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Mannheim (aktiencheck.de AG) - Thomas Schießle, Analyst von MIDAS Research, bewertet die Aktie von MorphoSys (ISIN DE0006632003 / WKN 663200) mit "kaufen".
Die Antwort der Börse auf MorphoSys' Bekanntgabe der auf mindestens 7 Jahre ausgelegten strategischen Forschungs- und Entwicklungs-Partnerschaft mit Novartis sei von erfreulicher Klarheit gewesen: Der Kursanstieg von in der Spitze bis über 30% entspreche nicht nur einem Zuwachs an Marktkapitalisierung von rund EUR 100 Mio., der Aktienkurs habe auch fast den Zielkurs der Analysten erreicht.
Die Investoren hätten mit dieser schnellen Kursanpassung nach Erachten der Analysten die aus der Kooperation zu erwartenden Netto-Überschüsse (nach R&D-Ausgaben) aus dem sicheren und statistisch wahrscheinlichen Umsatzvolumen von über USD 1 Mrd. (EUR 690 Mio.) der Jahre 2008 bis 2017 von in Summe EUR 299 Mio. (MIDAS Research-Schätzung) mit dem unveränderten Abzinsungsfaktor von 11,5% auf den Tageswert von EUR 123 Mio. umgerechnet und eingepreist.
Aber es gehe nicht nur um einen zusätzlichen Vertrag: Die Martinsrieder würden sich nun von einer servicedominierten zu einer entwicklungsfokussierten Gesellschaft (inklusive AbD-Aktivitäten) wandeln. Hat MorphoSys mit den neuen Parametern - sichere Einnahmen, erweiterter Zugang zu hochwertigen Projekten - also das gleiche Unternehmens- und Investmentrisiko? Wohl kaum, so die Analysten von MIDAS Research. Und was den Werttreiber im Geschäftsmodell und den eigentlichen Grund für diese Kooperationsvereinbarung darstelle: Wie hoch bewerte die Börse die möglichen Umsatzbeteiligungen an später zugelassenen Medikamenten, frage man. Heute noch gar nicht, so die Analysten.
Außerdem würden die Analysten die Frage stellen, ob also alle Projekte, nach Erachten der Analysten würden es weit über 200 an der Zahl werden, scheitern würden und warum sich Novartis dann aber nach über drei Jahren gemeinsamer erfolgreicher Entwicklungsarbeit für die HuCAL-Technologie entschieden habe und warum die Schweizer auch noch bereit seien, mindestens USD 600 Mio. (EUR 414 Mio.) für weitere Arbeiten zu zahlen. Wohl wegen berechtigter Aussicht auf gute Projektrenditen, so die Analysten.
Mit der präferierten Partnerschaft auf dem Feld der Auftragsforschung für therapeutische Antikörper wollten beide Partner eine spürbare Beschleunigung der Entwicklungsarbeiten erreichen, also das volle Potenzial der schnellen HuCAL-GOLD-Technologie und der sich abzeichnenden Automatisierungen heben. Das Geschäftsmodell von MorphoSys werde also nicht aufgegeben. Vielmehr werde es auf die nächste Entwicklungsstufe gehoben: Auf eine steigende Zahl werthaltigerer Entwicklungsschritte.
Zu einem guten Teil werde dieser Schritt durch Novartis ermöglicht, die dafür eine Semi-Exklusivität für die reine HuCAL-Auftragsforschung für Antikörper erhalte - ein smarter Weg. Novartis habe nach einigen Fehlschlägen ein hohes Interesse, seine Entwicklungspipeline im mittleren Zeitfenster zu stärken, was mit biotechnologisch entwickelten und insbesondere mit antikörperbasierten Therapeutika erreicht werden könne und solle.
Time-to-Market und Time-to-Registration seien inzwischen Entscheidungsparameter von höchster Priorität in Basel. Das lasse sich Novartis offensichtlich einiges kosten - nämlich weit über USD 1 Mrd. bis 2017. Denn es sei ein strategischer und kein opportunistischer Schritt. Und das nicht ohne berechtigte Hoffnung auf schätzungsweise deutlich über 10 zulassungsfähige Wirkstoffe, wenn man den Statistiken trauen wolle.
