Gregor Koppensteiner, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Lenzing-Aktie (ISIN: AT0000644505, WKN: 852927, Ticker: LEN) unter die Lupe.
Lenzing Quartalszahlen Q3: Die Marge nimmt wieder Faden auf
Lenzing übertrifft die EBITDA-Erwartungen leicht, doch Umbaukosten und Wertberichtigungen vertiefen den Nettoverlust.

Im dritten Quartal übertreffe Lenzing die Erwartungen beim EBITDA leicht. Der Fokus auf profitablere Produkte sowie die laufenden Kostenmaßnahmen würden erste Wirkung zeigen. Umsatz und Nettoergebnis lägen hingegen unter dem Konsens.
Die Umsatzerlöse von Lenzing seien im dritten Quartal 2026 um 4,4% gegenüber dem Vorjahresquartal auf EUR 658,8 Mio. gestiegen. Damit sei man leicht unter dem Konsens geblieben. Auf Neunmonatssicht habe der Umsatz hingegen weiterhin unter dem des Vorjahres gelegen. Hier hätten insbesondere geringere Absatzmengen durch das gezielte Zurückfahren margenschwacher Standardfasern sowie niedrigere Zellstoffpreise belastet.
Die Profitabilität habe sich gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal verbessert. Das berichtete Q3-EBITDA ergebe sich aus dem Neunmonatswert von EUR 316,4 Mio. abzüglich des Halbjahreswerts von EUR 239,2 Mio. Daraus würden EUR 77,2 Mio. für das dritte Quartal 2026 resultieren, was einem Anstieg von 7,5% im Vergleich zum Vorjahr entspreche. Damit liege man über dem Konsens von rund EUR 74 Mio. Die entsprechende Marge habe sich leicht von 11,4% auf 11,7% erhöht. Deutlicher sei der Fortschritt auf bereinigter Basis ausgefallen: Die bereinigte EBITDA-Marge sei von 13,3% auf 17,3% gestiegen. Der Fokus auf profitablere Produkte und die laufenden Kostenmaßnahmen würden somit erste Wirkung zeigen. Restrukturierungsbelastungen und nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen hätten das Ergebnis nach Steuern im dritten Quartal jedoch auf EUR -165,9 Mio. gedrückt, nach EUR -120,2 Mio. im Vorjahr. Der Konsens habe mit einem weniger negativen Ergebnis gerechnet.
Die Transformation bleibe der zentrale Ergebnistreiber. Bis Ende 2027 sollten zusätzliche Einsparungen von EUR 120 Mio. gegenüber 2025 voll ergebniswirksam werden. Die Produktion in Heiligenkreuz solle bis Ende Q1 2027 und in Grimsby bis Ende 2027 eingestellt werden; parallel laufe der Verkaufsprozess für den indonesischen Faserstandort weiter. Die im Oktober abgeschlossene Kapitalerhöhung von rund EUR 300 Mio. solle dabei den finanziellen Spielraum für den Umbau stärken.
Ausblick: Lenzing erwarte für das Jahr 2026 ein bereinigtes EBITDA von EUR 430 bis 460 Mio., nach EUR 425,6 Mio. im Vorjahr. Der Konsens sei mit EUR 428 Mio. noch etwas pessimistischer. Mittelfristig verfolge Lenzing weiterhin das Ziel, wieder Umsatzwachstum zu erzielen, das EBITDA um EUR 150 Mio. zu steigern, eine EBITDA-Marge von 20 bis 25% zu erreichen und den Verschuldungsgrad auf unter 2,5x zu senken.
Vorbörslich habe die Lenzing-Aktie rund 1,6% im Plus notiert.
Die letzte Empfehlung für die Aktien von Lenzing lautete HALTEN, so Gregor Koppensteiner, Analyst der RBI. (Analyse vom 05.11.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:
3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten. 5. Zwischen RBI oder einer mit ihr verbundenen juristischen Person und dem Emittenten war in den vorangegangenen 12 Monaten eine Vereinbarung über die Erbringung von Wertpapierdienstleistungen gemäß Anhang I Abschnitte A (Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten) und B (Nebendienstleistungen) der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Kraft bzw. ergab sich in diesem Zusammenhang die Verpflichtung zu einer Zahlung oder zum Erhalt einer Entschädigung; wobei eine Offenlegung nur dann erfolgt, wenn dadurch die Vertraulichkeit von Geschäftsinformationen nicht verletzt wird.
Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity
War dieser Artikel hilfreich?
Die Inhalte auf AktienCheck.de dienen ausschließlich der Information und stellen keine individuelle Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals verbunden.