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Schwellenländeranleihen behaupten sich - und bieten weiterhin Chancen

Warum Schwellenländeranleihen trotz der Turbulenzen an den Anleihemärkten der Industrieländer attraktiv bleiben

Zwar entwickeln sich Anleihen aus den Schwellenländern und den entwickelten Volkswirtschaften aufgrund ihrer Korrelation tendenziell in die gleiche Richtung, so Rob Drijkoningen, Co-Head Emerging Market Debt bei Neuberger.

Da die Finanzierungsrisiken vieler Schwellenländer sowohl hinsichtlich ihrer Staatshaushalte als auch ihres externen Finanzierungsbedarfs begrenzt seien, dürften diese Länder mögliche Marktturbulenzen vergleichsweise gut überstehen. Bislang hätten sowohl Lokalwährungs- als auch Hartwährungsanleihen die politische Unsicherheit und die damit verbundene Volatilität in den Industrieländern gut verkraftet. Trotz der insbesondere am Hartwährungsmarkt bereits hohen Bewertungen seien die Renditen in beiden Segmenten im Vergleich zu den Industrieländern weiterhin attraktiv. Lokalwährungsanleihen böten darüber hinaus höhere Realrenditen und eröffneten Investoren die Möglichkeit, ihre Anleiheportfolios unabhängiger von den USA und dem US-Dollar auszurichten.

Lokalwährungsanleihen böten besonders attraktive Anlagechancen

Nach Einschätzung der Experten ergäben sich sowohl an den Hartwährungs- als auch an den Lokalwährungsmärkten vielfältige Investitionsmöglichkeiten. Die Fundamentaldaten der Schwellenländer hätten sich spürbar verbessert. Dies zeige sich unter anderem daran, dass sowohl bei Staaten als auch bei Unternehmen die Rating-Heraufstufungen gegenüber den Herabstufungen überwögen. Staats- und Unternehmensanleihen in Hartwährung böten inzwischen Renditen von mehr als 7 Prozent. Ein solches Renditeniveau habe sich in der Vergangenheit mit Blick auf die darauffolgenden zwölf Monate häufig als attraktiver Einstiegszeitpunkt erwiesen. Allerdings seien die Risikoaufschläge seit 2023 bereits deutlich zurückgegangen. Besonders interessante Anlagechancen sähen die Experten deshalb an den Lokalwährungsmärkten. Dort lägen die nominalen und realen Renditen im Vergleich zu den Industrieländern auf einem Niveau, das seit 15 Jahren nicht mehr erreicht worden sei.

Kürzere Duration könne die Schwankungsanfälligkeit deutlich reduzieren

Für Investoren, die angesichts der gegenwärtigen Marktturbulenzen eine weniger schwankungsanfällige Anlagestrategie im Bereich der Schwellenländeranleihen suchten, könnten Wertpapiere mit kürzerer Duration eine interessante Alternative darstellen. Seit 2003 habe die Volatilität kurzlaufender Hartwährungsanleihen weniger als die Hälfte der Schwankungsintensität des breiten Hartwährungsmarktes betragen, gemessen am J.P. Morgan EMBI Global Diversified Index. Zwar könnten Anleger mit einer solchen Strategie nur eingeschränkt von möglichen Kurssteigerungen profitieren. Im Gegenzug biete der Ansatz jedoch einen vergleichsweise guten Schutz vor Kursverlusten und ermögliche attraktive risikobereinigte Renditen. Darüber hinaus könne die laufende Verzinsung mit der Rendite des Gesamtmarktes mithalten, sodass Investoren auch mit kürzeren Laufzeiten solide laufende Erträge erzielen könnten.

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