Der Trainer scheine der neuen Mannschaft mehr zuzutrauen als die Buchmacher. Bei einer von den Analysten geschätzten Royalty-Rate von 5 bis 6% stünden MorphoSys also zusätzlich ab 2012 ff. stark steigende Einnahmen bis zu EUR 75 Mio. p.a. (Gegenwartswert ca. EUR 30 Mio.) pro Wirkstoff in Aussicht, ganz zu schweigen von den gemeinsamen Entwicklungen, die nun auch angestoßen werden sollten und bei denen Aufwand und Ertrag geteilt würden.
Die Analysten hätten in ihren letzten Research-Veröffentlichungen von der Aussicht auf wieder steigende Notierungen zum Jahreswechsel gesprochen. Vor dem Hintergrund der neuen Lage und erst recht in Anbetracht des "gefestigteren" Chance-Risiko-Profils sollten nach Erachten der Analysten die Kurse eine nachhaltige Aufwärtsbewegung zeigen, denn die kräftig erweiterten Gewinnpotenziale dürften in den kommenden Monaten zunehmend erkannt und schrittweise eingepreist werden.
Die aktuelle Guidance für 2007 werde wohl aufgrund von Beratungskosten von EUR 6 Mio. auf einen kleinen Gewinn von gut EUR 2 Mio. (EUR +0,30/Aktie) angepasst werden müssen. Eine angepasste und belastbare Gewinnschätzung für 2008 sei den Analysten noch nicht möglich, da der größte Einflussfaktor, die IFRS-konforme Verbuchung der Zahlungen von Novartis, im Detail noch nicht feststehe. Aber die Richtung sei klar: Deutlich mehr Umsatz und überproportionaler Gewinnanstieg.
Die Analysten von MIDAS Research heben also ihr Kursziel von EUR 55,00 auf EUR 71,00 (temporärer Abschlag von 15%) an und empfehlen den MorphoSys-Titel daher zum Kauf. In der "Trainingsphase" würden die Analysten in der Kurszielberechnung einen Risikoabschlag von 15% verrechnen. (Analyse vom 04.12.2007) (04.12.2007/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Die Antwort der Börse auf MorphoSys' Bekanntgabe der auf mindestens 7 Jahre ausgelegten strategischen Forschungs- und Entwicklungs-Partnerschaft mit Novartis sei von erfreulicher Klarheit gewesen: Der Kursanstieg von in der Spitze bis über 30% entspreche nicht nur einem Zuwachs an Marktkapitalisierung von rund EUR 100 Mio., der Aktienkurs habe auch fast den Zielkurs der Analysten erreicht.
Die Investoren hätten mit dieser schnellen Kursanpassung nach Erachten der Analysten die aus der Kooperation zu erwartenden Netto-Überschüsse (nach R&D-Ausgaben) aus dem sicheren und statistisch wahrscheinlichen Umsatzvolumen von über USD 1 Mrd. (EUR 690 Mio.) der Jahre 2008 bis 2017 von in Summe EUR 299 Mio. (MIDAS Research-Schätzung) mit dem unveränderten Abzinsungsfaktor von 11,5% auf den Tageswert von EUR 123 Mio. umgerechnet und eingepreist.
Aber es gehe nicht nur um einen zusätzlichen Vertrag: Die Martinsrieder würden sich nun von einer servicedominierten zu einer entwicklungsfokussierten Gesellschaft (inklusive AbD-Aktivitäten) wandeln. Hat MorphoSys mit den neuen Parametern - sichere Einnahmen, erweiterter Zugang zu hochwertigen Projekten - also das gleiche Unternehmens- und Investmentrisiko? Wohl kaum, so die Analysten von MIDAS Research. Und was den Werttreiber im Geschäftsmodell und den eigentlichen Grund für diese Kooperationsvereinbarung darstelle: Wie hoch bewerte die Börse die möglichen Umsatzbeteiligungen an später zugelassenen Medikamenten, frage man. Heute noch gar nicht, so die Analysten.
