Erweiterte Funktionen
New York (www.aktiencheck.de) - Letzten Dienstag legte die Bank of America Merrill Lynch die Ergebnisse ihrer regelmäßigen internationalen Assetmanager-Umfrage vor; offensichtlich denken viele Assetmanager ähnlich wie unser Asset Allocation Committee (AAC), so die Experten von Neuberger Berman.
Erstmals in diesem Konjunkturzyklus habe das AAC Cash übergewichtet. Auch die befragten Assetmanager hätten ihre Cashquoten erhöht. Das AAC habe internationale Aktien jetzt negativer eingeschätzt und die vergleichsweise sicheren US-Titel bevorzugt. Die befragten Manager hätten sich ebenfalls zu einer deutlichen Übergewichtung von US-Aktien entschlossen.
Andere Indikatoren, für klassische Long-only-Anlagen wie für Hedgefonds, würden diese Vorsicht bestätigen - und die jüngsten Umschichtungen in Geldmarktfonds würden zeigen, dass Investoren abwarten würden, bis sie klarer sähen, was vor ihnen liege.
Die Weltwirtschaft scheine, nach einer Zeit der Stärke wieder zu dem seit der Finanzkrise üblichen Trendwachstum zurückzukehren. Am Wochenende, im Vorfeld seiner Jahreskonferenz in Washington, habe der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für das Weltwirtschaftswachstum im Jahr 2019 auf gerade einmal 3 Prozent gesenkt, den niedrigsten Wert seit der Finanzkrise. Außerdem würden die Risiken steigen: Vor allem das Verarbeitende Gewerbe habe große Probleme mit den Folgen des amerikanisch-chinesischen Handelskonflikts.
Für Aktien sei das nicht einfach gewesen. Nach viel Auf und Ab seien die Kurse jetzt wieder etwa so hoch wie vor zwölf Monaten.
Letzte Woche habe die Berichtssaison für das dritte Quartal begonnen. Werde man daher bald klarer sehen? Wahrscheinlich nicht. Rechne man mit uneinheitlichen Ergebnissen und Unternehmensgewinnen, die im Schnitt etwa so hoch seien wie vor einem Jahr. Schwächere Zahlen von Technologieunternehmen dürften durch bessere von Versorgern und Gesundheitsdienstleistern ausgeglichen werden.
Die CEOs und CFOs dürften auch nicht viel helfen, da ihre Prognosen wohl eher zurückhaltend sein würden. Sie hätten schließlich mit den gleichen Unsicherheiten zu tun wie die Investoren. Das spiegele sich auch in den zuletzt schwachen "weichen" Daten wie Geschäftsklima und Verbrauchervertrauen wider.
Wesentlich stabiler seien allerdings die meisten "harten" Daten. Sie würden zeigen, was Unternehmen und Verbraucher wirklich tun würden - und nicht, was sie denken würden.
Der amerikanische Konsum, das Kreditwachstum und die Immobiliennachfrage seien stabil. Auch die amerikanischen Einkaufsmanagerindices (PMIs) scheinen sich zu festigen, so die Experten von Neuberger Berman. Selbst in Deutschland und den übrigen Euroraumländern hätten sich Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze zuletzt verbessert. Die Notenbanken würden sehr expansiv bleiben und auch wenn es für ein abschließendes Urteil noch zu früh sei, scheine es bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China und beim Brexit zuletzt Fortschritte gegeben zu haben.
Der IWF möge für dieses Jahr nur 3 Prozent Weltwirtschaftswachstum erwarten. Er habe aber auch gesagt, dass er für 2020 mit einer Verbesserung rechne.
Es scheine, dass Verbraucher und Unternehmen mehr darüber besorgt seien, was passieren könnte, als darüber, was tatsächlich passiere. Man sollte nicht vergessen, dass solche Stimmung, also der Großteil der so genannten "weichen" Daten, ein volatiler Indikator sein könne.
Die Investorenbefragungen würden ein großes Interesse an Technologiewerten und anderen hoch kapitalisierten Wachstumstiteln, aber auch an Immobilienaktien zeigen, Investmentgrade-Anleihen und sogar Staatsanleihen. Viele dieser Assetklassen seien aber schon jetzt sehr teuer und könnten unter einem Stimmungswandel leiden. Unser Asset Allocation Committee schätzt US-Aktien im Vergleich zu Aktien anderer Länder jetzt zwar positiver ein, bevorzugt dabei aber Small Caps und konjunktursensitivere Marktsegmente, so die Experten von Neuberger Berman.
