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New YorkBoston (www.aktiencheck.de) - Die Zeiten sind gut. Kurzfristig erwarte ich deutlich höhere Unternehmensgewinne als im Vorjahr in den USA und einen etwas schwächeren Anstieg in Europa, sodass die Erwartungen der Marktbeobachter erreicht oder übertroffen werden, so James Swanson, MFS Chief Investment Strategist.
Große internationale US-Unternehmen würden von der Dollarabwertung in den letzten zwölf Monaten profitieren, und in Europa sei die reale Nachfrage ebenso gestiegen wie in Japan. Hinzu komme, dass die Unternehmen weniger Steuern zahlen müssten und in den USA die Unternehmensinvestitionen steigen würden, auch wenn sie noch immer niedrig seien. Ein Großteil der Investitionen stamme aus dem boomenden Technologiesektor, da immer mehr Unternehmen auf Cloud-Anwendungen setzen würden.
Mit Blick auf die Gewinnmeldungen der Unternehmen und das Weltwirtschaftswachstum rechne Swanson mit einer positiven Reaktion der Aktienmärkte. Und doch scheine ein Großteil der guten Nachrichten schon in den Kursen enthalten zu sein: Die Bewertungen seien hoch, allerdings nicht übertrieben.
Mittel- und langfristig würden Swanson aber einige Dinge Sorgen machen: Unabhängig von der Gewinnsaison würden ihn zu Beginn des Sommers auf der Nordhalbkugel einige Frühindikatoren irritieren. Sie würden zur Vorsicht mahnen, und er glaube, dass es in Zukunft mehr als zuvor auf Kapitalschutz ankomme.
Nachlassende Weltkonjunktur: Die Frühindikatoren für die Industrieproduktion seien zwar noch immer hoch, würden aber weltweit allmählich nachlassen. Dies gelte für Europa, Japan und China. Die Außenhandelsdaten seien noch nicht beunruhigend, auch wenn ihre rasche Verschlechterung nicht übersehen werden sollte.
Margendruck: Wer die Gewinnmargen genau im Auge habe, stelle fest, dass die sogenannte Pipeline-Inflation, also die Teuerung von Vorprodukten, in China, Japan und in den USA schneller gestiegen sei als die Verbraucherpreisinflation. Wenn dies so bleibe, sei die Preismacht vieler Unternehmen heute kleiner als früher. Der Verlust der Preismacht könnte etwas mit geringerer Preistransparenz aufgrund des wachsenden Internethandels zu tun haben - oder mit Überkapazitäten in manchen Branchen.
Steigende Arbeitskosten: Noch schlechter für die Margen seien die steigenden Arbeitskosten. Wenn die Arbeitslosenquoten aufgrund der stärkeren Weltkonjunktur fallen würden, könnten die Arbeiter höhere Löhne verlangen. Traditionell würden steigende Arbeitskosten zu niedrigeren Gewinnmargen und schwächeren Eigenkapitalrenditen führen, was letztlich den Aktienerträgen schade.
Steigende Zinsen: Swanson glaube, dass die rekordverdächtig niedrigen Kreditkosten etwa 20% der hohen Gewinnmargen und die nach der Finanzkrise sehr hohen Cashflow-Renditen erklären würden. Jetzt würden die Kreditzinsen aber steigen, und an den Märkten rechne man für die nächste Zeit mit einem weiteren Anstieg. Dies könnte dem Enthusiasmus der Anleger schaden.
Rekordhohe Schulden: Noch nie habe es weltweit so hohe Schuldenstandsquoten wie heute gegeben. Die Auswirkungen steigender Zinsen auf eine hoch verschuldete Wirtschaft seien noch unklar, sollten aber genau im Blick behalten werden. In den USA hätten höhere Hypothekenzinsen und Hauspreise dazu geführt, dass sich weniger Menschen ein Haus leisten könnten. Dies sei eine wichtige Kennzahl für zukünftige Hausverkäufe. Der sehr wichtige Automobilsektor zeige ebenfalls Schwächezeichen aufgrund der höheren Finanzierungskosten.
