MME drängt sich nicht auf




13.11.00 00:00
GoingPublic-Online

Vom 10. bis zum 16. November können die Aktien der MME Me Myself & Entertainment AG (WKN 576115) in einer Preisspanne von 7 bis 10 Euro gezeichnet werden und die Erstnotiz am Neuen Markt soll am 20. November erfolgen, berichten die Analysten von „GoingPublic-Online“.

Ausgegeben würden max. 2,5 Mio. Aktien. Davon würden 2,15 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung stammen; Altaktionäre würden zum Börsengang 0,1 Mio. Aktien abgeben und für den Greenshoe weitere 0,25 Mio. Aktien zur Verfügung stellen. Neben der Commerzbank (Lead) befinde sich auch M.M. Warburg sowie Sal. Oppenheim im Konsortium. Der Free Float werde sich bei voller Ausübung des Greenshoe auf 30 % belaufen.

Das Hamburger Medienunternehmen habe sich auf die Produktion von TV-Sendungen in den Segmenten Jugend, Musik, Reality und Dokumentation spezialisiert. Aus dem Hause MME würden erfolgreiche TV-Formate wie „Bravo-TV“, „Top of the Pops“ und „peep!“ stammen. Bislang hätte sich die Mannschaft um die Vorstände Jörg Hoppe, Christoph Post und Jörg Eishold allein auf Auftragsproduktionen konzentriert. Die Einnahmen seien MME dabei sicher, das Potential nach oben sei aber begrenzt. Mit dem „Inselduell“ begebe sich das Unternehmen zum ersten Mal auf das „Glatteis“ Eigenproduktion. Vorteil: MME könne Kandidaten wie auch Musik selbst vermarkten und das Sendeformat an ausländische TV-Stationen weiterverkaufen.

Für die Zukunft baue MME verstärkt auf Reality-Formate. Einen ersten Vorgeschmack würden die Zuschauer schon bald bekommen: „Girlscamp“ solle bei SAT.1 für eine gute Quote sorgen. Auch im Internet seien die Hamburger präsent. Zum einen mit den Online-Auftritten von bekannten TV-Formaten; zum anderen mit den eigenständigen Web-Auftritten wie „Eyedoo“ und „Shownet“ (in Kooperation mit DEAG Deutsche Entertainment). Werbung, e-Commerce und künftig auch On Demand-Produkte würde hier für Umsatz sorgen sollen.

Mit den Mitteln aus dem Börsengang wolle MME verstärkt in den Rechteaufbau und den Rechtehandel einsteigen. Zudem würden die Etablierung eines digitalen Spartenkanals wie auch weitere Koproduktionen mit Helkon auf dem Programm stehen.

MME stehe auf einem soliden Fundament. Wenn es dem Unternehmen gelinge, einen eigenen Rechtestock aufzubauen, Stars vertraglich an sich zu binden und den Internet-Bereich profitabel zu gestalten, stehe einer positiven Entwicklung wenig im Weg. Zum Problem könnte es allerdings werden, dass vor allem Reality-Formate wie „Inselduell“ in den nächsten Jahren für Umsatzwachstum sorgen sollten. Mit Endemol stehe den Hamburgern hier ein fast übermächtiger Wettbewerber gegenüber. Zudem stelle sich die Frage, wie lange der Trend noch halte bzw. wie viele Reality-Formate es noch brauche, um die Zuschauer zu übersättigen.

Zur Emission sei MME mit einem 2001er KUV von 1,4 und einem 2001er KGV von 85 bewertet. Vergleichbare Unternehmen wie Odeon Film (KUV 2001: 0,5), Brainpool TV (KUV 2001: 3,5/KGV 2001: 57) und Viva Media (KUV 2001: 3,9) seien zum Teil höher bewertet. Am Beispiel Brainpool zeige sich jedoch auch, dass die niedrigere Bewertung von MME gerechtfertigt sei, denn Brainpool habe von Anfang an genau das Geschäftsmodell, das sich MME in den nächsten Jahren erst ansatzweise erarbeiten wolle und müsse. Die (Weiter-) Entwicklung vom Auftrags- hin zum Lizenzproduzenten wie auch die Etablierung neuer Geschäftsbereiche sei zudem mit nicht unerheblichen Risiken behaftet–wie es nicht zuletzt das Beispiel H5B5 in den letzten Monaten eindrücklich gezeigt habe. Eine Zeichnung dränge sich daher nicht auf.








 
 
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