Die RWE-Aktie war der DAX-Überflieger des ersten Quartals. Mit einem Kursplus von gut 27 Prozent hängte der Energieversorger sogar Siemens Energy ab und markierte im März ein neues 14-Jahres-Hoch. Doch am Freitag dreht die Stimmung: Die Aktie steht auf dem vorletzten Platz im DAX, nur Mercedes-Benz verzeichnet derzeit ein noch größeres Minus.
Der Grund für den plötzlichen Kursrückgang um rund drei Prozent liegt in London. Britische Medien, darunter die Financial Times, berichten über Pläne der Regierung, die Strompreise drastisch zu senken. Finanzministerin Rachel Reeves und Energieminister Ed Miliband prüfen demnach, die direkte Kopplung zwischen Strom- und Gaspreisen aufzuheben.
Zusätzlich belastet die Nachricht, dass eine CO2-Steuer auf die Stromerzeugung ab April 2028 wegfallen könnte. Experten von Jefferies schätzen, dass diese Reformen den Nettogewinn betroffener Versorger wie RWE um bis zu drei Prozent drücken könnten. Da Großbritannien ein Kernmarkt für RWE ist, reagiert der Kurs empfindlich. In London verlieren Wettbewerber wie SSE und Centrica zeitweise sogar bis zu vier Prozent.
Trotz des aktuellen Rücksetzers bleibt die fundamentale Lage bei RWE robust. Erst im März lieferte der Konzern starke Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr und gab Details zur Dividende bekannt. Für 2025 sollen 1,20 Euro je Aktie fließen. Ab 2026 plant RWE eine jährliche Steigerung der Ausschüttung um zehn Prozent. Bislang war lediglich eine Steigerung von fünf bis zehn Prozent vorgesehen. Für 2026 stellt RWE nun eine Dividende von 1,32 Euro je Aktie in Aussicht (2,3 Prozent Rendite). Analysten hatten hier bislang mit 1,29 Euro gerechnet. Mit der langfristigen Green-Chip-Allianz und dem Liefervertrag mit ASML hat RWE zudem seine Position als Schlüsselpartner für die Industrie gefestigt. Der Deal sichert die Stromabnahme bis ins Jahr 2038.
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