Skyrizi und Rinvoq stützen AbbVies Wachstum nach dem Rückgang von Humira. Zugleich baut das Unternehmen seine künftige Umsatzbasis aus. Die DZ Bank sieht darin einen Grund für mehr Zuversicht: Sie bestätigte heute ihre Kaufempfehlung und hob das Kursziel an. Für Anleger zählt damit nicht nur das starke Quartal, sondern auch die Entwicklung weiterer Wachstumsträger.
AbbVie Aktie: Lizenzdeal mit Nxera
Skyrizi und Rinvoq treiben das Quartalswachstum, während eine Nxera-Lizenz AbbVies Pipeline ergänzt und die DZ Bank optimistischer stimmt.

Immunologie trägt die höhere Prognose
AbbVie erzielte im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 17,4 Mrd. US-Dollar. Das entsprach einem Plus von 10% gegenüber dem Vorjahr. Die Immunologie lieferte dabei einen wesentlichen Wachstumsbeitrag.
Die DZ Bank betrachtet Skyrizi und Rinvoq als Nachfolger für Humira. Ihre Einschätzung reicht allerdings über diese beiden Produkte hinaus: Auch Ententamig, Epkinly, Juvmo und die Apogee-Pipeline sollen die Umsatzbasis erweitern.
Das Management erhöhte die Umsatzprognose für 2026 um 200 Mio. auf 67,8 Mrd. US-Dollar. Auch den Mittelpunkt der bereinigten Gewinnprognose je Aktie setzte AbbVie höher.
Damit verbindet sich die positive Analysteneinschätzung mit einer angehobenen Unternehmenserwartung. Die höheren Prognosen bleiben allerdings Zielgrößen für das Gesamtjahr und sind noch keine abgeschlossenen Geschäftsergebnisse.
Die DZ Bank erhöhte ihr Kursziel von 288 auf 345 US-Dollar. Ihre Kaufempfehlung blieb bestehen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie nachhaltig AbbVie den Übergang von Humira zu einer breiteren Produktbasis bewältigt.
Nxera-Lizenz ergänzt die Entwicklung
Einen weiteren Baustein vereinbarte AbbVie gestern mit Nxera. Nach einem Bericht von BioSpace erhält das Unternehmen eine exklusive weltweite Lizenz für NXE0033744 gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Der oral verabreichte Wirkstoff gehört zur Klasse der EP4-Agonisten.
Die Vereinbarung umfasst eine Vorauszahlung von 100 Mio. US-Dollar. Hinzu kommen mögliche Meilensteinzahlungen von bis zu 1,37 Mrd. US-Dollar sowie gestaffelte Lizenzgebühren.
Für die Einordnung ist diese Trennung entscheidend: Die Vorauszahlung ist Bestandteil des Vertrags. Die zusätzlichen Meilensteinzahlungen sind dagegen an Bedingungen geknüpft und dürfen nicht als bereits fälliger Kaufpreis verstanden werden.
NXE0033744 hat die erste klinische Phase bei Patienten mit Colitis ulcerosa sowie in einer sogenannten NSAID-Challenge-Kohorte abgeschlossen. Der Wirkstoff soll lokal im Darm wirken und die systemische Exposition verringern. Das beschreibt einen Entwicklungsansatz, noch keinen belegten kommerziellen Erfolg.
Wachstum sichern, neue Ansätze prüfen
Die Lizenz passt zu den Forschungsrichtungen, über die AbbVies Immunologie-Entwicklungschefin Kori Wallace gestern mit Scrip sprach. Das Unternehmen prüft Kombinationstherapien für wirksamere Behandlungen von Autoimmunerkrankungen. Daneben nannte Wallace orale Wirkstoffe und CAR-T als mögliche Ansätze.
Für Anleger ergeben sich daraus unterschiedliche Zeithorizonte. Kurzfristig tragen vor allem die etablierten Wachstumstreiber und die höhere Jahresprognose die Einschätzung. Längerfristig muss die Entwicklungspipeline zusätzliche Produkte liefern. Die Nxera-Vereinbarung erweitert dafür die Möglichkeiten, ersetzt aber weder weitere klinische Nachweise noch spätere Zulassungsentscheidungen.
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