Es komme zu immer mehr Kreditausfällen, insbesondere im Subprime-Sektor. Spezialkreditinstitute, die durch die höheren Zinsen für weniger kreditwürdige Kreditnehmer auf den Plan gerufen worden seien, hätten diesen Sektor entdeckt, als die Zinsen extrem niedrig gewesen seien. Viele würden jetzt unter Druck geraten, da die Zinsen steigen und die Kreditnehmer Probleme mit der Rückzahlung bekommen würden. Auch bei Kreditkarten- und Studentenkrediten gebe es mehr Zahlungsschwierigkeiten.
Verbraucher unter Druck: Schließlich seien die Benzinpreise heute etwa 18% höher als vor einem Jahr. In der Vergangenheit habe dies die Ausgaben für nicht lebensnotwendige Dinge gedämpft. Hinzu kämen die steigenden Gesundheitskosten, die heute etwa 18% des US-BIP ausmachen würden.
Ausblick
Kurzfristig neige Swanson dazu, US-Aktien gegenüber anderen Aktien zu bevorzugen, da der Technologiesektor in den USA sehr dominant sei und auch viele Unternehmen aus anderen Sektoren neue Technologien nutzen würden. Steigende Kurse erwarte er auch bei Bankaktien, da die Vergabe kurzfristiger Kredite ebenso steige wie die Zinsen. Des Weiteren dürften Gesundheitstitel von der stärkeren Preismacht in nahezu allen Einzelbranchen profitieren.
Wir leben in einer sehr guten Zeit, so James Swanson. Die Arbeitslosigkeit sei sehr niedrig, die Inflation sei unter Kontrolle. Seit dem Tiefststand vom März 2009 habe der S&P 500 im Jahresdurchschnitt 17,5% zugelegt - bis Ende März dieses Jahres. Seiner Ansicht nach spreche viel dafür, dass dieser Hausse nach 2018 allmählich die Luft ausgehe. Er sehe eine goldene Zukunft, aber nicht bis in die Unendlichkeit. Wenn die Aktienkurse hoch seien und die High-Yield-Spreads eng, gebe es kaum einen Puffer, wenn sich der Wind zur Jahresmitte drehe. Und das könnte seiner Meinung nach passieren. Irgendwann würden die steigenden Kosten der Unternehmen und das nachlassende Wirtschaftswachstum das zurzeit nahezu perfekte Börsenwetter eintrüben. (Ausgabe Juni 2018) (06.06.2018/ac/a/m)
Große internationale US-Unternehmen würden von der Dollarabwertung in den letzten zwölf Monaten profitieren, und in Europa sei die reale Nachfrage ebenso gestiegen wie in Japan. Hinzu komme, dass die Unternehmen weniger Steuern zahlen müssten und in den USA die Unternehmensinvestitionen steigen würden, auch wenn sie noch immer niedrig seien. Ein Großteil der Investitionen stamme aus dem boomenden Technologiesektor, da immer mehr Unternehmen auf Cloud-Anwendungen setzen würden.
Mit Blick auf die Gewinnmeldungen der Unternehmen und das Weltwirtschaftswachstum rechne Swanson mit einer positiven Reaktion der Aktienmärkte. Und doch scheine ein Großteil der guten Nachrichten schon in den Kursen enthalten zu sein: Die Bewertungen seien hoch, allerdings nicht übertrieben.
Mittel- und langfristig würden Swanson aber einige Dinge Sorgen machen: Unabhängig von der Gewinnsaison würden ihn zu Beginn des Sommers auf der Nordhalbkugel einige Frühindikatoren irritieren. Sie würden zur Vorsicht mahnen, und er glaube, dass es in Zukunft mehr als zuvor auf Kapitalschutz ankomme.
Nachlassende Weltkonjunktur: Die Frühindikatoren für die Industrieproduktion seien zwar noch immer hoch, würden aber weltweit allmählich nachlassen. Dies gelte für Europa, Japan und China. Die Außenhandelsdaten seien noch nicht beunruhigend, auch wenn ihre rasche Verschlechterung nicht übersehen werden sollte.
