischem Höchststand. Ein sonderlicher Zinsvorteil der US-Valuta gegenüber dem Euro könne auch nicht als Argument für die Dollarstärke aufgeführt werden.
Der US-Dollar habe aber an den Devisenmärkten noch immer den Ruf eines "stabilen Hafens". Die anhaltenden Währungsturbulenzen und geopolitischen Spannungen, unterstützt durch die Kreditgewährung des Auslandes, würden dem USD eine Stütze geben. Kurzfristig mögen auch die ungewissen Auswirkungen des Corona Virus dazu beitragen. Ein Rückgang des chinesischen BIP-Wachstums von rund 6% auf möglicherweise nur noch 2 bis 3% könnte die ganze Weltwirtschaft belasten und die Handelssanktionen verschärfen. Dann stünden neue Währungsturbulenzen vor der Tür.
Weltweit seien im Januar in Gold hinterlegte ETFs 61 t oder netto USD 3,1 Mrd. geflossen. Die Nachfrage habe aus allen Regionen und erhöhte den Gesamtbestand auf einen neuen Rekord von 2947 t gestammt. Einschließlich des Anstieges des Goldpreises von nahezu 5% zeige dieses in USD gerechnet einen Zuwachs von 8%.
Bemerkenswert stabil, so der WGC, bleibe vermutlich die Nachfrage der Zentralbanken in 2020. Sie hätten ihren Goldbestand in ihren Devisenreserven in 2019 um 650 t weiter aufgestockt, um diese Reserven zu diversifizieren und nicht von Abwertungen betroffen zu werden. Das zehnte Jahr in Folge hätten sie zugekauft und würden jetzt 34.700 t halten. Mit den kontinuierlichen Zukäufen der Zentralbanken stelle sich die Frage: Würden sie sich bereits auf eine Änderung der Rolle des Goldes im Weltwährungssystem vorbereiten?
Auf der Angebotsseite falle auf, dass die Produktion der Goldminen in 2019 um ein Prozent auf 3.464 t zurückgefallen sei, das erste Minus seit 2008. Die Schließung der Lücke zur Nachfrageseite sei im Wesentlichen durch Recycling erfolgt. Nennenswerte Vorkommen seien in letzter Zeit nicht neu entdeckt worden. Und der Abbau der vorhandenen Vorkommen werde immer teurer.
Die internationalen Finanzmärkte stünden ganz unter dem Einfluss der Geldschwemme infolge der ultra-expansiven Geldpolitik der Notenbanken. Unter fundamentalen Gesichtspunkten sei das Hoch an den Aktienmärkten eine Illusion hinsichtlich der zu erwartenden Unternehmensgewinne. Die Rentenmärkte würden keine Absicherung gegen die heraufziehenden Inflationsgefahren bieten (USA: CPI Januar 2,5%; 10-J Treasuries 1,6%). Dagegen hätten die Edelmetallmärkte als Alternativanlage noch erhebliche Kurschancen. Der Goldpreis könnte im Jahresverlauf wieder sein Allzeithoch von USD 1.900 pro Unze erreichen. Der Silberpreis habe Nachholbedarf. (Ausgabe vom 15.02.2020) (17.02.2020/ac/a/m)
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