X-Fab kaum beachtet




11.03.04 09:03
ExtraChancen

Nach Aussage der Experten von "ExtraChancen" interessiert sich kaum jemand für die Aktie von X-Fab (ISIN DE0006364581 / WKN 636458).

Die aus dem DDR-Kombinat Mikroelektronik hervorgegangene X-Fab produziere an den drei Standorten Thüringen, Texas und Großbritannien mit knapp 1.000 Mitarbeitern Silizium-Scheiben, aus denen so genannte Wafer hergestellt würden.

Über zwei Drittel der Umsätze erlöse der Erfurter Halbleiterhersteller dabei mit nur fünf Kunden, die u.a. Elektronikkomponenten für die Autoindustrie produzieren würden. Für diese Unternehmen rechne sich der Aufbau einer eigenen Chipfertigung nicht. Sie würden lediglich die Schaltpläne entwickeln und die Herstellung bei den Thüringern in Auftrag geben.

Die Zeichnungsfrist für X-Fab ende am 16. März. Die Erstnotiz an der Frankfurter Wertpapierbörse im Prime Standard sei für den 19. März vorgesehen. Zum Konsortium würden u.a. ING Investment Banking, HSBC Trinkaus & Burkhardt sowie die DZ Bank gehören. Bei Anlegern sollten bis zu 13.225 Mio. Aktien platziert werden. Zudem sei eine Kapitalerhöhung von bis zu 4,5 Mio. Aktien vorgesehen. Entsprechend sei das Grundkapital in bis zu 30.625 Mio. Aktien mit einem rechnerischen Nennwert von 1 Euro eingeteilt.

Die recht breite Preisspanne liege in einer Range von 10 bis 14 Euro. Eine von vielen Experten geforderte Herabsetzung auf einen Wert zwischen 6 und 7 Euro werde derzeit nicht erwartet. "Die Zurückhaltung der Investoren in Deutschland soll durch entsprechendes Interesse aus dem Ausland mehr als kompensiert werden", heiße es von Seiten der Emittenten.

Stelle sich die Frage, worauf sich dieses Interesse begründe und was das Unternehmen mit dem Geld vorhabe. "Wir wollen mit dem Erlös Schulden von 15 bis 25 Mio. Euro tilgen und den Rest in Anlagen investieren", heiße es dazu aus der Firmenzentrale. X-Fab agiere zwar in einem echten Wachstumsmarkt. Dennoch seien die Fabriken nur zu 48% ausgelastet. In den vergangenen drei Jahren seien trotz hoher Fördermittel (25. Mio. Euro) rote Zahlen geschrieben worden. Im Wettbewerbsvergleich hinke das Unternehmen deutlich zurück.

In 2004 solle der Umsatz auf 146 Mio. Euro steigen und das EBITDA überproportional auf 45,8 Mio. Euro zulegen. Das EBIT werde auf 15,6 Mio. Euro und der Jahresüberschuss auf 13,1 Mio. Euro geschätzt. Vor dem Hintergrund der schwachen Auslastung und der niedrigen Book-to-Bill-Ratio sei es aber ungewiss, ob diese Prognosen tatsächlich erreicht werden könnten.

"Wie es scheint, haben einige aus den Vorfällen am Neuen Markt nichts gelernt. Endlich kommt ein Börsengang und dann solch eine Enttäuschung", werde Markus Straub von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) zitiert. Die Großaktionäre von X-Fab - die belgische Elex, die Thüringer Industriebeteiligung und der Vorstand selbst - hätten sich lediglich verpflichtet, ihre Aktien sechs Monate zu halten. Diese sehr kurze Haltefrist könne zudem mit Genehmigung der Konsortialbanken verkürzt werden.

"So wie dieses Unternehmen vorgestellt wurde, kann man zum Schutz des Marktes nur hoffen, dass der Börsengang nicht zu Stande kommt", so Straub weiter. Sein Wunsch könnte sich erfüllen.

Kaum jemand zeichne offenbar die neuen X-Fab-Aktien. Eine gute Entscheidung, so die Experten von "ExtraChancen".








 
 
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