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DAX: Rekordhoch schmilzt in einem Tag

Nach dem Allzeithoch fiel der DAX um 1,92 Prozent; Sorgen um KI-Regeln und höhere Zinsen belasteten die Märkte.

DAX: Rekordhoch schmilzt in einem Tag
Bild: boerse-global.de

Ein Tag nach dem Allzeithoch bei 26.692 Punkten hat der DAX sein komplettes Wochenplus abgegeben. Zeitweise verlor der Leitindex mehr als 1.000 Zähler, am Ende stand ein Minus von 1,92 Prozent auf 25.820,36 Punkte. Auslöser ist der weltweite Ausverkauf bei KI- und Halbleiterwerten.

Politik und Zinsen belasten

Nach dem Wahlerfolg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen fürchten Anleger strengere Regeln für künstliche Intelligenz. An der Wall Street erlebte der Nasdaq 100 am Donnerstag den schwersten Tagesverlust seit dem Corona-Crash 2020, der Halbleiterindex SOX brach um mehr als 12 Prozent ein. Am Freitag erholte sich der Nasdaq 100 um rund zwei Prozent. Frankfurt zog nicht mit.

Hinzu kommt der Zinsdruck. Der US-Arbeitsmarktbericht fiel mit 165.000 neuen Stellen weit stärker aus als erwartet. Für Oktober rechnen Ökonomen mit einer US-Inflation von vier Prozent, am Dienstag stehen die Daten an. Viele Volkswirte erwarten deshalb eine weitere Zinserhöhung der Fed im Dezember. Höhere Zinsen treffen vor allem Technologiewerte.

Einzelwerte: Rückversicherer und Rüstung schwach

Munich Re und Hannover Rück verloren 4,3 beziehungsweise 4,4 Prozent. JPMorgan hatte beide abgestuft und rechnet in der Erneuerungsrunde 2027 mit weiterem Preisdruck. Bei Hannover Rück senkte die Bank das Votum auf "Underweight" und beließ das Kursziel bei 270 Euro, Munich Re stufte sie auf "Neutral" mit Ziel 590 Euro zurück.

Daimler Truck gab nach Quartalszahlen um 3,4 Prozent nach. Umsatz und bereinigtes EBIT lagen unter den Erwartungen, die Auftragseingänge verfehlten laut Bernstein den Konsens, vor allem in Nordamerika. Rheinmetall rutschte nach der Gewinnwarnung und mehreren Kurszielsenkungen um weitere 3,4 Prozent auf 812,70 Euro. Zeitweise fiel die Aktie unter 800 Euro.

Hochtief stemmte sich mit einem Plus von 5,5 Prozent gegen den Trend. Der Großaktionär ACS prüft Berichten zufolge eine Komplettübernahme oder Fusion. Bei den Chipwerten stabilisierte sich Infineon nach dem Einbruch vom Vortag, Siemens Energy erholte sich um 3,7 Prozent.

Was die Experten sagen

Das Lager der Beruhigten ist groß. UBS Global Wealth Management hält den KI-Investitionszyklus für intakt, Julius Bär sieht Volatilitätsspitzen historisch eher nahe Tiefpunkten. Consorsbank-Analyst Jochen Stanzl dagegen sieht ein Ende der KI-Korrektur noch nicht. Der DAX gilt wegen seiner geringen Tech-Gewichtung für manche als vergleichsweise robust.

In der kommenden Woche liefern Hannover Rück, Munich Re, Eon, RWE, Siemens und Henkel Quartalszahlen. Infineon und Siemens Energy rücken als KI-Profiteure ins Rampenlicht, am Dienstag folgen die US-Inflationsdaten.

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