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Zürich (www.aktiencheck.de) - Zwar befinden sich die Aktienmärkte seit August-Beginn im Korrekturmodus, aber auf Jahressicht sehen wir bei den wichtigsten Indices immer noch ein Plus, so René Nicolodi, Head of Equities & Themes von Swisscanto.
Dabei wären die Rahmenbedingungen aus gestiegenen Zinsen, einer weiterhin verhältnismäßig hohen Inflation und die Aussicht auf eine Wachstumsabschwächung ausreichend für eine deutlichere Korrektur, bevor die Aktienmärkte wieder Potenzial für einen nachhaltigen Aufschwung hätten. Ein so genannter Bärenmarkt stelle sich nach einer Preiskorrektur von mindestens 20 Prozent ein. Im Prinzip sei eine Korrektur bereits überfällig, nur der finale Auslöser scheine noch zu fehlen.
Es bleibe selbstverständlich zu hoffen, dass es nicht zum nächsten Krieg komme, der als Auslöser fungiere. Der aktuell eskalierende Nahost-Konflikt zeige aber leider wieder einmal, wie rasch sich geopolitische Unsicherheiten entfalten könnten. Dass es bis dato ein positives Aktienjahr sei, würden die Märkte vor allem einer recht robusten Konsumnachfrage verdanken. Insbesondere der US-Aktienmarkt habe profitiert und weise eine klare Outperformance gegenüber den anderen Regionen aus. Doch die Bewertungen, vor allem für den dominierenden US-Markt, seien nun als teuer einzustufen. Dies könnte dann auch eher zu einer starken Korrektur führen, sobald die Marktteilnehmer den entscheidenden Auslöser ausmachen. Europa sähen die Experten von Swisscanto rein aus Bewertungssicht bei einer allfälligen Korrektur im Vorteil.
Nach Meinung der Experten von Swisscanto bleibe eine defensive Ausrichtung Trumpf bei der Portfolio-Allokation. Dazu gehöre auch ein klarer Fokus auf Qualitätsaktien. Unternehmen mit hoher Rentabilität, tiefer Verschuldung, einer starken Preissetzungsmacht und einem strukturellem statt zyklischem Wachstum seien zu bevorzugen. Zudem gelte es attraktive Bewertungen auszumachen, bei denen bereits negative Faktoren eskomptiert seien. Bei Betrachtung der verschiedenen Anlagestile sei dabei Qualität aktuell relativ neutral bewertet und damit eine Erhöhung entsprechend lohnenswert. Value bleibe aus historischer Sicht günstig und erscheine ebenfalls mittelfristig interessant. Ein Fokus auf Wachstum sei lediglich in den USA, vor allem aufgrund des KI-Trends, auf Jahressicht gut gelaufen und in vielen anderen Regionen nicht. Aufgrund des deutlich höheren Zinsniveaus sollte vorsichtig agiert werden.
Ein Paradebeispiel für einen defensiven Aktienmarkt sei traditionell die Schweiz. Denn durch hohe Anteile von defensiven Sektoren wie Basiskonsumgüter und der Pharmaindustrie sei der Schweizer Aktienmarkt weniger stark von Konjunkturabschwächungen betroffen als andere Märkte. Nach einem schwungvollen Auftakt zu Jahresbeginn habe zwar die Schweizer Wirtschaft im 2. Quartal 2023 stagniert. Im 2. Halbjahr dürfte der bis dahin robuste private Konsum aber weiterhin stützen. Denn die Lage am Arbeitsmarkt sei gut, das Beschäftigungswachstum bleibe positiv. Auch der Außenhandel vermöge wegen der schwachen Weltnachfrage und des stärker werdenden Schweizer Franken keinen starken Wachstumsbeitrag zu liefern. Im Laufe des nächsten Jahres dürften indes die heute schwachen Investitionen zur Wachstumsstütze werden. Dies führe insgesamt zu einem im Vergleich zu den anderen Aktienmärkten positiven Umfeld für Schweizer Aktien, weshalb die Experten von Swisscanto sie als attraktiv erachten würden. (10.10.2023/ac/a/m)
Dabei wären die Rahmenbedingungen aus gestiegenen Zinsen, einer weiterhin verhältnismäßig hohen Inflation und die Aussicht auf eine Wachstumsabschwächung ausreichend für eine deutlichere Korrektur, bevor die Aktienmärkte wieder Potenzial für einen nachhaltigen Aufschwung hätten. Ein so genannter Bärenmarkt stelle sich nach einer Preiskorrektur von mindestens 20 Prozent ein. Im Prinzip sei eine Korrektur bereits überfällig, nur der finale Auslöser scheine noch zu fehlen.
Nach Meinung der Experten von Swisscanto bleibe eine defensive Ausrichtung Trumpf bei der Portfolio-Allokation. Dazu gehöre auch ein klarer Fokus auf Qualitätsaktien. Unternehmen mit hoher Rentabilität, tiefer Verschuldung, einer starken Preissetzungsmacht und einem strukturellem statt zyklischem Wachstum seien zu bevorzugen. Zudem gelte es attraktive Bewertungen auszumachen, bei denen bereits negative Faktoren eskomptiert seien. Bei Betrachtung der verschiedenen Anlagestile sei dabei Qualität aktuell relativ neutral bewertet und damit eine Erhöhung entsprechend lohnenswert. Value bleibe aus historischer Sicht günstig und erscheine ebenfalls mittelfristig interessant. Ein Fokus auf Wachstum sei lediglich in den USA, vor allem aufgrund des KI-Trends, auf Jahressicht gut gelaufen und in vielen anderen Regionen nicht. Aufgrund des deutlich höheren Zinsniveaus sollte vorsichtig agiert werden.
Ein Paradebeispiel für einen defensiven Aktienmarkt sei traditionell die Schweiz. Denn durch hohe Anteile von defensiven Sektoren wie Basiskonsumgüter und der Pharmaindustrie sei der Schweizer Aktienmarkt weniger stark von Konjunkturabschwächungen betroffen als andere Märkte. Nach einem schwungvollen Auftakt zu Jahresbeginn habe zwar die Schweizer Wirtschaft im 2. Quartal 2023 stagniert. Im 2. Halbjahr dürfte der bis dahin robuste private Konsum aber weiterhin stützen. Denn die Lage am Arbeitsmarkt sei gut, das Beschäftigungswachstum bleibe positiv. Auch der Außenhandel vermöge wegen der schwachen Weltnachfrage und des stärker werdenden Schweizer Franken keinen starken Wachstumsbeitrag zu liefern. Im Laufe des nächsten Jahres dürften indes die heute schwachen Investitionen zur Wachstumsstütze werden. Dies führe insgesamt zu einem im Vergleich zu den anderen Aktienmärkten positiven Umfeld für Schweizer Aktien, weshalb die Experten von Swisscanto sie als attraktiv erachten würden. (10.10.2023/ac/a/m)
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