MobilCom kaufen




06.06.02 16:55
Die Telebörse

Die Analysten vom Anlegermagazin "Die Telebörse" raten die Aktien von MobilCom (WKN 662240) zu kaufen.

Bei seinem vorerst letzten Auftritt als Vorstandschef habe der MobilCom-Gründer Gerhard Schmid auf der HV einräumen müssen, gegen das deutsche Aktienrecht verstoßen zu haben. Grund hierfür seien Geldtransfers an eine Firma seiner Ehefrau. Schmid habe diese anfangs ohne Mitwissen des Vorstandes und ohne vertragliche Basis durchgeführt.

Aufgrund dessen habe die Mehrheit der Aktionäre Schmid die Entlastung verweigert. Des weiteren habe er das Geschäft über 68 Mio. Euro in einer Woche rückabwickeln müssen. Dies sei zwar ein peinlicher aber folgenloser Fehltritt gewesen. Denn die Alt-Aufsichtsräte Dieter Vogel und Helmut Thoma hätten den Delegierten der France Télécom, Eric Bouvier, dazu bewegen können, auf die zuvor geforderte Sonderprüfung zu verzichten. Dieser habe wohl kalte Füße bekommen, als die France Télécom-Aktie während der HV eingebrochen sei. Schließlich solle lediglich der MobilCom-Kurs gedrückt werden, um Schmid möglichst günstig seine Anteilsschein abzunehmen.

Inzwischen scheine für die Schmid-Anteile eine Lösung gefunden worden zu sein. Vorrangiges Interesse der Franzosen sei es, die Verbindlichkeiten von MobilCom von fast 7 Mrd. Euro nicht in die eigene Bilanz zu integrieren. Aufgrund dessen sollten die Schulden von MobilCom über eine Wandelanleihe finanziert werden. France Télécoms-Vorstand Michael Bon zufolge solle ein Bankenkonsortium bei Fälligkeit der Anleihe im Tausch Orange-Aktien erhalten. Nach Meinung der Experten sei dies ein eleganter Weg, die ramponierte Bilanz zu schonen. France Télécom übernehme die Kontrolle über das Unternehmen, lagere allerdings die Verbindlichkeiten aus.

Mit der Schuldenregelung sei es dann auch möglich, Schmid in Cash auszuzahlen und den freien Aktionären ein Angebot zum gleichen Preis zu präsentieren. Hinter den Kulissen werde allerdings nach wie vor mit harten Bandagen gekämpft. Aufsichtsratsmitglieder von MobilCom hätten berichtet, dass sie von den Franzosen unter Druck gesetzt worden seien. Am Abend vor der HV hätten die Franzosen vergebens versucht, Schmid abzusetzen. Denn die Zeit dränge. Bis spätestens Ende Juni müsse Michael Bon eine Einigung erlangen. Ansonsten lasse sich die geplante Milliarden-Anleihe nicht rechtzeitig platzieren.

Für Kleinanleger wäre es sinnvoll, wenn Gerhard Schmid seine Preisvorstellungen von 22 Euro je Anteilsschein durchsetzen könne. Denn je mehr er aushandele, umso höher sei das Abfindungsangebot an alle Aktionäre.

Da nach Meinung der Experten von "Die Telebörse" der Weg für ein Übernahmeangebot von mindestens 18 Euro frei ist, sollten Anleger die MobilCom-Aktie kaufen.








 
 
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