Premiere Positionen glattstellen




08.10.08 08:34
ExtraChancen

Hagen (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "ExtraChancen" raten die Positionen in der Aktie von Premiere glattzustellen.

Desaströs sei die Entwicklung der Premiere-Aktie, die allerdings nur am Rande etwas mit den Börsenturbulenzen zu tun habe. Nach dem Einstieg von Rupert Murdoch bei dem Bezahlfernsehsender habe nun Mark Williams, den der Medien-Mogul als Vorstandsvorsitzenden installiert habe, aufgedeckt, dass das alte Management mit völlig falschen Zahlen hantiert habe.

Seit der Empfehlung der Experten von "ExtraChancen" vor knapp vier Wochen hat die Aktie von Premiere fast 80% ihres Wertes verloren, den Großteil davon in den letzten Handelstagen. Denn eine Berechnung des neuen Vorstandes habe ergeben, dass die bisherigen Angaben über die Kundenzahlen viel zu hoch gewesen seien.

Angesichts von fast 1 Mio. Karteileichen sei die Zahl der direkten Abonnenten nun auf 2,4 Mio. Euro korrigiert, zudem für das laufende Jahr ein dickes Minus angekündigt worden. So solle das Ergebnis nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) bei minus 40 Mio. Euro bis 70 Mio. Euro liegen. Nicht in diesen Planzahlen enthalten seien mögliche positive Einmaleffekte aus dem weiteren Verkauf von Free-TV-Übertragungsrechten an der Fußball-Weltmeisterschaft in zwei Jahren.

Zur Erinnerung: Noch auf der Hauptversammlung im Juni habe der im letzten Monat als Premiere-Chef abgelöste Michael Börnicke 10 Mio. Kunden als Ziel für das Jahr 2012 ausgegeben. Ein Fall für die Juristen? Dafür müsste u.a. geklärt werden, ob auch die Williams-Vorgänger diese Zahlen bereits gekannt und damit kursrelevante Informationen zurückgehalten hätten. Auf jeden Fall seien mögliche Schadensersatzklagen von Aktionären nun ein weiterer Belastungsfaktor für die Aktie.

"Weitere negative Überraschungen sind zumindest nicht ausgeschlossen", würden auch die Analysten der UniCredit erklären, die ihr Kursziel von 15,50 Euro auf 3,50 Euro gesenkt hätten. Goldman Sachs halte immerhin noch Notierungen von 5,10 Euro (bisher 12,82 Euro), UBS sogar von 7,10 Euro (vorher 15,50 Euro) für gerechtfertigt.

Angesichts der Unsicherheiten bezüglich der weiteren operativen Entwicklung des Fernsehsenders halten die Experten von "ExtraChancen" dieses Kursniveau - auch angesichts der angeschlagenen Aktienmärkte - kurz- bis mittelfristig aber kaum für erreichbar. Auch weitere Rücksetzer seien nicht ausgeschlossen.

Die Experten von "ExtraChancen" empfehlen die Positionen in der Premiere-Aktie deshalb trotz des deutlichen Verlustes glattzustellen - sollte es Ansatzpunkte für eine mögliche Schadensersatzklage gegen das Unternehmen geben, werden sie darüber in den "ExtraChancen" berichten. (Analyse vom 07.10.2008) (08.10.2008/ac/a/d)







 
 
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