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München (aktiencheck.de AG) - Es war kein Tag wie jeder andere; die Ängste um eine Ausweitung globaler Kreditrisiken hatten die Finanzmärkte fest im Griff, so die Analysten der HypoVereinsbank.
Das Motto habe geheißen - Reduzierung risikoreicher oder risikobehafteter Positionen und Flucht in sichere Häfen. Diese Konstellation habe in weiteren Verlusten internationaler Aktienbörsen, explodierenden Credit-Spreads und einem dramatischen Rückgang der Bondrenditen resultiert.
Auf der Währungsseite seien weiterhin Carry-Trades abgebaut worden. Hier habe vor allem der Japanische Yen profitiert. Hartnäckig würden sich die Vermutungen halten, dass international tätige Investoren Gewinnmitnahmen vollzogen hätten, um Verluste in anderen Risiko-Exposures wie Subprime oder CDOs auszugleichen.
Der Japanische Yen habe ohne Frage auch vom beabsichtigten Rückzug des größten japanischen Wertpapierhauses Nomura aus dem angeschlagenen US-Hypothekenmarkt profitiert. Die Gerüchte, Nomura wolle in diesem Zusammenhang JPY-Shortpositionen schließen (versus den Neuseeländischen Dollar, EUR, GBP), scheinen die These von Carry-Trade-Gewinnmitnahmen als Credit-Hedge zu untermauern, so die Analysten der HypoVereinsbank.
Hilfreich seien zudem die Nachrichten aus Neuseeland gewesen. Einerseits habe die Reserve Bank of New Zealand den Schritt einer weiteren Zinsanhebung auf 8,25% gewagt, gleichzeitig habe Gouverneur Bollard jedoch den unmissverständlichen Eindruck vermittelt, dass vorerst mit mehr nicht zu rechnen sei.
Der US-Dollar hingegen sei über weite Teile des gestrigen Tages ungeschoren davongekommen. Wiederholt schwache Daten vom US-Häusermarkt und enttäuschende Auftragseingänge für langlebige Güter seien scheinbar gar nicht registriert worden. Im Übrigen habe das Gleiche für den bereits am frühen Morgen veröffentlichten deutschen ifo-Index gegolten, der exakt auf Konsensniveau gelandet sei.
Erst gegen Abend, als die 10-jährigen US-Renditen einen weiteren Schlag hätten einstecken müssen (insgesamt von 4,92% auf 4,78%) und Wells Fargo bekannt gegeben habe, sein Subprime-Engagement auf Whole-Sale-Basis zu beenden, sei die US-Währung ebenfalls kurz in Mitleidenschaft gezogen worden.
Die Analysten hätten in den vergangenen Wochen mehrmals auf die aus fundamentaler Sicht ungerechtfertigte Schwäche der US-Währung hingewiesen. Gemessen an den eingepreisten Leitzinsdifferenzen liege das "faire Niveau" bei etwa 1,3550. Freilich habe die zuletzt erkennbare Substanz der Subprime-Krise den Märkten nachträglich ein gutes Stück Rechtfertigung verschafft. Aber selbst die USD-Bären hätten in den vergangenen Tagen immer häufiger verlauten lassen, der aktuelle USD-Level würde diesen Entwicklungen vorläufig ausreichend Rechnung tragen.
Außerdem gelte es zu berücksichtigen, dass die USA und deren Subprime-Krise zwar der Auslöser des gegenwärtigen Kredit-Debakels gewesen seien, aber die Ängste inzwischen global vorherrschen würden, überall auf der Welt Subprime-Engagements vorhanden seien und CDOs ebenfalls kein US-isoliertes strukturiertes Kredit-Produkt darstellen würden.
Zunächst mache es aus der Sicht der Analysten wenig Sinn, auf einzelne Währungspaare detailliert einzugehen. Das Roulette drehe sich um USD und Carry-Trades. Datenveröffentlichungen würden eine ebenso untergeordnete Rolle wie die am Sonntag stattfindenden japanischen Oberhauswahlen spielen. Ausschlaggebend sei allein die Gesamtverfassung der Finanzmärkte, d.h. die Entwicklung von Aktien, Staatsanleihen und Credit-Spreads. Nomura und Wells Fargo müssten nicht die letzten Investmenthäuser gewesen sein, die ihr Subprime-Engagement stark reduzieren oder ganz aufgeben würden.
Aber selbst wenn man heute keine neuen Schreckensnachrichten über das Subprime-Segment und andere international risikobehaftete Kreditengagements erhalte, dürfte die Risikoaversion an den FX-Märkten vorerst anhalten. Ein wichtiger Indikator für diese Annahme sei aus der Sicht der Analysten der CHF, welcher sich nach Tagen eines erneuten Schwächeanfalls nun ebenso wie der JPY deutlich aufwärts orientiere. Das Unwinding von Carry-Trades werde also zumindest heute mit Sicherheit weitergehen.