Margendruck: Wer die Gewinnmargen genau im Auge habe, stelle fest, dass die sogenannte Pipeline-Inflation, also die Teuerung von Vorprodukten, in China, Japan und in den USA schneller gestiegen sei als die Verbraucherpreisinflation. Wenn dies so bleibe, sei die Preismacht vieler Unternehmen heute kleiner als früher. Der Verlust der Preismacht könnte etwas mit geringerer Preistransparenz aufgrund des wachsenden Internethandels zu tun haben - oder mit Überkapazitäten in manchen Branchen.
Steigende Zinsen: Swanson glaube, dass die rekordverdächtig niedrigen Kreditkosten etwa 20% der hohen Gewinnmargen und die nach der Finanzkrise sehr hohen Cashflow-Renditen erklären würden. Jetzt würden die Kreditzinsen aber steigen, und an den Märkten rechne man für die nächste Zeit mit einem weiteren Anstieg. Dies könnte dem Enthusiasmus der Anleger schaden.
Rekordhohe Schulden: Noch nie habe es weltweit so hohe Schuldenstandsquoten wie heute gegeben. Die Auswirkungen steigender Zinsen auf eine hoch verschuldete Wirtschaft seien noch unklar, sollten aber genau im Blick behalten werden. In den USA hätten höhere Hypothekenzinsen und Hauspreise dazu geführt, dass sich weniger Menschen ein Haus leisten könnten. Dies sei eine wichtige Kennzahl für zukünftige Hausverkäufe. Der sehr wichtige Automobilsektor zeige ebenfalls Schwächezeichen aufgrund der höheren Finanzierungskosten.
Es komme zu immer mehr Kreditausfällen, insbesondere im Subprime-Sektor. Spezialkreditinstitute, die durch die höheren Zinsen für weniger kreditwürdige Kreditnehmer auf den Plan gerufen worden seien, hätten diesen Sektor entdeckt, als die Zinsen extrem niedrig gewesen seien. Viele würden jetzt unter Druck geraten, da die Zinsen steigen und die Kreditnehmer Probleme mit der Rückzahlung bekommen würden. Auch bei Kreditkarten- und Studentenkrediten gebe es mehr Zahlungsschwierigkeiten.
Verbraucher unter Druck: Schließlich seien die Benzinpreise heute etwa 18% höher als vor einem Jahr. In der Vergangenheit habe dies die Ausgaben für nicht lebensnotwendige Dinge gedämpft. Hinzu kämen die steigenden Gesundheitskosten, die heute etwa 18% des US-BIP ausmachen würden.
Ausblick
Kurzfristig neige Swanson dazu, US-Aktien gegenüber anderen Aktien zu bevorzugen, da der Technologiesektor in den USA sehr dominant sei und auch viele Unternehmen aus anderen Sektoren neue Technologien nutzen würden. Steigende Kurse erwarte er auch bei Bankaktien, da die Vergabe kurzfristiger Kredite ebenso steige wie die Zinsen. Des Weiteren dürften Gesundheitstitel von der stärkeren Preismacht in nahezu allen Einzelbranchen profitieren.
Wir leben in einer sehr guten Zeit, so James Swanson. Die Arbeitslosigkeit sei sehr niedrig, die Inflation sei unter Kontrolle. Seit dem Tiefststand vom März 2009 habe der S&P 500 im Jahresdurchschnitt 17,5% zugelegt - bis Ende März dieses Jahres. Seiner Ansicht nach spreche viel dafür, dass dieser Hausse nach 2018 allmählich die Luft ausgehe. Er sehe eine goldene Zukunft, aber nicht bis in die Unendlichkeit. Wenn die Aktienkurse hoch seien und die High-Yield-Spreads eng, gebe es kaum einen Puffer, wenn sich der Wind zur Jahresmitte drehe. Und das könnte seiner Meinung nach passieren. Irgendwann würden die steigenden Kosten der Unternehmen und das nachlassende Wirtschaftswachstum das zurzeit nahezu perfekte Börsenwetter eintrüben. (Ausgabe Juni 2018) (06.06.2018/ac/a/m)
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Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 7.139,33 | 7.110,88 | 28,4486 | +0,40% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| US78378X1072 | A0AET0 | 7.155 | 5.327 | |
| Handelsplatz | Letzter | Veränderung | Zeit |
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7.139,33 | +0,40% | 13:58 |
= Realtime
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