LION Bioscience zeichnen




14.07.00 00:00
GoingPublic-Online

Bis zu 231 Mio. Euro wolle die LION Bioscience AG (WKN 504350) mit dem Gang an den Neuen Markt erlösen.

Damit führe das Heidelberger Bioinformatik-Unternehmen die bisher größte Emission am Neuen Markt im Sektor Biotechnologie durch. Die LION Bioscience AG habe für ihr Börsendebüt den 26. Juli vorgesehen. Die Aktien könnten vom 12. bis 24. Juli in einer Spanne von 37 bis 44 Euro gezeichnet werden.

Plaziert würden 4.575.375 Aktien, die sämtlich aus einer Kapitalerhöhung stammten. 685.625 Aktien würden als Greenshoe zur Verfügung gestellt. Davon würden 350.000 Stück von Altaktionären abgegeben, der Rest stamme ebenfalls aus einer Kapitalerhöhung. Bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption betrage der Free Float 29,25 %. Das Konsortium führe Morgan Stanley Dean Witter an. Die Deutsche Bank fungiere als Joint-Lead Manager. S.G. Cowen und FleetBoston Robertson Stephens begleiteten die Emission als Co-Lead Manager.

Die 1997 gegründete LION Bioscience AG entwickele und vertreibe Softwareprodukte zur computergestützten Analyse großer Datenbanken, die u.a. als Folge der Genomforschung weltweit entstanden seien. Das Geschäftsmodell basiere darauf, forschenden Unternehmen der Pharma- und Biotech-Branche umfassende Dienstleistungen anzubieten. Mit ihrem "i-biology"-Ansatz wollen die Heidelberger laut GoingPublic Research die Suche nach neuen Therapieansatzpunkten und neuen Wirkstoffmolekülen erleichtern. Kernstück sei das in Wissenschaftskreisen inzwischen zum Standard erhobene Datenmanagementsystem SRS (sequence retrieval system). Namhafte Unternehmen gehörten zu den Kunden, darunter Bayer, Aventis, Smithkline Beecham, Novartis, Glaxo Wellcome.

LIONs Stärke liege in einem ganzheitlichen Dienstleistungspool, der Software und Service im Angebot enthalte.

Als Beweis für die Akzeptanz der Produkte könnten LIONs Kooperationen gelten. Dies sei zum Beispiel die Kooperation mit dem Chemie- und Pharmaunternehmen Bayer. Der bisher größte Deal in der deutschen Biotechnologie-Branche im Wert von 100 Mio. US-$ sei bereits letztes Jahr vertraglich besiegelt worden. Zum anderen seien auch Mitwettbewerber der Biotech-Branche Kunde in Heidelberg. Dieses Frühjahr sei zum Beispiel eine enge Zusammenarbeit mit Celera Genomics zustande gekommen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 31. März endete, konnte LION den Umsatz um 111 % auf 9,8 Mio. Euro steigern, so die IPO-Experten. Eine Umsatzverdoppelung werde auch dieses Jahr angestrebt. In den Folgejahren solle die Wachstumsrate jedoch etwas abflachen. Der Break Even sei für 2003 angestrebt. Bisher seien kumulierte Verluste von etwa 19,5 Mio. Euro aufgelaufen.

Die LION Bioscience AG sei in ihrer bisher jungen dreijährigen Geschichte durch ein imposantes Wachstum aufgefallen. Die Heidelberger betreten den Wertpapier-Fachleuten zufolge völlig neue Pfade in der Bioinformatik. Kein Unternehmen biete zur Zeit eine so umfassende Bioinformatik-Produktpalette wie LION an. Das KUV auf Basis des Geschäftsjahres 2001/02 betrage etwa 20. Dies sei eine Bewertung in einem frühen Stadium der Unternehmensentwicklung, die gerade auch die in LION steckende Wirkstoffphantasie widerspiegele. Das Upside-Potential ergäbe sich dann, wenn Pharmaunternehmen durch LIONs Dienstleistung neue Medikamente auf den Markt brächten. Daran würden die Heidelberger mit Lizenzzahlungen teilhaben. Wer LION zeichne, müsse an die Equity-Story glauben und auf das sehr gute Management vertrauen. Für Biotech-Anleger mit Visionen zur sei zur Zeichnung empfohlen.








 
 
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