Natürlich dürfe man die Risiken dabei nicht übersehen, zumal in den USA nächstes Jahr Wahlen anstünden. Sollten sich das Verarbeitende Gewerbe aber stabilisieren und die Handelsgespräche Fortschritte machen, könnten manche der jetzt noch zögernden Investoren wieder einsteigen. (24.10.2019/ac/a/m)
Erstmals in diesem Konjunkturzyklus habe das AAC Cash übergewichtet. Auch die befragten Assetmanager hätten ihre Cashquoten erhöht. Das AAC habe internationale Aktien jetzt negativer eingeschätzt und die vergleichsweise sicheren US-Titel bevorzugt. Die befragten Manager hätten sich ebenfalls zu einer deutlichen Übergewichtung von US-Aktien entschlossen.
Andere Indikatoren, für klassische Long-only-Anlagen wie für Hedgefonds, würden diese Vorsicht bestätigen - und die jüngsten Umschichtungen in Geldmarktfonds würden zeigen, dass Investoren abwarten würden, bis sie klarer sähen, was vor ihnen liege.
Die Weltwirtschaft scheine, nach einer Zeit der Stärke wieder zu dem seit der Finanzkrise üblichen Trendwachstum zurückzukehren. Am Wochenende, im Vorfeld seiner Jahreskonferenz in Washington, habe der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für das Weltwirtschaftswachstum im Jahr 2019 auf gerade einmal 3 Prozent gesenkt, den niedrigsten Wert seit der Finanzkrise. Außerdem würden die Risiken steigen: Vor allem das Verarbeitende Gewerbe habe große Probleme mit den Folgen des amerikanisch-chinesischen Handelskonflikts.
Für Aktien sei das nicht einfach gewesen. Nach viel Auf und Ab seien die Kurse jetzt wieder etwa so hoch wie vor zwölf Monaten.
Letzte Woche habe die Berichtssaison für das dritte Quartal begonnen. Werde man daher bald klarer sehen? Wahrscheinlich nicht. Rechne man mit uneinheitlichen Ergebnissen und Unternehmensgewinnen, die im Schnitt etwa so hoch seien wie vor einem Jahr. Schwächere Zahlen von Technologieunternehmen dürften durch bessere von Versorgern und Gesundheitsdienstleistern ausgeglichen werden.
Wesentlich stabiler seien allerdings die meisten "harten" Daten. Sie würden zeigen, was Unternehmen und Verbraucher wirklich tun würden - und nicht, was sie denken würden.
Der amerikanische Konsum, das Kreditwachstum und die Immobiliennachfrage seien stabil. Auch die amerikanischen Einkaufsmanagerindices (PMIs) scheinen sich zu festigen, so die Experten von Neuberger Berman. Selbst in Deutschland und den übrigen Euroraumländern hätten sich Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze zuletzt verbessert. Die Notenbanken würden sehr expansiv bleiben und auch wenn es für ein abschließendes Urteil noch zu früh sei, scheine es bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China und beim Brexit zuletzt Fortschritte gegeben zu haben.
Der IWF möge für dieses Jahr nur 3 Prozent Weltwirtschaftswachstum erwarten. Er habe aber auch gesagt, dass er für 2020 mit einer Verbesserung rechne.
Es scheine, dass Verbraucher und Unternehmen mehr darüber besorgt seien, was passieren könnte, als darüber, was tatsächlich passiere. Man sollte nicht vergessen, dass solche Stimmung, also der Großteil der so genannten "weichen" Daten, ein volatiler Indikator sein könne.
Die Investorenbefragungen würden ein großes Interesse an Technologiewerten und anderen hoch kapitalisierten Wachstumstiteln, aber auch an Immobilienaktien zeigen, Investmentgrade-Anleihen und sogar Staatsanleihen. Viele dieser Assetklassen seien aber schon jetzt sehr teuer und könnten unter einem Stimmungswandel leiden. Unser Asset Allocation Committee schätzt US-Aktien im Vergleich zu Aktien anderer Länder jetzt zwar positiver ein, bevorzugt dabei aber Small Caps und konjunktursensitivere Marktsegmente, so die Experten von Neuberger Berman.
Natürlich dürfe man die Risiken dabei nicht übersehen, zumal in den USA nächstes Jahr Wahlen anstünden. Sollten sich das Verarbeitende Gewerbe aber stabilisieren und die Handelsgespräche Fortschritte machen, könnten manche der jetzt noch zögernden Investoren wieder einsteigen. (24.10.2019/ac/a/m)
|








