Premiere zeichnen




03.03.05 09:06
ExtraChancen

Die Experten von "ExtraChancen" empfehlen die Aktie von Premiere zu zeichnen.

Es sei nicht einfach, eine Empfehlung bezüglich der Premiere-Aktie auszusprechen. Das zeige schon das Verhalten der Fondsmanager, die zunächst versucht hätten, den Preis von 24 bis 28 Euro - das entspreche einem Börsenwert zwischen 1,97 Mrd. und 2,29 Mrd. Euro - zu drücken. Vergeblich! Allerdings würden sie die Aktie dennoch zeichnen.

Und das nicht zu knapp: So solle die Emission mittlerweile bereits dreifach überzeichnet sein, und das könne nicht allein am großen Interesse der Privatanleger liegen. Dass der Börsengang kein Flop werde, dafür sollte allein schon der illustre Kreis der Konsortialbanken (u.a. HVB, Credit Suisse First Boston, Morgan Stanley BayernLB, WestLB) sorgen. Schließlich würden sie weitere Unternehmen beim Börsengang begleiten wollen, und da wäre ein erfolgreiches Premiere-IPO das beste Argument.

Verschwiegen werden dürften aber auch nicht die Risiken: So habe Premiere wesentlich größere Konkurrenz durch das Free-TV als die Branchenkollegen, denn in keinem europäischen Land gebe es so viele frei empfangbare Kanäle wie in Deutschland.

Auf Grund der unterschiedlichen Strukturen der Fernsehmärkte sei es auch umstritten, das "junge Wachstumsunternehmen" (Premiere-Chef Kofler) mit der Bewertung der britischen BskyB (Marktdurchdringung der Pay-TV-Sender in England: 40%) oder der spanischen Sogecable (23%) zu vergleichen. Auf Basis der Schätzungen für 2006 sei BskyB mit 10,4, Sogecable mit 8,2 des EBITA bewertet - Premiere läge am unteren Ende der Preisspanne bereits bei 9,5. Ex-RTL-Chef Helmut Thoma prophezeie bereits, dass zudem die Konkurrenz auf dem deutschen Pay-TV-Markt in den nächsten Jahren deutlich ansteigen werde.

Hoffnung mache allerdings die Tatsache, dass Georg Kofler seinem Sender eine Kostenstruktur gegeben habe, die deutlich günstiger sei als die der europäischen Konkurrenz. So habe er das Geschäft mit Decodern verkauft, sei auf ein Verschlüsselungssystem umgestiegen, das nicht so leicht zu "knacken" sei und habe den Vertrieb Dritten überlassen.

Vor allem aber habe Kofler bei Premiere radikal aufgeräumt. 800 von 2.400 Mitarbeitern hätten gehen müssen. Dafür sei die Zahl der Abonnenten gestiegen. Mit Programmpaketen, die man bereits ab fünf Euro im Monat buchen könne, würden neue Kunden angelockt. Hätten 2002 noch 2,59 Mio. Abonnenten Geld für Top-Filme und mehr Fußball als im öffentlich-rechtlichen TV bezahlt, so seien es 2004 bereits 3,25 Mio. gewesen.

Das schlage sich auch in den Zahlen nieder: Der Sender werde nach allgemeiner Einschätzung in diesem Jahr auch nach Steuern schwarze Zahlen schreiben. 2001 habe er noch 775 Mio. Euro Verlust gemacht. Die Kündigungsquote sei seitdem von 20,3 auf 13,6% gesunken, der Umsatz pro Abonnent dagegen von 250 auf 286 Euro gestiegen. Doch dieser Trend werde nur beibehalten werden können, wenn die Exklusivität - vor allem bei der Fußball-Bundesliga - gewahrt oder noch ausgebaut werde.

Bis Ende 2006 habe Premiere exklusive Übertragungsrechte für die Bundesliga. Sich diese für weitere Jahre zu sichern, werde teuer. Nicht nur Bayern-Manager Uli Hoeneß fordere wesentlich mehr Geld. Mindestens 500 Mio. Euro müssten für die Bundesligarechte auf den Tisch. Heute bekomme die Deutsche Fußball-Liga (DFL) 300 Mio. Euro, fast 200 Mio. Euro davon zahle Premiere.

Die Experten von "ExtraChancen" empfehlen eine kleine Position von Premiere-Aktien zu zeichnen. Dann sitze man ab dem 9. März mit dem Pay-TV-Sender in der ersten Reihe. Anleger sollten aber den spekulativen Charakter der Aktie beachten!








 
 
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