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US-FED-Protokoll gibt dem Markt Rätsel auf




04.01.13 12:09
ETX Capital

London (www.aktiencheck.de) - Die Veröffentlichung des Protokolls der letzten FED-Sitzung am Donnerstagabend gibt den Märkten nach dem erzwungenen Pragmatismus der US-Politiker im Tauziehen um eine Einigung im US-Haushaltsstreit ein weiteres Rätsel auf, so Oliver Bossmann, Marktanalyst von ETX Capital.

Das US-FED-Konsortium, bestehend aus den regionalen US-Notenbankchefs, sei laut Protokoll offenbar geteilter Meinung in Bezug auf die starke Ausweitung der Notenbankbilanz bzw. der US-Geldbasis. Einige Mitglieder würden mit Sorge auf die Bilanz der US-Notenbank sehen, die aufgrund der unorthodoxen Offenmarktgeschäfte der FED extrem ausgeweitet worden sei. Sie hätten sich daher für eine früher als geplante Beendigung des dritten Programms der quantitativen Lockerung ausgesprochen.

Die Märkte hätten sehr sensibel auf das Protokoll reagiert und die Kurse hätten in Folge weltweit abgegeben. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sei in Reaktion auf die FED-Minutes um ca. 0,1 Prozent auf 1,91 Prozent angestiegen und der Dow Jones Industrial Average-Index (ISIN US2605661048/ WKN 969420) habe mit einem Minus von 0,16 Prozent geendet.

Da der Zeitpunkt der letzten FED-Sitzung vor den Verhandlungen zum US-Staatshaushalt zur Jahreswende gelegen habe, stehe die Frage im Raum, inwieweit die skeptischen Mitglieder des FED-Konsortiums den halbherzigen Kompromiss der US-Politiker und die in den nächsten Wochen anstehenden harten Auseinandersetzungen mit einbezogen hätten. Der Zeitpunkt dieser Debatte innerhalb der US-FED könnte jedoch nicht gut gewählt sein. Die Märkte könnten neben dem Gezerre um eine Einigung in Streit um den US-Haushalt durch diese Debatte zusätzlich blockiert oder sogar verunsichert werden.

Für den heutigen Freitag stehe die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten für den Monat Dezember an. Dieser wichtigen makroökonomischen Indikation werde von den meisten Analysten positiv entgegen gesehen. Die offizielle US-Arbeitslosenrate werde mit 7,7 Prozent erwartet und die neu geschaffenen Stellen in der US-Wirtschaft exklusive der Landwirtschaft würden die Experten auf 145.000 Jobs schätzen. Sollten die US-Arbeitsmarktdaten wesentlich besser als erwartet ausfallen, dann könnte sich nach dem FED-Protokoll die Annahme am Markt verdichten, dass eine Wende in der superexpansiven US-Geldpolitik langsam aber sicher eingeläutet werden würde.

Auch wenn die US-Notenbankzinssätze weiterhin auf historisch niedrigem Niveau nahe Null verharren würden, so könnte doch die große Liquiditätsparty vorbei sein. Das könnte die weiteren Aussichten an den Finanzmärkten für das neue Jahr 2013 eintrüben. (04.01.2013/ac/a/m)








 
 

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