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Zerfall der Eurozone immer unwahrscheinlicher




15.10.12 11:35
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnete heute (08:16 Uhr) bei 1,2900 USD, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Höchstkurse im europäischen Handel bei 1,2991 USD markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 78,50 In der Folge notiere EUR/JPY bei 101,25, während EUR/CHF bei 1,2085 oszilliere.

Die Analysten hätten sich seit Ausbruch der Defizitkrise für die Eurozone stark gemacht, weil man in der Eurozone die Bedingungen und damit die Zukunft über langfristig erhöhtes Potenzialwachstum in den Reformländern verändere und sich massiv von den USA oder Japan abhebe. Die Analysten seien die Ersten gewesen und seien heute noch Teil der Wenigen, die sich sachlich mit den Erfolgen der europäischen Reformpolitik auseinandersetzen würden.

Es erfreue sie sehr, dass die politischen Eliten der Eurozone mittlerweile erkannt hätten, dass es nicht nur um die einzelnen Reformländer gehe, sondern dass es eine Auseinandersetzung um Macht sei, die an den internationalen Finanzmärkten geführt werde. Daraus möge die Erkenntnis gereift sein, dass ein Mangel an Solidarität für Kontinentaleuropa das Risiko einer ökonomischen, aber auch politischen Katastrophe beinhalte. Unter Grenznutzengesichtspunkten sei vor diesem Hintergrund der Aufwand der Solidarität für beispielsweise Griechenland eine sehr überschaubare Größe.

Die ersten Erfolge seien sichtbar. Der aus München so martialisch thematisierte Targetsaldo der Deutschen Bundesbank sinke mittlerweile zügig. Im September habe sich ein Rückgang von über 750 auf unter 700 Mrd. Euro ergeben. Er sei eben maßgeblich bedingt durch Kapitalflucht und nicht mehr durch Defizite in der Waren- und Dienstleistungsbilanz. Die Analysten seien sehr erfreut, dass ihre Sichtweise, dass die globale Konjunkturabkühlung wesentlich mit dem Verlauf der Defizitkrise korreliert und nicht Ausdruck einer Übersättigung in der globalen Konjunkturzyklik sei, gesellschaftsfähig werde. Es sei übrigens einer der Gründe, warum sie sich nicht in die Phalanx der Konjunkturpessimisten für 2013 einreihen würden.

Sofern die Solidarität in der Eurozone, die unangemessene Spekulation aus London und NY gegen die Reformländer breche, ergebe sich erhebliches Aufwärtspotenzial bezüglich Konjunktur und Bewertung der Risikoaktiva. Das veränderte Niveau der Lohnstückkosten in den europäischen Reformländern werde die realwirtschaftliche Resonanz erfahren, die sachlich geboten sei. Das Thema der konjunkturellen Paralyse werde in den Reformländern weichen. Die mittlerweile in einer Gesamtbetrachtung auf globaler Ebene gegebene Untersättigung im Lager- und Investitionsgüterzyklus werde abgearbeitet werden müssen. Als Folge verstärkter ökonomischer Aktivität würden die Fiskallagen der öffentlichen Haushalte sich nachhaltig entspannen.

Gerade hinsichtlich der Tatsache, dass die Eurozone die strukturellen Haushaltsdefizite deutlich zurückgeführt habe und wesentlich von konjunkturellen Defiziten in den Reformländern geplagt sei, stünde eine Neubewertung der Staatsanleihemärkte der Eurozone an. Ergo würden die Politik der Eurozone und vor allen Dingen die EZB mittlerweile einen sehr guten Job für die Eurozone und für Deutschland machen, dass extrem exportabhängig sei und auch für die Weltwirtschaft und das Finanzsystem.

In der letzten Woche seien die Analysten der Bremer Landesbank in Griechenland unterwegs gewesen. Die Gespräche mit ihren Kontaktpersonen in Athen (Schiffe, Stahl, Öl) seien eindrucksvoll gewesen. Fakt sei, dass es spürbare Veränderungen gebe. Fakt sei aber auch, dass es bei den Umsetzungen, beispielsweise der Liberalisierung der Berufszweige oder den öffentlichen Genehmigungsverfahren unverändert erheblich Sand im Getriebe gebe. Das gelte auch für jedwede Kreditvergabe. Allen Beteiligten sei die Notwendigkeit der Veränderung bewusst und sie sei von der Wirtschaft und auch Bevölkerung gewünscht. Dabei sei aber auf Verträglichkeit (Zeitfaktor) zu achten.

In einer Subsummierung bleibe festzustellen, dass Athen Zeit brauchen werde. Der Zeitrahmen von circa sieben Jahren sei realistisch, um die Umsteuerung dieses Landes bezüglich Verwaltung, Institutionen und Handling auf das erforderliche Niveau der Eurozone umzusetzen. Grundsätzlich würden die Analysten keine Veranlassung sehen, die zuvor dargestellte Sichtweise zu Griechenland anzupassen.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiere. Erst ein nachhaltiges Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1,2600 bis 1,2630 neutralisiere das positive Bias des Euros. (15.10.2012/ac/a/m)







 
 

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