Winter zu teuer




19.09.00 00:00
GoingPublic-Online

GoingPublic empfiehlt die Winter AG (WKN 555560) bei erfolgter Zuteilung sofort zu veräußern.

Bis zum 21. September könnten die Aktien der Winter AG gezeichnet werden. Die Preisspanne betrage 11 bis 12,50 Euro. Die Erstnotiz solle am 25. September erfolgen. Platziert würden bis zu 2,45 Mio. Aktien. Davon stammten 2 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung, 0,25 Mio. Aktien kämen von Altaktionären. Zusätzlich stehe ein Greenshoe von 0,2 Mio. Aktien ebenfalls aus Altaktionärsbestand zur Verfügung. Der Free Float betrage maximal 38 %. Im Bankenkonsortium befänden sich neben der GZ-Bank (Lead) auch die WGZ-Bank und VEM Virtuelles Emissionshaus sowie die Stadtsparkasse München.

Die Anfänge des bereits 1924 gegründeten Unternehmens würden auf Druck- und Mailingprodukte zurück gehen, die bis Anfang der 90er Jahre den Schwerpunkt der Aktivitäten gebildet hätten. 1993 habe Winter mit der Kartenfertigung begonnen.

Das Unternehmen setze inzwischen auf Komplettlösungen und biete alles aus einer Hand – vom Layout und Druck der Rohlinge über die Implementierung von Chips und die Personalisierung mit Name und Konto-Nummer bis zum Versand der Karten an den Nutzer. Zum Kundenkreis zählten neben Banken und Versicherungen auch Telekommunikationsunternehmen.

1999 habe das Unternehmen einen Umsatz von 42,6 Mio. Euro erzielt. Der Jahresüberschuss habe (nach IAS) bei 0,64 Mio. Euro gelegen. Bis zum Jahr 2002 solle der Umsatz um durchschnittlich ca. 29 % p.a. auf 89,0 Mio. Euro steigen. Der Gesamtmarkt wachse im gleichen Zeitraum jedoch um 35 % p.a.

Zur Bilanz: In der Pro-Forma Bilanz für 1999 stehe nach IAS einem Eigenkapital von 0,75 Mio. Euro eine Bilanzsumme von 29,7 Mio. Euro gegenüber. Dies entspreche einer Eigenkapitalquote von ca. 2,5 %. Wirtschaftlich habe die Eigenkapitalquote nach Unternehmensangaben rund 12 % betragen. Trotz der jüngsten Kapitalmaßnahmen sei die Eigenkapitalausstattung für ein produzierendes Unternehmen derzeit noch relativ niedrig.

Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten in Höhe von 25,7 Mio. Euro beständen nach Angaben des Unternehmens in etwa zur Hälfte aus Grundschulden zur langfristigen Finanzierung einer eigenen Immobilie, bis zu 12 Mio. Euro dienten der Finanzierung des Umlaufvermögens. Der Emissionserlös von max. 30,6 Mio. Euro solle jedoch nach Auskunft des Vorstandsvorsitzenden Gerhard Osterrieder nicht für die Ablösung der langfristigen Verbindlichkeiten verwendet werden, sondern der Expansion des Unternehmens zu Gute kommen.

Auf Basis der für das Jahr 2001 erwarteten Gewinne ergebe sich am oberen Ende der Preisspanne ein KGV von 33. Angesichts der unterdurchschnittlichen Wachstumsraten sowie der im Vergleich zu den Smart Card-Herstellern AmaTech und OTI nur wenig technologischen Ausrichtung sei das Pricing schlicht überzogen. Einzig die Graumarktkurse sprächen für eine Zeichnung der Aktie sowie einen sofortigen Verkauf bei erfolgter Zuteilung.








 
 
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