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S&P 500 vs. DAX - der große Backtest für das zweite Halbjahr




12.07.12 10:55
DAX-Ausblick

Rosenheim (www.aktiencheck.de) - Alcoa (ISIN US0138171014 / WKN 850206) hat nun den Anfang gemacht. Der Aluminium-Hersteller berichtete zum Wochenauftakt seine Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal 2012 und eröffnete somit die neue "Earning Season", so der Experte vom "DAX-Ausblick", Sebastian Hoffmann.

Immerhin habe der Konzern die Analystenerwartungen übertreffen können. Ein gutes Zeichen? Die Experten würden denken, eher nicht. Es habe keine Aussagekraft. Alcoa werde zwar gerne als "(US-)Konjunkturindikator" herangezogen. Wenn man jedoch bedenke, dass der Konzern weltweit seine Absatzmärkte habe, aber die Zahlen ausschließlich auf dem überragenden Wirtschaftswachstum Chinas basieren würden - dann seien die Alcoa-Zahlen ein guter Auftakt in die neue "Earning Season". Mehr aber auch nicht.

Viel spannender sei hingegen die Frage, wie es dem Gros der im S&P (ISIN US78378X1072 / WKN A0AET0) gelisteten Unternehmen in den nächsten Wochen ergehe. Es werde eigentlich immer nur vom Dow Jones geschrieben, wenn es um die Lage der US-Wirtschaft gehe, das eigentliche Spiegelbild der realen Marktverfassung liefere Tradern aber auch der breite S&P 500.

Die Experten vom "DAX-Ausblick" machen einen Backtest für das zweite Halbjahr, basierend auf den Daten der letzten 30 Jahre, also seit 1982. Anschließend würden sie die Performance des US-Index mit dem deutschen Leitbarometer DAX vergleichen.

Die Fakten: Als Trader hätten die Experten im S&P eine Gewinnwahrscheinlichkeit für das erste Halbjahr von 64,52% mit einem durchschnittlichen Gewinn von 5% gehabt. Die Gewinnwahrscheinlichkeit für das zweite Halbjahr liege sogar höher bei 66,67%; der durchschnittliche Gewinn im zweiten Halbjahr aber nur bei 4,01%. Auf den ersten Blick scheine das zweite Halbjahr das erste also nicht übertreffen zu können. Grund dafür seien die schwachen Sommermonate, wie der Blick auf die einzelnen Quartalsergebnisse zeige: erstes Quartal: 61,29% (Gewinnwahrscheinlichkeit) bei 2,15% (durchschnittlicher Gewinn); zweites Quartal: 66,67% bei 2,92%; drittes Quartal: 56,67% bei -0,12%; viertes Quartal: 80,00% bei 4,26%.

Dieses Ergebnis decke sich mit dem DAX, der typischerweise auch in den Herbst/Wintermonaten besonders stark sei. Die Experten vom "DAX-Ausblick" machen den Performance-Vergleich DAX vs. S&P: Seit dem Tiefpunkt der Finanzkrise (9. März 2003) habe der S&P 500 98% hinzugewonnen. Der DAX komme im gleichen Zeitraum "nur" auf eine Rendite von 74%. Interessant dabei sei, dass bis August 2011 sich der DAX sogar deutlich besser entwickelt habe. Der Vorsprung in Bezug auf das 2009er-Krisentief halte sich erstaunlich konstant im Bereich von 25 Prozentpunkten.

Das heiße: Der DAX leide wesentlich stärker unter der Finanzkrise. Könnte also die aktuelle Euro-Krise gelöst werden, dürfte der DAX überproportional profitieren! (12.07.2012/ac/a/m)








 
 
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