Der US-Dollar dürfte insgesamt unter latentem Abgabedruck bleiben. EUR/USD betreffend würden die Analysten der HypoVereinsbank jedoch keinen neuen Schub zur oberen Seite erwarten, solange es keine Anzeichen dafür gebe, dass die Subprime-Krise, abgesehen vom Immobilienmarkt, auf andere US-Wirtschaftsbereiche übergreife. Weder der ISM-Index noch die US-Arbeitsmarktzahlen in der nächsten Woche sollten diesbezüglich Ängste auslösen. (27.07.2007/ac/a/m)
Das Motto habe geheißen - Reduzierung risikoreicher oder risikobehafteter Positionen und Flucht in sichere Häfen. Diese Konstellation habe in weiteren Verlusten internationaler Aktienbörsen, explodierenden Credit-Spreads und einem dramatischen Rückgang der Bondrenditen resultiert.
Auf der Währungsseite seien weiterhin Carry-Trades abgebaut worden. Hier habe vor allem der Japanische Yen profitiert. Hartnäckig würden sich die Vermutungen halten, dass international tätige Investoren Gewinnmitnahmen vollzogen hätten, um Verluste in anderen Risiko-Exposures wie Subprime oder CDOs auszugleichen.
Der Japanische Yen habe ohne Frage auch vom beabsichtigten Rückzug des größten japanischen Wertpapierhauses Nomura aus dem angeschlagenen US-Hypothekenmarkt profitiert. Die Gerüchte, Nomura wolle in diesem Zusammenhang JPY-Shortpositionen schließen (versus den Neuseeländischen Dollar, EUR, GBP), scheinen die These von Carry-Trade-Gewinnmitnahmen als Credit-Hedge zu untermauern, so die Analysten der HypoVereinsbank.
Hilfreich seien zudem die Nachrichten aus Neuseeland gewesen. Einerseits habe die Reserve Bank of New Zealand den Schritt einer weiteren Zinsanhebung auf 8,25% gewagt, gleichzeitig habe Gouverneur Bollard jedoch den unmissverständlichen Eindruck vermittelt, dass vorerst mit mehr nicht zu rechnen sei.
Erst gegen Abend, als die 10-jährigen US-Renditen einen weiteren Schlag hätten einstecken müssen (insgesamt von 4,92% auf 4,78%) und Wells Fargo bekannt gegeben habe, sein Subprime-Engagement auf Whole-Sale-Basis zu beenden, sei die US-Währung ebenfalls kurz in Mitleidenschaft gezogen worden.
Die Analysten hätten in den vergangenen Wochen mehrmals auf die aus fundamentaler Sicht ungerechtfertigte Schwäche der US-Währung hingewiesen. Gemessen an den eingepreisten Leitzinsdifferenzen liege das "faire Niveau" bei etwa 1,3550. Freilich habe die zuletzt erkennbare Substanz der Subprime-Krise den Märkten nachträglich ein gutes Stück Rechtfertigung verschafft. Aber selbst die USD-Bären hätten in den vergangenen Tagen immer häufiger verlauten lassen, der aktuelle USD-Level würde diesen Entwicklungen vorläufig ausreichend Rechnung tragen.
Außerdem gelte es zu berücksichtigen, dass die USA und deren Subprime-Krise zwar der Auslöser des gegenwärtigen Kredit-Debakels gewesen seien, aber die Ängste inzwischen global vorherrschen würden, überall auf der Welt Subprime-Engagements vorhanden seien und CDOs ebenfalls kein US-isoliertes strukturiertes Kredit-Produkt darstellen würden.
Zunächst mache es aus der Sicht der Analysten wenig Sinn, auf einzelne Währungspaare detailliert einzugehen. Das Roulette drehe sich um USD und Carry-Trades. Datenveröffentlichungen würden eine ebenso untergeordnete Rolle wie die am Sonntag stattfindenden japanischen Oberhauswahlen spielen. Ausschlaggebend sei allein die Gesamtverfassung der Finanzmärkte, d.h. die Entwicklung von Aktien, Staatsanleihen und Credit-Spreads. Nomura und Wells Fargo müssten nicht die letzten Investmenthäuser gewesen sein, die ihr Subprime-Engagement stark reduzieren oder ganz aufgeben würden.
Aber selbst wenn man heute keine neuen Schreckensnachrichten über das Subprime-Segment und andere international risikobehaftete Kreditengagements erhalte, dürfte die Risikoaversion an den FX-Märkten vorerst anhalten. Ein wichtiger Indikator für diese Annahme sei aus der Sicht der Analysten der CHF, welcher sich nach Tagen eines erneuten Schwächeanfalls nun ebenso wie der JPY deutlich aufwärts orientiere. Das Unwinding von Carry-Trades werde also zumindest heute mit Sicherheit weitergehen.
Der US-Dollar dürfte insgesamt unter latentem Abgabedruck bleiben. EUR/USD betreffend würden die Analysten der HypoVereinsbank jedoch keinen neuen Schub zur oberen Seite erwarten, solange es keine Anzeichen dafür gebe, dass die Subprime-Krise, abgesehen vom Immobilienmarkt, auf andere US-Wirtschaftsbereiche übergreife. Weder der ISM-Index noch die US-Arbeitsmarktzahlen in der nächsten Woche sollten diesbezüglich Ängste auslösen. (27.07.2007/ac/a/m)









