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Basel (aktiencheck.de AG) - Seit Beginn der Finanzkrise war es das primäre Ziel der Wirtschaftspolitik, die Korrektur der weltwirtschaftlichen Ungleichgewichte abzufedern, so Jan Amrit Poser, Chefökonom der Bank Sarasin & Cie AG.
Staatliche Verschuldung habe die private ersetzt.
Im Zuge der Kreditblase des letzten Jahrzehnts hätten sich die Privathaushalte in vielen Ländern zu stark verschuldet und die Banken ihre Bilanzen entsprechend zu stark ausgeweitet. Die Folgen - Überkonsum und Investitionsexzesse - hätten sich nach dem Platzen der Blase abzubauen begonnen: Konsum- und Hypothekarschulden hätten zurückbezahlt, Bankbilanzen reduziert werden müssen. Um den sich daraus ergebenden mächtigen Abwärtskräften entgegen zu wirken, habe der Staat seine Nachfrage erhöht. Der Teufel sei mit dem Beelzebub ausgetrieben worden.
Die privaten Konsumschulden seien in den USA um 20 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) gesunken, während die Staatsverschuldung im gleichen Zeitraum um 30 Prozent vom BIP ausgeweitet worden sei. Es wäre jedoch verfehlt, diese Politik als falsch zu verurteilen. Ohne die staatliche Nachfragepolitik wäre die Rezession viel tiefer gewesen. Wenn der Aufschwung rechtzeitig selbsttragend werde, könnten auch die staatlichen Defizite wieder zurückgefahren werden.
Tatsächlich hänge der Aufschwung in der Weltwirtschaft maßgeblich noch immer am Tropf der expansiven Geld- und Fiskalpolitik. Damit er nachhaltig werden könne, müsse der Gegenwind von der Kreditseite aufhören. Dafür müssten folgende Bedingungen erfüllt sein: Erstens sollten die Banken ihre Kreditkonditionen lockern, zweitens müssten die Unternehmen wieder gewillt sein, zu investieren, drittens sollten die Konsumschulden auf ein tragbares Niveau abgebaut werden und viertens sollte der Immobilienmarkt seinen Boden finden und die Hypothekarverschuldung nicht mehr fallen. Wie stehe es um diese Bedingungen?
Die letzten Umfragen unter den Banken geben uns klare Signale, dass die Bilanzreduktionsbemühungen die Kreditvergabe in immer geringeren Maß dämpfen, so die Bank Sarasin & Cie AG. Der Senior Loan Officer Survey (SLO) unter den US-Banken zeige eine weitere Lockerung der Kreditstandards an und eine entsprechende Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) unter den Geschäftsbanken deute darauf hin, dass sich die Finanzierungsbedingungen verbessert hätten. Sowohl der SLO in den USA als auch die EZB-Umfrage würden eine erhebliche Zunahme des Interesses von Unternehmen verzeichnen. Auch die Konsumenten scheinen aufgrund der Arbeitsmarktverbesserung mehr Zuversicht gefasst zu haben, so die Bank Sarasin & Cie AG. Die Konsumkredite würden in den USA seit fünf Monaten wieder einen Zuwachs verzeichnen und dem Wachstum erstmals seit 2008 wieder Rückenwind geben.
Das einzige ungelöste Problem bleibe somit der US-Immobilienmarkt. Trotz der kräftigen Reduktion der Hypothekarschulden seien diese noch weit auf einem nachhaltig tragbaren Niveau angelangt. Wenn der Hypothekarschuldenabbau mit dem gegenwärtigen Tempo weitergehe, sollte der Boden ab Mitte Jahr 2011 sichtbar werden, so dass der Aufschwung bis Ende des Jahres selbsttragend werden könne. Das wäre der Moment, an dem die Finanzkrise ihr endgültiges Ende finde. (15.02.2011/ac/a/m)
Staatliche Verschuldung habe die private ersetzt.
Im Zuge der Kreditblase des letzten Jahrzehnts hätten sich die Privathaushalte in vielen Ländern zu stark verschuldet und die Banken ihre Bilanzen entsprechend zu stark ausgeweitet. Die Folgen - Überkonsum und Investitionsexzesse - hätten sich nach dem Platzen der Blase abzubauen begonnen: Konsum- und Hypothekarschulden hätten zurückbezahlt, Bankbilanzen reduziert werden müssen. Um den sich daraus ergebenden mächtigen Abwärtskräften entgegen zu wirken, habe der Staat seine Nachfrage erhöht. Der Teufel sei mit dem Beelzebub ausgetrieben worden.
Tatsächlich hänge der Aufschwung in der Weltwirtschaft maßgeblich noch immer am Tropf der expansiven Geld- und Fiskalpolitik. Damit er nachhaltig werden könne, müsse der Gegenwind von der Kreditseite aufhören. Dafür müssten folgende Bedingungen erfüllt sein: Erstens sollten die Banken ihre Kreditkonditionen lockern, zweitens müssten die Unternehmen wieder gewillt sein, zu investieren, drittens sollten die Konsumschulden auf ein tragbares Niveau abgebaut werden und viertens sollte der Immobilienmarkt seinen Boden finden und die Hypothekarverschuldung nicht mehr fallen. Wie stehe es um diese Bedingungen?
Die letzten Umfragen unter den Banken geben uns klare Signale, dass die Bilanzreduktionsbemühungen die Kreditvergabe in immer geringeren Maß dämpfen, so die Bank Sarasin & Cie AG. Der Senior Loan Officer Survey (SLO) unter den US-Banken zeige eine weitere Lockerung der Kreditstandards an und eine entsprechende Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) unter den Geschäftsbanken deute darauf hin, dass sich die Finanzierungsbedingungen verbessert hätten. Sowohl der SLO in den USA als auch die EZB-Umfrage würden eine erhebliche Zunahme des Interesses von Unternehmen verzeichnen. Auch die Konsumenten scheinen aufgrund der Arbeitsmarktverbesserung mehr Zuversicht gefasst zu haben, so die Bank Sarasin & Cie AG. Die Konsumkredite würden in den USA seit fünf Monaten wieder einen Zuwachs verzeichnen und dem Wachstum erstmals seit 2008 wieder Rückenwind geben.
Das einzige ungelöste Problem bleibe somit der US-Immobilienmarkt. Trotz der kräftigen Reduktion der Hypothekarschulden seien diese noch weit auf einem nachhaltig tragbaren Niveau angelangt. Wenn der Hypothekarschuldenabbau mit dem gegenwärtigen Tempo weitergehe, sollte der Boden ab Mitte Jahr 2011 sichtbar werden, so dass der Aufschwung bis Ende des Jahres selbsttragend werden könne. Das wäre der Moment, an dem die Finanzkrise ihr endgültiges Ende finde. (15.02.2011/ac/a/m)