Außerdem würden die Analysten die Frage stellen, ob also alle Projekte, nach Erachten der Analysten würden es weit über 200 an der Zahl werden, scheitern würden und warum sich Novartis dann aber nach über drei Jahren gemeinsamer erfolgreicher Entwicklungsarbeit für die HuCAL-Technologie entschieden habe und warum die Schweizer auch noch bereit seien, mindestens USD 600 Mio. (EUR 414 Mio.) für weitere Arbeiten zu zahlen. Wohl wegen berechtigter Aussicht auf gute Projektrenditen, so die Analysten.
Mit der präferierten Partnerschaft auf dem Feld der Auftragsforschung für therapeutische Antikörper wollten beide Partner eine spürbare Beschleunigung der Entwicklungsarbeiten erreichen, also das volle Potenzial der schnellen HuCAL-GOLD-Technologie und der sich abzeichnenden Automatisierungen heben. Das Geschäftsmodell von MorphoSys werde also nicht aufgegeben. Vielmehr werde es auf die nächste Entwicklungsstufe gehoben: Auf eine steigende Zahl werthaltigerer Entwicklungsschritte.
Time-to-Market und Time-to-Registration seien inzwischen Entscheidungsparameter von höchster Priorität in Basel. Das lasse sich Novartis offensichtlich einiges kosten - nämlich weit über USD 1 Mrd. bis 2017. Denn es sei ein strategischer und kein opportunistischer Schritt. Und das nicht ohne berechtigte Hoffnung auf schätzungsweise deutlich über 10 zulassungsfähige Wirkstoffe, wenn man den Statistiken trauen wolle.
Der Trainer scheine der neuen Mannschaft mehr zuzutrauen als die Buchmacher. Bei einer von den Analysten geschätzten Royalty-Rate von 5 bis 6% stünden MorphoSys also zusätzlich ab 2012 ff. stark steigende Einnahmen bis zu EUR 75 Mio. p.a. (Gegenwartswert ca. EUR 30 Mio.) pro Wirkstoff in Aussicht, ganz zu schweigen von den gemeinsamen Entwicklungen, die nun auch angestoßen werden sollten und bei denen Aufwand und Ertrag geteilt würden.
Die Analysten hätten in ihren letzten Research-Veröffentlichungen von der Aussicht auf wieder steigende Notierungen zum Jahreswechsel gesprochen. Vor dem Hintergrund der neuen Lage und erst recht in Anbetracht des "gefestigteren" Chance-Risiko-Profils sollten nach Erachten der Analysten die Kurse eine nachhaltige Aufwärtsbewegung zeigen, denn die kräftig erweiterten Gewinnpotenziale dürften in den kommenden Monaten zunehmend erkannt und schrittweise eingepreist werden.
Die aktuelle Guidance für 2007 werde wohl aufgrund von Beratungskosten von EUR 6 Mio. auf einen kleinen Gewinn von gut EUR 2 Mio. (EUR +0,30/Aktie) angepasst werden müssen. Eine angepasste und belastbare Gewinnschätzung für 2008 sei den Analysten noch nicht möglich, da der größte Einflussfaktor, die IFRS-konforme Verbuchung der Zahlungen von Novartis, im Detail noch nicht feststehe. Aber die Richtung sei klar: Deutlich mehr Umsatz und überproportionaler Gewinnanstieg.
Die Analysten von MIDAS Research heben also ihr Kursziel von EUR 55,00 auf EUR 71,00 (temporärer Abschlag von 15%) an und empfehlen den MorphoSys-Titel daher zum Kauf. In der "Trainingsphase" würden die Analysten in der Kurszielberechnung einen Risikoabschlag von 15% verrechnen. (Analyse vom 04.12.2007) (04.12.2007/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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