Wirecard keine Käufe




10.07.08 07:45
ExtraChancen

Hagen (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "ExtraChancen" raten von Neu- oder Nachkäufen der Aktie von Wirecard (ISIN DE0007472060 / WKN 747206) nach wie vor ab.

Mit aller Macht arbeite die Wirecard AG daran, das Vertrauen des Kapitalmarktes zurückzugewinnen, das durch die Spekulationen über angebliche Unregelmäßigkeiten in der Bilanz verloren gegangen sei. Nachdem Vorstandschef Markus Braun zwischenzeitlich ein großes Aktienpaket gekauft habe, seien gestern Morgen vorläufige Zahlen für die ersten sechs Monate vorgelegt worden, die wieder einmal beeindruckende Wachstumsraten aufweisen würden.

Doch die Verunsicherung bei der Wirecard AG, die die Experten als "Aktie des Tages" zum ersten Mal im Mai 2006 zu 6,96 Euro vorgestellt hätten, sei geblieben. Nach dem Absturz vom Mai-Hoch bei 14,50 Euro auf im Tief 6,26 Euro Ende Juni habe sich die Aktie zwar wieder erholen und innerhalb von zwei Tagen über 40% auf fast 9 Euro zulegen können, allerdings habe sich das inzwischen nur als Strohfeuer entpuppt.

Das habe auch seinen Grund. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) halte nämlich an ihrer Kritik an der Bilanz des Anbieters elektronischer Zahlungs- und Risikomanagementlösungen fest und habe erst gestern abermals Bedenken geäußert.

Daher könnten die früher als erwartet vorgelegten Halbjahreszahlen, der endgültige Bericht werde am 20. August veröffentlicht, auch als Reaktion auf die SdK-Vorwürfe verstanden werden. Zuletzt habe Vorstandschef Markus Braun nämlich noch einmal herausgestellt, dass sich das operative Geschäft gut entwickle.

Und die Zahlen würden sich in der Tat gut lesen: Wirecard habe den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im ersten Halbjahr nach vorläufigen Zahlen von 13,3 auf 22,3 Mio. Euro gesteigert, allein im 2. Quartal um fast 70% auf 12,2 Mio. Euro. Der Umsatz sei in den ersten sechs Monaten des Jahres von 56,5 auf 88,3 Mio. Euro gestiegen.

Das sei ein klares Signal, dass das operative Geschäft gut laufe, so Marco Zeidler von Sal. Oppenheim, dessen bereits über dem Marktkonsens liegende EBIT-Prognose noch übertroffen worden sei - statt der von ihm erwarteten Steigerung von 64% sei das Ergebnis sogar um 68% verbessert worden. Allerdings seien damit die Bedenken noch nicht ausgeräumt.

Denn für die SdK bleibe es "weitgehend unklar", wie und durch welche Geschäfte die Gewinne entstünden. Sie rate Anlegern von der Aktie ab, "unabhängig von der Beantwortung der Fragen", die die Schutzgemeinschaft in einem Katalog zusammengefasst an das Unternehmen stellen werde, um Klarheit über offene Bilanzierungsfragen zu erhalten.

Dagegen sehe Björn Stübner von der WestLB weiter eine gute Einstiegschance und empfehle das Papier unverändert mit einem Kursziel von 11 Euro zum Kauf. Dass Braun eigene Aktien gekauft habe, werte er als Vertrauensbeweis. Der Wirecard-Chef, der Leerverkäufer und gezielt gestreute Gerüchte für den Kursverfall verantwortlich mache, habe in der vergangenen Woche 50.000 Papiere für über 380.000 Euro erworben.

Die Wirecard-Aktie habe im Vergleich zu den starken Ausschlägen in der vergangenen Wochen sehr verhalten auf die Zahlen reagiert; die deutlichen Kursgewinne im frühen Handel gestern seien inzwischen wieder abgebröckelt. Die Verunsicherung bei dem TecDAX-Titel werde wohl bleiben, solange die SdK ihre Vorwürfe aufrechterhalte.

Deshalb raten die Experten von "ExtraChancen" weiter von Neu- oder Nachkäufen der Wirecard-Aktie ab. (Analyse vom 09.07.2008) (10.07.2008/ac/a/t)








 
 
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