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Royalty nicht zeichnen




16.11.00 00:00
GoingPublic-Online

Vom 9. bis zum 21. November können die Aktien der Royalty Pharma AG (WKN 938016) in einer Spanne von 33 bis 39 Euro gezeichnet werden, berichten die Analysten von „GoingPublic-Online“.

Das Unternehmen gehe mit einem neuen, aber nicht unproblematischen Geschäftsmodell an den Neuen Markt. Ausgegeben würden 3,25 Mio. Aktien. Weiterhin stehe eine Mehrzuteilungsoption in Höhe von 487.500 Anteilen zur Verfügung. Das gesamte Emissionsvolumen stamme aus einer Kapitalerhöhung. Begleitet werde der Börsengang von den beiden Konsortialführern West/LB Panmure und UBS Warburg. Als erster Handelstag am Neuen Markt sei der 24. November vorgesehen. Nach Ausübung des Greenshoes würde der Free Float bei 25,3 % liegen.

Die Royalty Pharma AG aus Schaffhausen sei im März 2000 aus der Verschmelzung der 1996 gegründeten Gesellschaften Pharmaceutical Royalties LLC und Pharmaceutical Royalty Investments Ltd. hervor gegangen. Royalty Pharma kaufe Lizenzrechte an Medikamenten, die sich entweder bereits am Markt befinden oder kurz vor der Zulassung stehen würden. Als Verkäufer würden sowohl Forschungsinstitute als auch Biotech- und Pharmaunternehmen auftreten. So partizipiere Royalty Pharma durch Lizenzgebühren an den Umsätzen der Wirkstoffe. Aber auch für die Verkäufer der Rechte biete das Geschäftsmodell Vorteile. So würde ihnen einmalig ein hoher Betrag zufließen, den sie z.B. für Forschungsprojekte verwenden könnten, anstatt auf unsichere, über viele Jahre verteilte Lizenzgebühren zu warten.

Royalty Pharma könne bereits auf ein mit acht zugelassenen Produkten diversifiziertes Portfolio verweisen. Ein weiterer Arzneistoff befinde sich in späten klinischen Studien. Die Schaffhausener würden beispielsweise Lizenzen an dem von IDEC Pharmaceuticals entwickelten Medikament zur Krebsbehandlung Rituxan und an Amgen´s Neupogen, einem Wirkstoff gegen Infektionskrankheiten halten. Für den Zukauf weiterer Lizenzen wolle Royalty Pharma rund die Hälfte des Emissionserlöses, der bis zu 145,8 Mio. Euro ausmachen könne, verwenden. Der Rest solle zur Schuldentilgung genutzt werden.

Die mit der in Kanada börsennotierten Drug Royalty noch geringe Konkurrenz auf dem Gebiet des Lizenzhandels und der mit einem 1999er Volumen von 330 Mrd. US-$ riesige Pharmamarkt würden die Chancen, denen sich Royalty Pharma gegenübersehe zeigen. Eine Umsatzwachstumsrate von 78 % im letzten Jahr und eine Nettomarge von fast 50 % würden dies belegen. Aber es würden auch nicht zu übersehende Risiken existieren. So werde der Kaufpreis der Lizenzen über die Restlaufzeit des Patentschutzes abgeschrieben. Tauche während dieser Zeit ein Konkurrenz-Produkt am Markt auf, so könnten die Lizenzzahlungen aufgrund rückläufiger Medikamentenverkäufe sinken. Zusammen mit dem hohen Fixkostenanteil, der aus den Abschreibungen resultiere, würde dies schnell den Gewinn schmelzen lassen. Außerdem gebe es so gut wie keine Eintrittsbarrieren für Wettbewerber. Zusätzlich bestehe das Unternehmen aus nur sechs Personen, denen somit Schlüsselfunktionen im Netzwerkaufbau zukommen würden. Das Personenrisiko sei daher nicht unerheblich.

Royalty Pharma gehört zu den ersten Unternehmen, die mit dem Lizenzhandel für Medikamente eine neuartige Finanzdienstleistung für die Pharma- und Biotechbranche anbieten würden. Man wolle diesen Vorteil nutzen, um schnell an die Börse zu gehen. Bisher sei das Unternehmen recht erfolgreich mit seiner Strategie gewesen. Allerdings könne zunehmender Konkurrenzdruck die Zukunft schwieriger gestalten. Die Analysten würden für 2001 einen Gewinn je Aktie von 1,40 Euro bei einem Umsatz von 44,1 Mio. Euro erwarten.

Am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne errechne sich daraus ein 2001er Emissions-KGV von etwa 28. Bei Gewinnwachstumsraten von 30 % in den nächsten beiden Jahren sei dies auf den ersten Blick nicht teuer. Jedoch würden die genannten Risiken in der Bewertung keinerlei Berücksichtigung finden. Ein echter Anreiz zur Zeichnung sei somit nicht gegeben. Ungeachtet des neuartigen Geschäftsmodells von Royalty Pharma und der bisherigen hohen Profitabilität in der Unternehmensgeschichte werde empfohlen das Papier nicht zu zeichnen.








 
 

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