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Globale Wirtschaft nähert sich Scheidepunkt an




04.12.07 15:43
INVESCO

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die vom US-Markt für bonitätsschwache Hypothekenkredite ausgehende Kreditkrise hat den Wachstumsausblick für die USA und Europa dramatisch verändert, so John Greenwood, Chefvolkswirt von INVESCO, in seinem Wirtschaftsausblick für 2008.

In anderen Regionen wie den Schwellenländern Asiens, Lateinamerikas und Osteuropas hingegen seien die Wachstumsdynamik und Marktstimmung nach wie vor robust. Dabei stehe der wirkliche Test durch einen deutlichen Wachstumseinbruch in den wichtigsten Industrieländern jedoch noch aus, erkläre Greenwood. "Angesichts der derzeit hohen Unsicherheiten sind präzise Wachstums- und Inflationsprognosen zu diesem Zeitpunkt sehr schwierig", betone er.

Dennoch meine Greenwood weiterhin, dass eine Rezession der US-Wirtschaft noch abwendbar sei, "wenn die US-Behörden schnell genug handeln, um eine weitere Ausbreitung der Finanzkrise zu vermeiden und die inländische Kaufkraft zu stützen". Er rechne in den nächsten Quartalen mit "einer dramatischen Verlagerung des Wachstums vom Häusermarkt und den Verbraucherausgaben hin zur Exportwirtschaft und den Anlageinvestitionen".

Auch mit Blick auf die Eurozone sei Greenwood optimistischer als die Konsensprognosen. "Die Dynamik der inländischen Kaufkraft sollte reichen, um für ein anhaltendes Ausgabenwachstum in der Eurozone im Jahr 2008 zu sorgen", meine der Chefvolkswirt von INVESCO. Allerdings füge er hinzu, dass "die europäische Wirtschaft zwar relativ resistent gegenüber den US-Problemen ist, die europäischen Finanzmärkte jedoch nicht".

Derweil sei die britische Wirtschaft nicht nur für einen wie in den USA von einer Häusermarkt- und Konsumschwäche ausgelösten Abschwung anfällig - auch die sehr offenen und global integrierten britischen Kapitalmärkte könnten sich einer Ansteckung durch eine US-Krise nicht entziehen. Obwohl Greenwood hier weiterhin Symptome der vorhergehenden Euphorie erkenne, meine er, dass die Britische Zentralbank "schnell handeln muss, um den Märkten mit Zinssenkungen zuvorzukommen".

Dahingegen rechne Greenwood in China und Indien sowie in großen Teilen Asiens (außerhalb Japans) mit anhaltend starkem Wachstum. Aufgrund des "erhöhten Bewertungsniveaus in den Märkten der Region" weise er jedoch warnend darauf hin, dass eine wirtschaftliche Abkopplung nicht auch automatisch mit einer Abkopplung der Finanzmärkte einhergehe.

"Die jüngste Kreditklemme hat gezeigt, dass das Risiko negativer Auswirkungen auf die Assetbewertungen und Ausgaben deutlich zugenommen hat", so Greenwoods Fazit. Seiner Ansicht nach hänge der Wachstumsausblick für 2008 daher vor allem davon ab, wie die Notenbanken in den kommenden Monaten reagieren würden. Sollten diese nicht schnell genug die geldpolitischen Zügel lockern, um der sich ausweitenden Wachstumsschwäche entgegenzuwirken, könnten sie den Abwärtstrend verstärken. "Die Weltwirtschaft nähert sich einem Scheidepunkt an." (04.12.2007/ac/a/m)








 
 

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