Tesla und SpaceX stehen nach den US-Zwischenwahlen weiter unter Verkaufsdruck. Am Donnerstag fiel die Tesla-Aktie zeitweise um bis zu zwölf Prozent auf 340,54 Dollar, den tiefsten Stand seit Mitte August. Seit Dienstag summieren sich die Verluste beider Musk-Konzerne auf mehr als 380 Milliarden Dollar Börsenwert. Der Tech-Index Nasdaq 100 lag zeitweise mehr als sechs Prozent im Minus und verstärkte die Bewegung.
Tesla Aktie: Musk-Imperium unter Druck
Wahlresultate, mögliche Auflagen für Rechenzentren und regulatorische Bedenken zur Fusion belasten die Stimmung rund um beide Musk-Unternehmen.

Texas wird zum Risikofaktor
Musk hatte fast eine halbe Milliarde Dollar in den Wahlkampf zugunsten der Republikaner gesteckt, doch die meisten seiner Kandidaten verloren. In Texas, wo Tesla und SpaceX ihren Sitz haben, setzte sich Gina Hinojosa bei der Gouverneurswahl gegen Amtsinhaber Greg Abbott durch. Die Demokraten stellen dort künftig auch den Senator.
Hinojosa hat ein Moratorium für neue Rechenzentren gefordert, bis strengere Auflagen zu Wasser, Strompreisen und Steuervorteilen gelten. Das trifft vor allem SpaceX, berührt aber auch Tesla. Beide Unternehmen planen mit Terafab einen gemeinsamen Chipkomplex samt Rechenzentrum in Texas.
Zudem bietet Teslas Energiesparte Speichersysteme für Rechenzentrumsbetreiber an. Goldman Sachs schätzt, dass kurzfristige Moratorien in einem Teil der Bundesstaaten rund 45 Prozent der geplanten US-Kapazitätserweiterung betreffen könnten.
Fusionsfantasie bekommt Gegenwind
Hinzu kommt die Debatte um einen Zusammenschluss von Tesla und SpaceX. Musk bezeichnete ihn zuletzt als "gute Idee", Sonderausschüsse beider Unternehmen prüfen das Thema. Anleger hatten darauf gewettet und die Kurse zuvor gestützt.
Nun wächst die Skepsis. Dan Ives von Yorkville Ives & Co. hält die Fusion weiter für wahrscheinlich, sieht aber einen deutlich schwierigeren regulatorischen Weg für 2027. Kartellrechtliche und sicherheitspolitische Bedenken stehen im Raum, schließlich hängt Tesla stark am China-Geschäft und SpaceX ist im Rüstungssektor aktiv. Auch Verwässerungssorgen und die Prämie für SpaceX belasten die Stimmung.
Parallel drohen Untersuchungen im Kongress. Demokraten wollen Musks Unternehmen, deren Staatsaufträge und die Starlink-Beschränkungen in der Ukraine unter die Lupe nehmen.
Einordnung
Joe Gilbert von Integrity Asset Management spricht von einem "2-für-1-Sonderangebot", weil der Markt das Risiko einer Verlangsamung beim Rechenzentrumsausbau neu bewerte. Er verweist zugleich auf einen "Ansturm auf die Ausgänge" im Techsektor, bis sich ein Boden zeige.
Für Tesla zählt in den kommenden Wochen, ob die Marke von rund 340 Dollar hält. Bricht sie, rückt das Augustniveau in den Blick.
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